Remise Bühni Jegenstorf spielt «Onkel Wanja»

JEGENSTORF: Die Remise Bühni Jegenstorf spielt das bekannte Theaterstück «Onkel Wanja» von Anton Tschechow. Damit bietet der Theaterverein ein vergnügliches und besinnliches Erlebnis, ein Bühnenwerk auf hohem Niveau. Vorstellungen bis Juni. hkb

Seit gut einer Woche spielt die Remise Bühni Jegenstorf mehrmals pro Woche das bekannte Theaterstück «Onkel Wanja» von Anton Tschechow. Damit bietet der Jegenstorfer Theaterverein dem Publikum ein vergnügliches und besinnliches Theatererlebnis, ein Bühnenwerk auf hohem Niveau.

Tschechow wurde 1860 geboren und verstarb bereits im Alter von 44 Jahren. In seinen Werken stehen nicht gesellschaftliche Aspekte im Vordergrund, sondern die Stimmungen, die packend mit psychologisch stimmigen Dialogen und nonverbalem Verhalten auf die Zuschauer einwirken.  Damit hat Tschechow einen neuen Dramentyp geschaffen, der das Theater des 20. Jahrhunderts revolutionierte. Auch im Stück «Onkel Wanja» jagen die Menschen Scheinidealen nach. Dies führt sie in den Zwiespalt zwischen Begehren und Wirklichkeit, zwischen Sehnsucht und Tatsache. Tragik und Komik stehen nahe beieinander.

Der junge Wanja überlässt seinen Erbteil an einem Landgut seiner Schwester, hilft ihr jedoch bei der Bewirtschaftung des Hofs. Nach dem Tod der Bäuerin fällt das Erbe an deren Tochter. Diese arbeitet fortan mit ihrem Onkel zusammen. Als der Vater der Erbin, ein Professor, und seine bedeutend jüngere zweite Gattin auftauchen, gerät der monotone Alltag total aus den Fugen. Liebe und Hass, Sehnsucht und Enttäuschung prägen die aktuellen Stimmungen, die jeder der Protagonisten auf seine Art auslebt. Und obwohl diese Menschen neben- und miteinander leben, spürt der Zuschauer die Einsamkeit der weiten, russischen Landschaft und Seele.

«Onkel Wanja» wurde vor über hundert Jahren geschrieben, doch die Themen des Stücks, die zwischenmenschlichen Beziehungen, der Umgang mit der Natur und der Respekt gegen­über Konventionen sind aktuell wie damals.
Brigitte Bissegger, eine professionelle und äusserst erfolgreiche Regisseurin, die seit vielen Jahren mit Amateurtheatergruppen arbeitet, steht als Schauspielerin selber auf der Bühne. Ihre vielschichtigen Erfahrungen geben ihr eine Kompetenz, die viel zum Gelingen dieses Stückes beiträgt.

Die Remise Bühni Jegenstorf bringt seit ihrer Gründung vor 36 Jahren Werke aus der Weltliteratur in selber übersetzten Mundartfassungen in ihr Theater. Durch die Zusammenarbeit mit Profi-Regieleuten erreicht die Qualität der Inszenierungen stets ein hohes Niveau, was der Amateurbühne über all die Jahre eine beachtliche Bekanntheit einbrachte.

Das Ambiente passt zur perfekten Inszenierung. Seit 2004 werden die Zuschauer in der ehemaligen Mosterei, die zu einem stimmigen Kleintheater umgebaut wurde, mit Werken aus der Weltliteratur unterhalten.

Weitere Spieldaten: 24./26./27. April, je 20 Uhr; 3./4./8./11./15./16./17./22./23./24./29./31. Mai, je 20 Uhr; 12. Mai, 17 Uhr; 1./7./8./14./15. Juni, je 20 Uhr. An den Wochenenden kann ein Kombi-Ticket mit dreigängigem Theatermenü gelöst werden.

Helen Käser

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