«Lädere» und Bildungszentrum Tec-Lab nach Burgdorf

| Di, 24. Mai. 2016

BURGDORF: Für die Zukunft des «Tech» Burgdorf ist ein wichtiger Schritt vorwärts getan: Nach jahrelangem Ringen zeichnet sich eine Lösung fürs Tech ab. Bildungskommission und Regierungsrat begrüssen die vorgeschlagene Lösung. red

Die Empörung in Burgdorf war gross, als vor Jahren der Regierungsrat das frühere Technikum auf dem Gsteig, das später in Berner Fachhochschule umbenannt worden ist, praktisch schliessen wollte. Es blieb nicht bei der Faust im Sack, sondern breite Bevölkerungskreise, der Burgdorfer Gemeinderat mit Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch an der Spitze, Wirtschaft und Industrie, Parteien aus dem ganzen Kanton und zahlreiche Einzelpersonen setzen sich für den Erhalt der über hundert Jahre alten Burgdorfer Bildungsstätte ein, die seinerzeit bei der Neugründung Bern den Rang abgelaufen hat. Inzwischen mit Erfolg, wie der Medienmitteilung des Grossen Rates zu künftigen Standorten der Berner Fachhochschule bezüglich Campus Bern und Technische Fachschule Burgdorf zu entnehmen ist.

Einstimmig bei vier Enthaltungen
Die Bildungskommission des Grossen Rates hat die verschiedenen Standortvarianten für die Berner Fachhochschule in Bern und Burgdorf vertieft geprüft. Burgdorf hatte sich nach Veröffentlichung der offiziellen Beurteilung unter anderem vehement dagegen gewehrt, dass die Erreichbarkeit von Burgdorf mit dem öffentlichen Verkehr als praktisch «unzumutbar» für die Studenten beurteilt wurde. Daneben hatte der Burgdorfer Gemeinderat bemängelt, dass verschiedene Beurteilungspunkte in der damaligen Analyse «überhaupt nicht realitätsbezogen» wiedergegeben seien, und entsprechend eine vertiefte Abklärung verlangt.

Jetzt beantragt die Bildungkommission dem Grossen Rat mit zwölf Ja-Stimmen und vier Enthaltungen, der Variante mit einem neuen Campus für die Berner Fachhochschule in Bern sowie dem Umzug der Technischen Fachschule nach Burgdorf und dem Aufbau eines Bildungszentrums der Berner Fachhochschule und der Technischen Fachschule (im Volksmund «Lädere») – trotz einiger Bedenken – zuzustimmen. Sie spricht von «einem guten Kompromiss».

Burgdorf hat lange Zeit Druck gemacht mit der Forderung, das Departement Wirtschaft, Gesundheit, Soziale Arbeit (WGS) solle in die bestehenden «Tech»-Räumlichkeiten und einen eventuell neu zu erstellenden Campus im ehemaligen Aebi-Areal einziehen. Zusammen mit der Hochschule der Künste verbleiben diese nun im zu erstellenden Campus im Weyermannshaus.

Spatz in der Hand
Da die für Burgdorf vorgesehene Lösung bereits im Gespräch gewesen ist und sich seit geraumer Zeit verschiedene am Erhalt des Burgdorfer «Tech» interessierte Kreise wie der Burgdorfer Handels- und Industrie­verein sowie der Burgdorfer Handwerker- und Gewerbeverein und andere positiv zu dieser Lösung geäussert haben, schliesst sich Burgdorfs Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch diesen Voten an, denn sie sieht «einen Kompromiss, der sehr viel Potenzial für unsere Technikumsstadt bietet. Wir können eine wichtige Bildungsstadt bleiben und werden bei der höheren Berufsbildung im technischen Bereich gestärkt. Das gilt auch für die Weiterbildung im technischen Bereich; diese Chance müssen wir jetzt packen und das Projekt inhaltlich ausfüllen, damit es ‹richtig zum Fliegen kommt›. Ich habe den Schalter gekippt (Zäch hat jahrelang für dem Umzug des Departements WGS gekämpft; die Redaktion), selbstverständlich hätten wir gerne das Departement WGS und vor allem den Medizinalbereich in Burgdorf gehabt. Jetzt bekommen wir also die ‹Lädere› und ein Bildungszentrum für erneuerbare Energien Tec-Lab und freuen uns darauf. Wir werden alle Energie hineinstecken, damit dieses Projekt erfolgreich wird.»

Gerti Binz

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