Apotheken als vernetztes Gesundheitszentrum

| Do, 09. Mär. 2017

BURGDORF: In der Region Burgdorf bieten drei Apotheken einen Notfalldienst über 24 Stunden an sieben Wochentagen an. Dieses Angebot sollte laut Thomas Zbinden, Apotheker in Burgdorf, die ärztlichen Notfalldienste und Spitäler entlasten. hkb

An einer Medieninformation sprachen die Referenten Thomas Zbinden, Apotheker FPH und Apothekeninhaber in Burgdorf und Daniel Wechsler, Vorstandsmitglied AKB über den 24/7- Notfalldienst der Apotheken.
Zbinden informierte über die Situation in der Region Burgdorf, wo drei Apotheken ansässig sind. Im Turnus bieten diese einen Notfalldienst über 24 Stunden an sieben Wochentagen an. Braucht ein Anwohner aus der Region
ein bestimmtes Medikament, wählt er die Notfallnummer der Burgdorfer Apotheken (034 423 11 23), wo er automatisch an den Diensthabenden weitergeleitet wird. Dieser garantiert eine Bedienung vor Ort in höchstens dreissig Minuten Wartezeit. Am Sonntag von 10 bis 12 Uhr und von 17 bis 18 Uhr ist die Dienstapotheke jeweils offen, auch für unangemeldete Kundschaft.
Daniel Wechsler informierte über gesetzliche Vorgaben, die verlangen, dass Orte mit mindestens zwei öffentlichen Apotheken verpflichtet sind, einen 24 Stundendienst anzubieten. Gleichzeitig ist den praktizierenden Ärzten in diesen Gebieten nur die Erstabgabe eines Medikamentes oder eine Notfallmedikation erlaubt. Spitäler und andere medizinische Anlaufstellen geben Rezepte ab, die jeweils in der Notfallapotheke eingelöst werden können. So bestehe bereits heute eine gute Vernetzung der verschiedenen Gesundheitsdienste, meinte Zbinden.  
Es sei anzunehmen, dass von 1000 Personen, die ärztliche Hilfe anfordern, lediglich 250 eine Behandlung durch einen ausgebildeten Arzt benötigen. 750 Fälle seien lediglich Bagatellerkrankungen oder -verletzungen, bei denen eine Beratung durch den Apotheker den Patienten genügen würde. Um solche Situationen zu erläutern, sprach Zbinden über Notfälle, die er während seinem Dienst am Wochenende oder nachts antrifft. Da sei beispielsweise ein Kind, das Putzmittel geschluckt und über das Toxikologische Institut eine Medikamentenverordnung bekommen habe oder eine Frau mit einer entzündeten Wunde, die er nach der Desinfektion an die Hausärztliche Notfallpraxis weitergeleitet habe. Eine junge Frau hätte «die Pille danach» gekauft und der Lastwagenchauffeur mit starken Heuschnupfen-Symptomen Medikamente gegen die Allergie abgeholt. Oft kämen Touristen zu ihm, denen die Medikamente, die sie täglich einnehmen sollten,  ausgegangen seien oder ein asthmatischer Patient, der seinen Spray im Büro liegen gelassen habe.
Hausärzte und Notfallstationen der Spitäler seien häufig überlastet. Hier könne der 24/7- Notfalldienst des AKB eingreifen und zudem einen Beitrag leisten zur Senkung der Gesundheitskosten. Zwei Krankenkassen bieten bereits eine Prämienvergünstigung an, wenn die Erstversorgung in einer Apotheke stattfindet. Zbinden will den Notfalldienst in der Bevölkerung bekannter machen, ergänzt jedoch, dass die Patienten/-innen, wenn immer nötig, an den Arzt oder das Spital weitergeleitet würden.

Helen Käser

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