Wirtschaftszmorge mit dem Thema Industrie 4.0

Di, 27. Jun. 2017

UTZENSTORF: Am Freitag, 23. Juni 2017, um 7.00 Uhr, wurde im Landgasthof Bären, Utzenstorf, ins «Wirtschaftszmorge» der Regionalkonferenz Emmental gestartet. «Ist die Industrie 4.0 eine Chance für alle Betriebe?», lautete eine der Fragen. ra

Der Informationsaustausch verläuft zunehmend digital. Weltweit über verschiedene Netzwerke verbunden, kann von überall her auf die eigenen Daten zugegriffen werden. Auch in der Industrie findet die Digitalisierung statt. Sie beeinflusst die Art, wie Menschen und Maschinen interagieren, zugleich «kommunizieren» Maschinen miteinander und bilden eigenständige Systeme. Technologische Fortschritte wie kleinere, vernetztere und günstigere Sensoren, schnellere Prozessoren und grössere Speicherkapazitäten mit höheren Rechenleistungen zu tieferen Kosten sowie übergreifende Netzwerke für die ortsunabhängige Kommunikation fördern den Wandel. Mit diesen Fortschritten erreicht die industrielle Produktion eine neue Dimension – die sogenannte Industrie 4.0: Maschinen, Menschen und Prozesse sind untereinander verbunden und alle wichtigen Informationen werden in Echtzeit verarbeitet.

Herausforderungen
Fritz Rüfenacht, Präsident Volkswirtschaftskommission Regionalkonferenz Emmental, begrüsste die Geladenen zum diesjährigen Wirtschaftszmorge im Landgasthof Bären in Utzens­torf. Selbst die schier unerträgliche Hitze im Saal tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Als erster Referent ergriff René Brugger, Vertreter Plattform Industrie 2025 und Präsident SwissT.net, zum Thema «Grundlagen der Industrie 4.0» das Wort. Er zeigte eingangs den Wert der Industrie für die Volkswirtschaften auf. «Wissen Sie, welchen Anteil am BIP Sie haben?», fragte er in die Runde. Laut SECO sind es 19,5 Prozent (verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren). «Der wichtige Punkt ist, dass die Schweizer Volkswirtschaft diesen Kern hat», so Brugger. Als Herausforderungen für die Schweizer Industrie erwähnte er den nach wie vor starken Schweizer Franken, den Fachkräftemangel und die Rahmenbedingungen (mit der EU).

Stärken
Als Stärken zählte Brugger die Innovation auf. «Als Unternehmer können Sie sagen: Wir investieren in die Innovation.» Weiter folgten die Internationalisierung, die Automation und die Digitalisierung. Auch das exzellente Bildungssystem und der offene Arbeitsmarkt blieben nicht unerwähnt. «Wollen Sie die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen umsetzen,
müssen zuerst einmal alle Prozesse ‹durchgestylt› werden. Sie dürfen keine ‹Verschwendung› beinhalten.» Er riet den Anwesenden, das Thema Digitalisierung produktionsorientiert anzugehen. Um die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, werden bei der Digitalisierung bestehende Technologien auf der Automatisierungsseite mit der ICT zusammengeführt.

W. Althaus AG, industrielle Automation
Marco Schneider, Leiter Vertrieb W. Althaus AG, wartete mit einem Erfahrungsbericht auf. Seit 49 Jahren in Aarwangen, ist Althaus mit 120 Mitarbeitenden unter anderem im Schaltschrankbau, in Konzeptberatung sowie Hardware und Software Engineering tätig. Schneiders Fazit nach dem Vortrag: Ein durchgängiges virtuelles Engineering ist die Basis für die Umsetzung von Industrie 4.0 im Steuerungs- und Schaltschrankbau. Datendurchgängigkeit von der Planungsebene bis in die Fertigung. Dadurch werden Automatisierungsmöglichkeiten sichtbar. Ein absolut wichtiger Punkt sei zudem, dass die Mitarbeitenden in die Prozesse miteinbezogen würden. Jeder sei gefordert, auch im eigenen Bereich Verbesserungsvorschläge zu machen. «Der Austausch ist sehr wichtig.» Dass die Digitalisierung zu menschenleeren Fabriken führe, wurde von Brugger vehement verneint. David Kalensky, Projektleiter Standortförderung Kanton Bern, neu zuständig für das Emmental, gab einen kurzen Einblick in das Leistungsspektrum und das Dienstleis­tungsangebot der Standortförderung, bevor es für die Anwesenden zurück in ihren Arbeitsalltag ging.

Barbara Schwarzwald

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