Imker im Kampf gegen die Varroa

| Fr, 23. Feb. 2018

Koppigen: Der Verein Unteremmentalischer Bienenfreunde lud zu einer Weiterbildung über die Varroabekämpfung ein. Raphael Giossi vom Bienengesundheitsdienst und Walter Gasser vom Bienenkommissariat sprachen über Alternativen zur klassischen Sommerbehandlung mit Ameisensäure.hkb

Seit vier Jahren organisiert dieser Verein regelmässig Informationsveranstaltungen über die koordinierte Varroa­behandlung im Vereinsgebiet. Diese haben dazu beigetragen, Völkerverluste und Sauerbrutfälle drastisch zu reduzieren.
Die Vereinspräsidentin der Bienenzüchtenden, Pia Buri, begrüsste die zahlreich erschienenen Gäste im Saal der Gartenbauschule Oeschberg. Danach sprach der Bienenkommissär Walter Gasser. Erfreulich seien die aktuellen Zahlen der Bienenvölker im Kanton Bern, die in den letzten Jahren ziemlich stabil bei knapp 32 000 Völkern verharrten. Diese gehören ungefähr 3600 Imkerinnen und Imkern. Erfreulich sei zudem, dass seit 2012 jährlich deutlich weniger Völker wegen Bienenseuchen getötet werden mussten. Zu diesem Erfolg hätte das Verhalten der Imkerinnen und Imker beigetragen, die eine krank aussehende Brut sofort dem Bieneninspektor melden, damit eine Behandlung eingeleitet werden könne.
Die Varroatose wird durch den Befall von Varroa-destructor-Milben hervorgerufen. Diese schwächen nicht nur ausgewachsene Bienen, sondern parasitieren die Bienenbrut. Sie setzen sich mit Vorliebe auf den Hinterteil der Larven und beissen sich mit dem gezahnten Kiefer durch die feine Chitinhaut. Sie ernähren sich auf diese Weise vom Blut der Larve, aus der Bienen mit deutlich geringerer Grösse schlüpfen. Diese Tiere sind weniger lernfähig und finden häufiger nicht in ihren Stock zurück. Durch den Milbenbefall werden zusätzlich schädigende Viren übertragen.
Im Fall der Varroabekämpfung gibt es neueste Erkenntnisse zu publizieren, und so wurden die Imkerinnen und Imker über Alternativen zur klassischen Sommerbehandlung mit Ameisensäure informiert. Raphael Giossi vom Bienengesundheitsdienst (BGD) sprach jedoch lediglich über die wissenschaftlich getesteten Behandlungsmethoden für die erste Phase. Dazu gehören der «Flugling» (vom Imker geführte Neubildung eines Bienenvolks), der «Brutstopp» (Volk wird brutfrei gemacht, Bienen behandelt), das «Bannwabenverfahren» (für eine begrenzte Zeit wird die gesamte, verdeckelte Brut des Bienenvolkes entnommen) und die Hyperthermie. Diese Methoden wurden im Detail erläutert und anschliessend demonstriert. Die weiteren Behandlungsschritte mit Ameisen- und Oxalsäure bleiben aktuell.

Helen Käser

Wichtig ist die Information und das gezielte Vorgehen. Merkblätter zu den einzelnen Methoden können heruntergeladen werden unter: www.emmentalerbienen.ch oder www.bienen.ch/merkblatt.

 

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