Die siebenjährige Lea Müller ist Berner Meisterin im Geräteturnen

| Mo, 04. Jun. 2018

UTZENSTORF: An den Berner Meisterschaften im Geräteturnen gab es eine Überraschung. Eine der jüngsten Teilnehmerinnen, die siebenjährige Lea Müller aus Bätterkinden, gewann den Wettwerb und ihre erste Goldmedaille.  red

An den Berner Meisterschaften im Einzelgeräteturnen konnten sich die Ältesten im K5 bis 7 für die Schweizermeisterschaft qualifizieren, während sich die Jüngeren spannende Wettkämpfe als Einzelturnerinnen und in der Mannschaft lieferten.
Um 5.30 Uhr begann der Sport-Arbeitstag nicht nur für die Utzenstorfer Organisatoren der Berner Geräteturnmeisterschaften. Auch die Teilnehmerinnen der ersten Abteilung mussten aus dem Bett. Für Noa, Leana, Elin und Lea sollten es die ersten Berner Meisterschaften sein.
Auch für die siebenjährige Lea Müller aus Bätterkinden war es Zeit, sich zu ihren Cornflakes zu setzen. Während einige ihrer Kolleginnen mit sieben Jahren mit dem Turnen begannen, machte sie bereits mit vier Jahren ihre ersten Erfahrungen im Kid Gym des Gym Centers Emme. Einmal wöchentlich turnte sie mit gleichaltrigen während einer Stunde. Ein Jahr später kam ein weiteres Training dazu. Und nun, mit sieben, turnt Lea mit acht weiteren Mädchen im Geräteturnen des K1 des Gym Centers Emme.

«Schnure u büschele»
Die beiden Trainings in der Emmenhalle dauern nun zweieinhalb Stunden. Eine derart grosse Gruppe hält auch die Leiterin auf Trab. «Da muesch schnure u büschele, schnure u büschele», schilderte Karin Siegen­thaler die ersten Trainings, bis sich die Mädchen an ihre ersten Übungen gewöhnt haben und den Turnalltag besser kennen. «Jetzt arbeiten die Turnerinnen schon selbstständiger, so sind wir ein gut eingespieltes Team», erklärte Siegenthaler einen wichtigen Grund ihres Erfolges. Als Lea in der Wettkampfhalle eintraf, herrschte emsig-chaotisches Treiben. An jedem der vier Geräte turnten drei Gruppen à acht Mädchen. So turnten sich rund 100 Mädchen gleichzeitig mit ihren Leiterinnen in der Halle ein.
Um 8 Uhr ging es endlich los. Sitzt die Frisur, passt das Dress und wo sind die Maskottchen Lumpi, Scott, Lilli und wie sie alle heissen? Doch dann waren die Gedanken am ersten Gerät, dem Boden, dem Strecksprung mit halber Drehung, der Kerze, dem freiwilligen Handstand, den insgesamt sechs Elementen, welche die Mädchen mit einer schönen Schlusspose und charmantem Lächeln zu den beiden Wertungsrichterinnen abschliessen. Dann erschien die Note, für Lea eine 9.1, nicht die höchste, sogar die tiefste ihrer vier Geräte.
Verschmitzt schaute man auch mal auf die anderen elf Geräte, verfolgte die Kolleginnen und Konkurrentinnen bei ihren Übungen. Die Älteste war bereits 14-jährig, doppelt so alt wie Lea als Jüngste.
Die acht Mädchen feuerten jede Übung ihrer Kolleginnen an und klatschten nach jeder Vorstellung. Ein ganz schöner «Hexenkessel» war das, bei zwölf gleichzeitig turnenden und 100 klatschenden Mädchen neben den mehreren hundert Zuschauern.
Musik erklang und die Geräte wurden gewechselt.
Mit konzentrierten Gesichtern turnten die Mädchen am nächsten Gerät ein, um gleich danach mit dem Wettkampf weiterzufahren.

Die Jüngste schlägt zu
Mit einer 9.70 erreichte Lea an ihrem letzten Gerät, dem Sprung, die höchste Note aller Teilnehmerinnen und überholte damit noch ihre Teamkollegin Sangmo Sidler und die Brüggerin Seraina Kummer. Einige Stunden später war die Sensation perfekt: im Feld der weit über hundert 7- bis 14-jährigen K1-Turnerinnen gewann Lea ihre erste Goldmedaille.
Das anschliessende Eis hätte es auch ohne die Medaille gegeben, aber der Jubel im ganzen Team war mit all den Medaillen schon noch etwas ausgelassener und lauter. Schon träumten die Kleinen von morgen, wenn sie dereinst Flick flack und Salto turnen oder ihren Traumberuf Geräteturnlehrerin ausüben können. Spätestens dann wird «schnure u büschele» zu ihrem Wortschatz
gehören. zvg

 

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