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Akute Gefahr für die Schwingfest-Brücken

| Mo, 03. Jun. 2013

BURGDORF: Die anhaltenden Regenfälle haben die Emme in einem Ausmass anschwellen lassen, dass eine Sicherung der zwei ESAF-Brücken notwendig wurde. Noch rechtzeitig wurden sie - wegen des mitgerissenen Treibgutes - mit Stahltrossen gesichert. red

Kürzlich haben die ESAF-Verantwortlichen sowie das Militär die Inbetriebnahme der zweiten Brücke für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest  (ESAF) Burgdorf feiern können. Doch dann greift Petrus ein: Anstatt pünktlich zu Beginn des meteorologischen Sommeranfangs am 1. Juni endlich die Sonne scheinen zu lassen, hat er sich
für das Wochenende enorme Zusatz­portionen Regen einfallen lassen. Und zwar in einem Ausmass, dass die Bundesbehörden sogar Hochwasserwarnungen herausgeben müssen.

380 statt 5 m³/Sekunde
Während für die Emme die durchschnittlich fliessenden Wassermengen zwischen fünf bis zehn Kubikmeter pro Sekunde betragen, nennt Jörg Amport, stellvertretender Abteilungsleiter Infrastruktur, anlässlich seines Kontrollgangs von Samstagmittag auf der ESAF-Brücke beim Einsportzentrum die unglaubliche Menge von 380 m3/Sek. «Dank des nachlassenden Regens ist der Flusspegel gegen 12.30 Uhr bereits wieder rund 50 cm gesunken», hält er fest. Er hat wie andere Fachleute, die seit einigen Stunden mit der Sicherung der ESAF-Brücken beschäftigt sind, zahlreiches Treibholz mit ganzen Baumstämmen beobachtet, die mit dem Wurzelwerk voran unter den Brücken hindurchgeschossen sind und teilweise die Brückenuntersicht gestreift haben. Ein Baufachmann erledigt noch einige Arbeiten bei der anderen ESAF-Brücke neben dem früheren KEB-Areal und gibt Auskunft: «Wir haben diese Brücke flussaufwärts an beiden Uferseiten mit starken Stahlseilen an widerstandsfähigen Bäumen fixiert, um zusätzliche Sicherheit bei anschlagenden Bäumen und Treibholz zu gewährleisten.» Und Amport ergänzt: «Bereits beim Bau sind die Widerlager am Ufer zusätzlich mit Holzverschalungen, Geo-Gittern (Plastikabdeckungen) und Betonaufschüttungen gesichert worden, was sich jetzt bewährt.» Beide Brücken sind vorsichtshalber für jeglichen Privatverkehr gesperrt worden.

Augenschein nötig
Der für den Bau der zwei durch Militäreinheiten zuständige Brigadier Jacques Rüdin ist genau wie ESAF-Geschäftsführer Patrick Sommer und Jörg Amport auf der knapp 60 Meter langen Mabey-Brücke beim Eissportzentrum anzutreffen. Kritisch begutachten alle den Flusspegel und diskutieren die reissenden, braunen Wassermengen sowie die Widerstandsfestigkeit der seitlichen Tragekonstruktionen. Flussabwärts ist erkennbar, dass das linke Ufer der neuen Fussgängerbrücke Richtung Kirchberg bereits Schaden erlitten hat. Ein Teil der Uferböschung ist fortgeschwemmt und anschliessend überspült worden.
Auch ESAF-OK-Vizepräsident Francesco Rappa informiert sich vor Ort über den Zustand der ESAF-Brücken. Alle hoffen auf ein Einlenken von Petrus. Im Lauf des Samstagnachmittags lässt der Regen allmählich nach. Um 17 Uhr werden noch 240 m3/Sekunde gemessen. Da der Regen am Oberlauf der Emme merklich nachgelassen hat, sind für den Samstagabend 140–200 m3/s und für Sonntag nur noch 50 m3/s prognostiziert worden.

Gerti Binz

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