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Gemeinsame Projektwoche als Pilotprojekt

| Mo, 19. Jun. 2017

BURGDORF: Ein Pilotprojekt war gemeinsame Projektwoche der Heilpädagogischen Schule und der Primarschule Lindenfeld in Burgdorf. Zum ersten Mal in der Geschichte Burgdorfs studierten die Klassen der HPS mit Klassen einer Regelschule gemeinsam einen Solätte-Tanz ein. smo

Als Pilotprojekt bezeichnen die Schulleiterinnen Ursula Bürki und Tae Woodtli die Zusammenarbeit der beiden Schulen in der diesjährigen Projektwoche. Ein Pilotprojekt deshalb, weil zum ersten Mal in der Geschichte Burgdorfs Klassen der Heilpädagogischen Schule (HPS) mit Klassen einer Regelschule gemeinsam den Solätte-Tanz aufführen. Ursula Bürki, Leiterin der HPS in Burgdorf, meint: «Dieses Projekt ist eine grossartige Form von gelebter Integration von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung.» Und Tae Woodtli, Schulleiterin der Primarschule Lindenfeld, ergänzt: «Die Grenzen zwischen den einen und anderen Schülern verwischen sich und die Andersartigkeit wird zur Normalität.»
Thema dieser Projektwoche waren die vier Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft. 60 Kinder der Mehrjahrgangsklasse vom Lindenfeld und etwa 50 Buben und Mädchen der Heilpädagogischen Schule im SAZ stellten sich mit Eifer, Begeisterung und viel Spass der Herausforderung zur Gestaltung der Elemente. Die Workshops boten reiche Erlebniswelten. Es wurde gebas­telt und gemalt, um die vier Elemente bildlich und zum Teil kunstvoll darzustellen. Stelen mit «Tongebilden» entstanden, bunt bemalte Laternen oder bearbeitete Steine bildeten eine grosse Stadt und im lodernden Feuer wurden Schlangenbrote gebacken. 30 Lehrpersonen und Praktikanten/-innen begleiteten, unterstützten und lobten Eifer und Ausdauer. Dazwischen lud die Hüpfburg zur Entspannung, zu Spiel und Spass ein.

Musik und Tanz
Tanzpädagoge Martin Wanzenried gelang das Besondere: er schaffte es, mit der grossen, quirligen Schar den Solätte-Tanz einzustudieren. Es entstand ein Bild, das die Kraft der Elemente symbolisiert: mit Tüchern (Luft) und selber gebastelten Flammen, Stöcken (Erde) und Chiffontüchern (Wasser). Die Choreografie ist gleichermassen faszinierend wie berührend, belebt durch die Hingabe der Schüler/innen in der Musik von Grieg, Dega und Prokoffjew.
Es dampfte in der Turnhalle, wo bei aller Wildheit aufmerksam den Ausführungen von Martin Wanzenried gelauscht wurde, denn jede und jeder wollte doch ihr/sein Bestes geben. Dass die Schülerinnen und Schüler motiviert mitmachten, ist zu einem grossen Teil seiner professionellen Arbeit zu verdanken. Dank der Unterstützung durch sogenannte Kulturgutscheine des Kantons Bern wurde Wanzenrieds Engagement erst möglich.

Gesellschaft und Kultur
Lehrpersonen, allen voran die Initianten des Projektes, Sabrina Zurbuchen und Christian Frey, nahmen mit dieser Projektwoche und dem Solätte-Tanz eine sehr grosse Herausforderung an mit dem Ziel, Begegnungsmöglichkeiten zwischen den unterschiedlichen Schülerinnen und Schülern und den Erwachsenen zu schaffen. Dies aus der Einsicht, dass beim gemeinsamen Arbeiten, Spielen, Lernen und Tanzen eher Berührungsängste abgebaut und Verständnis füreinander aufgebaut werden könne. Sabrina Zurbuchen meint dazu: «Grundsätzlich sind alle Menschen Individuen mit verschieden gelagerten Stärken und Schwächen. Deshalb ist es wünschenswert, dass in Zukunft eine Projektwoche wie die unsere gar keinen Anlass mehr für einen Zeitungsartikel bietet, da das Miteinander zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist.».

Sylvia Mosimann

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