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«Im Ämmitau deheim»

| Di, 03. Dez. 2019

OBERBURG: Das Seniorenzentrum Oberburg lud am 26. November 2019 unter der Leitung von Geschäftsführerin Irene Minder Ruch zu einer öfffentlichen Besichtigung des Heims ein. ra 

Sie hätte nicht kurzweiliger sein können, die öffentliche Besichtigung des Seniorenzentrums Oberburg von vergangener Woche. Eingeladen worden war per Zeitungsinserat. Geschäftsführerin Irene Minder Ruch hiess die Besuchergruppe am 26. November 2019 herzlich willkommen. Dass unter den Interessierten auch Walter Lüthi weilte, war Zufall. Er beabsichtigt keineswegs, ins Heim einzutreten. Eigentlich hatte er einen Bewohner besuchen wollen, entschied sich dann aus «Gwunder» kurzfristig um und nahm an der Besichtigung teil. Ganz fremd war dem 76-jährigen Oberburger das Haus nicht, war er doch bereits beim Bau Anfang der 1970er-Jahre mit dabei gewesen. Überdies hat seine Tochter im Heim gearbeitet. Lüthis herzliche Art und seine kurzweiligen Geschichten aus dem Alltag lockerten die Tour durchs Haus ungemein auf.

«Gmüetlech wohne»
«Das Heim ist an den Hang gebaut. Deshalb haben wir nur auf einer Seite Zimmer», erklärte Irene Minder. Das Seniorenzentrum verfügt über 57 Zimmer. 17 davon befinden sich im 1. Stock (geschützter Bereich für Demenzkranke). 40 Zimmer liegen in den oberen Geschossen. Alle verfügen über einen eigenen Balkon mit wunderbarer Weitsicht und über eine Nasszelle mit Dusche und WC. Frau Scholl, eine der Bewohnerinnen, war in jüngeren Jahren Kunstmalerin gewesen. Bilder vor und in ihrem Zimmer zeugen noch davon. Die 95-jährige Seniorin und eine weitere Bewohnerin gewährten der Besuchergruppe einen Blick in ihre geschmackvoll eingerichteten Zimmer. Lediglich das Bett und der Nachttisch stehen zur Verfügung. Alle anderen Einrichtungsgegenstände dürfen beim Einzug ins Heim mitgebracht werden.  

«Restaurant für aui»
Die Bewohnerinnen und Bewohner nehmen ihre Mahlzeiten in der Regel im Esszimmer auf der Station ein. Früher habe das Heim über einen grossen Speisesaal im Parterre verfügt. Aktuell mache der Kanton das Wohngruppenmodell beliebt, war von Irene Minder zu vernehmen. Das Seniorenzentrum ist zwischen 2013 und 2016 gesamterneuert und dabei auf den aktuellsten Stand – auch betreffend Wohnen – gebracht worden. Wenn die Bewohner Besuch erhalten, essen sie gerne im hauseigenen Restaurant «Holderblüete». Das Restaurant ist offen für alle, das heisst, auch Nicht-Bewohner sind herzlich willkommen. «Mir lifere ds Ässe» oder «Ässe uf Redli» – auf der Homepage verwendete Dialektaussagen – sind weitere Dienstleistungen des Seniorenzentrums www.seniorenzentrum-oberburg.ch.  

«Wie ne Familie»
Das Seniorenzentrum Oberburg hat sehr überschaubare Strukturen. Es ist gross genug, um professionelle Pflege und Betreuung zu bieten, aber auch klein genug, um persönliche Beziehungen und ein familiäres Miteinander zu pflegen. Um die 90 Mitarbeitende sind im Heim tätig, viele davon in Teilzeit. Als Alterssiedlung zum Selbstständig-Wohnen erbaut, ist das Seniorenzentrum mittlerweile wirklich ein Pflegeheim. «Es chunnt hüt niemer meh eifach so ines Heim cho wohne», so Minder. Der Schritt erfolge stets aus einer Pflegebedürftigkeit heraus. Im Vergleich zu anderen Heimen beherbergt das Seniorenzentrum Oberburg jedoch noch ziemlich viele Bewohnende, welche sehr wenig Pflege benötigen.

«Mir gö genau dr Reihe na»
Im Zuge der Gesamterneuerung war das Seniorenzentrum um einen Viertel vergrössert worden. Allein mit Oberburgern könnte es nicht voll belegt werden. Viele Bewohner kommen von Burgdorf, von Heimiswil, Krauchthal, aber auch von Bern. Bei der Aufnahme komme die Dringlichkeitsliste zum Zug, erklärte Minder. Wenn die erstaufgeführte Person auf dieser Liste betreffend Eintritt kontaktiert werde, sie aber als Argument für den Noch-nicht-Eintritt vorbringe: «Nei. Jtz si grad d Sunneblueme no so schön. Jtz wott ig doch no nid cho», werde sie beim nächsten Mal trotzdem wieder zuerst angefragt und nicht etwa abgestraft. Das Seniorenzentrum verfügt auch über eine sehr lange Warteliste. Auf dem Anmeldeformular kann betreffend Eintritt zwischen den Wünschen «dringend», «mittelfristig» und «vorsorglich» unterschieden werden. – Wer gerne einen ersten Blick ins Seniorenzentrum werfen möchte, erhält am Dienstag, 17. Dezember 2019, oder am Donnerstag, 16. Januar 2020, jeweils ab 15.00 Uhr, Gelegenheit dazu. Eine Anmeldung unter Telefon 034 427 72 27 ist erwünscht.

Barbara Schwarzwald

 

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