Campen im Emmental und Oberaargau

Mo, 21. Mär. 2016

WYNIGEN: Die «Regio­nalkonferenz Emmental» und die «Region Oberaargau» haben in Zusammenarbeit mit «Emmental Tourismus» und «Tourismus Region Oberaargau» Grundlagen erarbeitet, welche die Schaffung eines Netzes von Wohnmobilstellplätzen in der Region erleichtern soll. red

Der Trend geht steil aufwärts. Die Rede ist vom Reisen mit dem Wohnmobil. Mehrheitlich Menschen im Rentenalter, immer noch aktiv und neugierig auf die Welt, ermöglicht das ange­sparte Vermögen den Kauf eines Hauses mit Rädern, welches dank der Frankenstärke deutlich günstiger geworden ist. Aber auch Familien mit Kindern bevorzugen zunehmend das Reisen mit dem Wohnmobil. Die bekannte Bantam-Gruppe verkaufte zum Beispiel im letzten Jahr gegen tausend Wohnmobile in der Schweiz.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Schlechtwetterzonen, überfüllte Städte, politische Krisenherde und andere Unannehmlichkeiten können spontan umfahren oder gemieden werden. Das mühselige Kofferschleppen und Einchecken am Flughafen entfällt. Man wird bequemer, will aber auf einen gewissen Luxus nicht verzichten.
Rund um die Schweiz haben viele Länder und Regionen das Potenzial dieser Art von Tourismus erkannt. Den Campern werden für das kurzzeitige Rasten Stellplätze für ihre Wohnmobile angeboten. Der Bezug von Frischwasser und Elektrizität sowie die Entsorgung von Abwasser und Abfällen gehören meistens zum Standardangebot.
Mitten zwischen dem europäischen Norden und Süden liegt die Region Emmental-Oberaargau. Für die modernen Nomaden eigentlich ein idealer Ort zum Rasten und zum Entdecken von Landschaft, Restaurants und kulturellen Angeboten. Aber die Suche nach einem Stellplatz ist ein schwieriges Unterfangen. Die Reisenden finden nur ganz wenige Angebote in der Region.
Diesen weissen Fleck auf der Landkarte möchte man füllen. Die «Regio­nalkonferenz Emmental» und die «Region Oberaargau» haben in Zusammenarbeit mit «Emmental Tourismus» und «Tourismus Region Oberaargau» Grundlagen erarbeitet, welche die Schaffung eines Netzes von Wohnmobilstellplätzen in der Region erleichtern soll. Anlässlich einer Informationsveranstaltung im Landgasthof zur Linde in Wynigen wurde Interessierten das Konzept vorgestellt. Christoph Hostettler, Präsident «caravaning­suisse», lobte das Projektteam für seine Arbeit und sprach von einem mutigen Schritt in die richtige Richtung. Nach Argumenten zum Campen erläuterte Hostettler auch die zu erwartende Wertschöpfung für die Region. Die Angst vor Lärm und Dreck sei unbegründet. Die allermeisten Mobilhomebesitzer schätzen Ruhe und Sauberkeit sowieso.
Während der anschliessenden Diskussion wurde aber schnell klar, dass die Realisierung eines Stellplatzes für Wohnmobile in der Schweiz mit Steinen gepflastert ist. «Baubewilligung», «Baurecht» und «zonenkonform» sind nur einige Schlagwörter, die als Hindernis gelten. Es wird sicher Durchhaltewillen seitens der Antragsteller brauchen. Im Gegenzug ist eine flexible Einschätzung der zuständigen Behörden zum jeweiligen Projekt in Zukunft ebenfalls erforderlich. Dieses zusätzliche Beherbergungsangebot würde die Region sicherlich touristisch aufwerten, ohne grosse Nachteile zu generieren.

Henry Oehrli
Infos, Bestellung von Leitfaden und Merkblatt:
Regionalkonferenz Emmental, Oberburgstr. 12, 3400 Burgdorf, Telefon 034 461 80 28,
info@region-emmental.ch,
www.region-emmental.ch.

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