Arbeitsalltag in den Werkbetrieben der Stadt Burgdorf

| Mo, 28. Aug. 2017

Burgdorf: Der Gemeinderat Franco Rappa ist zuständig fürs Ressort Tiefbau. Um die Tätigkeitsfelder der Mitarbeiter kennen zu lernen, ging er mit  der «Ghüderwagen-Mannschaft» auf Tour. Dem Bereich Werkbetrieb sind jedoch zahlreiche weitere Aufgaben unterstellt. hkb

Als Gemeinderat der Stadt Burgdorf kümmert sich Franco Rappa seit Januar 2017 um das Ressort Tiefbau. Zu diesem gehören unter anderem die Entsorgung, die Stadtgärtnerei, der Friedhof, Werkhof, Wasser, Abwasser und Strassen. Da Rappa die Tätigkeitsfelder seiner Mitarbeitenden näher kennenlernen möchte, verbrachte er einen Arbeitstag bei der Kehricht­abfuhr. In Leuchtjacke und -hosen gekleidet stellte er sich auf das Trittbrett des Fahrzeuges, sprang bei jedem Standort vom Wagen und schleppte die mehr oder weniger schweren Säcke zum Fahrzeug, wo sie mit Schwung in die Ladewanne geworfen wurden. Der Schwung liess mit der Zeit leicht nach und Rappa spürte, dass diese Männer einen unglaublich hohen körperlichen Einsatz leisten. Einige arbeiten bereits Jahrzehnte hier und haben sich daran gewöhnt, bei Regen, Wind, Schnee und Sommerhitze ihren vollen Einsatz zu geben.
Das Einsammeln des Hauskehrichts wird einmal pro Woche durchgeführt, aufgeteilt auf zwei Tage. An zwei weiteren Tagen kümmert sich die Equipe um den Grünabfall oder um die Altpapierabfuhr, am fünften Arbeitstag um die Grosscontainer und den Abfall der Gewerbebetriebe.
Seit zwei Jahren bringen die Burgdorfer ihre Abfallsäcke an Sammelpunkte. Da lediglich zwei bis drei Männer pro Fahrzeug gemeinsam unterwegs sind, kann der Chauffeur des «Ghüderlas­ters» nun den Beladern helfen. Eine weitere Erleichterung wären vor allem bei grösseren Wohneinheiten Contai­ner, die schneller und kräftesparender entleert werden könnten.
 
Zahlen verdeutlichen die umfangreiche Arbeit bei der Abfallentsorgung
Ein Teamleiter, ein Gruppenführer und fünf Mitarbeiter kümmern sich um die Hauptsammelstelle und neun Nebensammelstellen. Sie entsorgen jährlich 3300 Tonnen Hauskehricht, 1100 Tonnen Altpapier, 1050 Tonnen Grüngut, 580 Tonnen Altglas, 235 Tonnen Karton, 115 Tonnen Altmetall, 73 Tonnen Elektroschrott, 25 Tonnen Haushaltkleingeräte und 450 Kühl- und Elektrogeräte.
Ein weiteres Team kümmert sich um den Strassen- und Gewässerunterhalt. Es pflegt die Bäche im Stadtbereich, 65 km Gemeindestrassen, 9 km Radwege, 38 km Fusswege und Trottoirs und 9800 m2 öffentliche Parkierungsflächen. Diese Flächen, 50 Brunnen und 10 WC-Anlagen werden von der Stadtreinigung regelmässig geputzt und 230 Abfallkörbe und 100 Hundekot-Sammelkübel geleert. Die Angestellten rotieren bei ihren Arbeiten in einem Zweiwochenrhythmus.  

Zum Bereich Werkbetrieb gehören weitere Teams
Ein Team kümmert sich um den Unterhalt und die Wartung der Signalisation und um die Strassenmarkierungen. Die Männer stellen die Plakatierungen auf, ein Mechaniker pflegt und unterhält die Fahrzeuge und Geräte, ein Handwerker trägt die Verantwortung für den Unterhalt der Liegenschaften. Eine weitere Abteilung ist spezialisiert auf den Unterhalt der Abwasseranlagen. Dort werden 60 km Kanalisationsleitungen, 1600 Kontrollschächte und diverse Regenüberlaufbecken und Pumpwerke gewartet. Den Winter bekommen die Angestellten der Bereiche Werkbetriebe und Stadtgrün besonders zu spüren, wenn er denn wirklich kommt. Sie teilen sich die Aufgaben des Winterdienstes, der in der Regel von Oktober bis März ansteht.
Der Verantwortliche für den Bereich Werkbetriebe, Georg Brechbühl, kümmert sich aktiv um eine zeitgerechte Arbeitsorganisation. Aktuell wird gemeinsam mit dem Gemeinderat die Zukunft der Abfallentsorgung besprochen. Dabei werden auch finanzielle Aspekte diskutiert. Momentan liegt der Kostendeckungsgrad der Abfallentsorgung bei 102 %. Diese positive Bilanz ist nicht nur von den Kehrichtgrund- und Sackgebühren abhängig, sondern auch von den Erträgen für Altpapier, Altmetall usw. Die Preisschwankungen sind unberechenbar. Die Altpapierverwertungsstelle Utzenstorf wurde kürzlich an eine Firma in Perlen verkauft. Wie deren Planung aussieht, ist der Öffentlichkeit nicht bekannt.
Die Werkbetriebe bieten eine dreijährige Lehre als Fachmann Betriebs­unterhalt an. Aktuell beschäftigt der Werkbetrieb Burgdorf vier Lehrlinge. Jugendlichen aus der Stiftung Lerchenbühl wird in der Hauptsammelstelle ein Wochenplatz angeboten, um den Einstieg in die Berufswelt zu erleichtern. Zusätzlich kann jeder Einwohner von Burgdorf die Truppen unterstützen, indem er sich um sein eigenes Littering kümmert und nach dem Picknick seine Abfälle richtig entsorgt, statt sie liegen zu lassen.
 
Helen Käser

Neuen Kommentar schreiben

CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und automatisiertem Spam vorzubeugen.

Kommende Events

Stellen

Immobilien

Diverses

Trending

1

Musikalisches Feuerwerk

REGION: Die Regiojugendmusik zeigte ihr Können vor einem zahlreich erschienenen Publikum. Die Mitglieder der Jugendmusik hatten grosse Freude am Projekt und freuen sich bereits auf das nächste Jahr. red