Das neue Bettenhaus ist bezugsbereit

Mo, 08. Jan. 2018

BURGDORF: Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit ist das neue Bettenhaus des Spitals Emmental am Standort Burgdorf bezugsbereit. Am 6. und 7. Januar 2018 wurde es der Öffentlichkeit präsentiert. ra 

Am «Tag der offenen Tür» vom 6. und 7. Januar 2018 bekundeten über 14 000 Besucher ihr Interesse am «111 Mio. Franken»-Projekt und liessen sich auf zwei Rundgängen die Räumlichkeiten zeigen. Die Grundsteinlegung zum Neubau war am 13. August 2015 (der Spatenstich zum Parkhaus bereits am 24. April 2014) und die Bauabnahme am 21. Dezember 2017 erfolgt. Die erwähnte Bausumme beinhaltet das Gesamtprojekt inklusive Parkhaus und Erneuerung des Altbaus. Der Neubau beherbergt den Empfang, vier Pflegestationen à 33 Akutbetten, sieben Intensivstationsbetten (Ausbaumöglichkeiten bis zehn), Ambulatorien wie Chirurgie, Orthopädie, präoperative Sprechstunde, Schmerz­therapie, Kardiologie, Diabetologie und Ernährungsberatung, vier neue Operationssäle (je zwei für ambulante und für stationäre Eingriffe) – ab 2019 sogar sechs (mit zwei OPs im Altbau), das Notfallzentrum im UG 1 mit Schockraum, Gipsraum, fünf Kojen (ab 2019 mit acht), die hausärztliche Notfallpraxis mit Untersuchungs- und Behandlungsräumen sowie den Rettungsdienst mit Einstellplätzen für vier Ambulanzfahrzeuge. Ausserdem sind im Neubau die Apotheke, die Zentralsterilisation, Zentrallager, Lobby mit Erweiterung der Cafeteria und ein Bancomat zu finden.
 
Noch nicht ganz fertig
«Wir dürfen festhalten, dass das Neubauprojekt am Standort Burgdorf auf Kurs ist», liess CEO Anton Schmid an der Pressekonferenz vom 4. Januar 2018 verlauten. Die Bauarbeiten sind nämlich noch nicht ganz abgeschlossen. Nach dem Umzug, der gestern Montag startete, wird das alte Bettenhaus saniert und für die stationäre Psychiatrie bereitgestellt. Der sogenannte «Motor» mit OP, Aufwachraum und Notfall wird fertig umgebaut, der provisorische Eingang zurückgebaut und die Umgebung gestaltet. «Ab 2019 verfügt das Spital Emmental in Burgdorf und Langnau über eine umfassend sanierte und moderne Infrastruktur», so Schmid. Seit 1982 war ausser in den Bürobau Burgdorf bis ins Jahr 2013 nichts mehr in die Infrastruktur der beiden Spitäler Langnau und Burgdorf investiert worden. Der Neubau in Burgdorf wurde ohne Kantonsgelder finanziert.

Zum Nutzen der Bevölkerung
«Wir bauen, weil wir bauen müssen und wollen», so Verwaltungsratspräsidentin Eva Jaisli. Seit dem Jahr 2010 sind die stationären Patienten (mit Übernachtung) von 8431 auf 9599 Ende 2016 angestiegen. Die Anzahl ambulante Patienten (ohne Übernachtung) ist im gleichen Zeitraum von 37 151 sogar auf 52 085 angestiegen. Das Spital Emmental verfolgt eine Vorwärtsstrategie und wirkt der Unterversorgung im Emmental entgegen. Und es muss weiterwachsen, will es dem stetig wachsenden Anteil älterer Patienten mit Mehrfach- und Komplexerkrankungen (Multimorbidität) gerecht werden. Wer glaubt, dass dadurch Überkapazitäten geschaffen werden, der irrt. Die Anzahl Akutbetten pro 1000 Kantons­einwohner lag im Emmental bisher bei 1,4 und seit Anfang dieses Jahres bei 1,8. Der Durchschnitt im Kanton Bern aber ist bei 2,5 – in der Stadt und Agglomeration Bern sogar bei 4,2 Akut­betten pro 1000 Einwohner.

Wohnortsnah und wertorientiert
«Wir sind ein Sekundärversorger», hielt Eva Jaisli fest. Das Spital Emmental habe die Pflicht, eine Ankerfunktion für die primärversorgenden Hausärzte zu übernehmen, mit ihnen zusammen Angebote weiterzuentwickeln, aber auch nach Leistungen Ausschau zu halten, die mit andern geteilt werden können. Als Beispiele wurden «easyCab» (Verlegungstransporte mit dem Spital Thun), die Viszeralchirurgie (mit der SRO AG) und die Orthopädie (mit Sonnenhof-Ärzten) erwähnt. Mit der Eröffnung des neuen Bettenhauses ist eine optimale Ausgangslage geschaffen worden, den Bedürfnissen der Patienten im Hinblick auf die demografische Entwicklung gerecht zu werden, aber auch quantitativ dem Bedarf zu entsprechen und Rahmenbedingungen zu haben, um wohnortsnah Leistungen anzubieten. «Und es ist ganz wichtig, dass wir ein Klima haben, das sich darauf konzentriert, wie die Menschen von hier von uns versorgt werden wollen und was ihre Bedürfnisse sind», schloss Jaisli. Sie sprach einen grossen Dank für die Belegschaft aus, die diesbezüglich hervorragende Arbeit leiste.

Geführter Rundgang
Die Presse-, Radio- und Fernsehschaffenden hatten das Glück, in kleinem Rahmen durch die neuen Räumlichkeiten geführt zu werden. Fragen konnten jeweils vor Ort gestellt werden. Was besonders gefiel und allseits gerühmt wurde, ist das allgegenwärtige Tageslicht. Sämtliche Arbeitsplätze innerhalb des Gebäudes sind damit versorgt. – Alle Patientenzimmer sind mit einem oder zwei Betten bestückt und bei Privatversicherten mit einem Parkettboden ausgelegt. Jedes Zimmer verfügt über eine eigene Nasszelle. Die ambulanten Operationsräume zeigen rechtsseitig eine wandgrosse Fotografie des Emmentals – zur Ablenkung während des Eingriffs. «Im Vergleich zu Spitälern mit einem ähnlichen Versorgungsauftrag sind wir überdurchschnittlich ausgerüstet. Wir schätzen uns sehr glücklich, hier zu arbeiten», liessen zwei Mitarbeitende der Notfallstation abschliessend auf eine diesbezügliche Frage verlauten.

Barbara Schwarzwald

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