Burgergemeinde spricht Kredit für die Sanierung des Casino Theaters

  29.05.2012 Aktuell, Burgdorf

Burgerratspräsident Andreas Grimm erläutert im vollbesetzten Saal des «Sommerhauses» den Burgerinnen und Burgern die leidvolle Vorgeschichte des langsam zerfallenden Casino Theaters, das in den letzten zehn Jahren einerseits ein zunehmend attraktiveres Programm mit steigenden Besucherzahlen vorweisen kann, andererseits unter gravierenden baulichen Mängeln leidet.

Finanzen vorhanden
Grimm erinnert daran, dass der Burgerrat schon vor Jahren – ohne gesetzliche Vorgaben – beschlossen hat, jährlich rund die Hälfte des erwirtschafteten Gewinns in öffentliche Projekte zugunsten der Stadt Burgdorf sowie der umliegenden Agglomeration zurückfliessen zu lassen: «Dank der erfreulichen Vermögenslage unserer Burgergemeinde und der auch künftig zu erwartenden namhaften Ertrags­überschüsse in den Jahresrechnungen sind wir in der Lage, das Casino-Projekt mit drei Millionen Franken zu unterstützen.» Dies vor allem dank einer langfristig ausgelegten Bodenpolitik, denn der Burgerrat gibt Bauland nur im Baurecht ab. «Obgleich die Baurechtszinsen rund 40 Prozent unter den üblichen Zinsen liegen, erwirtschaften wir Jahr für Jahr bedeutende Überschüsse», so Grimm.
Neben dem einmaligen Beitrag von drei Millionen Franken für die Sanierungs- und Umbaukosten, wobei ein vom Burgerrat zu bestimmender Teil für die Zeichnung von neuen Aktien der Casino Theater AG zu verwenden ist, beantragt der Burgerrat, einen jährlich (auf vorerst vier Jahre befristeten) wiederkehrenden Beitrag von maximal 150 000 Franken an die Kosten des Theaterbetriebes zu bezahlen. Die Burgerversammlung erfährt, dass dieser Beitrag der Summe entspricht, welche die Burgergemeinde von der Stadt Burgdorf und der künftigen Regionalkonferenz an die Betriebskosten der Stadtbibliothek erhält (ebenfalls maximal 150 000 Franken). Laufzeit und Summe sind für das Casino und die Stadtbibliothek identisch.

Gesichertes Mitspracherecht
Laut Grimm beabsichtigt der Burgerrat, nicht nur zu zahlen, sondern in Zukunft beim Betrieb des Casino Theaters auch ein wichtiges Wort mitzureden. «Im Rahmen eines Aktionärsbindungs-Vertrages mit der Stadt Burgdorf, die künftig gleich viele Aktien besitzen wird wie die Burgergemeinde, wird letzterer die Hälfte der Casino-Verwaltungsratssitze sowie das Verwaltungsratspräsidium zugesichert», informiert Grimm über den erstmals bekannt gewordenen Vertrag. Darüber hinaus wir die Burgergemeinde an die anstehende Sanierung der Markthalle, die sich ebenfalls im Rahmen von zehn Millionen Franken bewegt, keine Beiträge leisten. «Die grosse finanzielle Entlastung beim Casino Theater ermöglicht es der Stadt, sich hier mit einem höheren Beitrag zu engagieren», so Grimm.
Die Jahresrechnung 2011 schliesst mit einem Gewinn von knapp 990 000 Franken. Diskussionslos passieren nach detaillierten Begründungen drei Nachkredite von total 280 000 Franken. 

Gerti Binz


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