Ein gar nicht so verflixtes siebtes Jahr

  27.02.2013 Aktuell, Burgdorf, Kultur

Zusammenkunft «handverlesener» Artisten
«Bei der Krönung machen auch in diesem Jahr wieder einerseits langjährige Bühnencracks mit, die ihre neuen Nummern zeigen wollen. Mit dem Walliser Zauberer Lionel und dem Slammer Raphael Kaufmann sind aber anderseits auch zwei vielversprechende Newcomer mit weniger Bühnenerfahrung mit dabei», so Festivalmitorganisatorin Nicole D. Käser. Wichtig bei der Zusammenstellung des Programms sei, dass dem Publikum etwas Neues gezeigt werde und dass möglichst viele Bereiche der Kleinkunst abgedeckt würden. Bei den Auswahlkriterien der künstlerischen Darbietungen setzen die Veranstalter auf Empfehlungen von bekannten Fachleuten, Freunden oder auf eigene Kontakte. So ist das seit 2007 jährlich Anfang Jahr stattfindende Kleinkunstfestival, das Künstler/innen und deren Produktionen, Veranstalter/innen, Agenturen und Publikum zusammenführt, nicht nur eine Zusammenkunft von, sondern auch eine Plattform für «handverlesene» Artisten. Dass die Krönung einen hohen Stellenwert in der Kulturszene Schweiz hat, beweisen die Live-Aufzeichnung von SRF und die Ausstrahlung in «Spasspartout» in den vergangenen Jahren. «Zahlreiche Künstler/innen konnten durch die bisherigen Krönungen in der Schweizer Kleinkunstszene Fuss fassen», weiss Mitveranstalter Tobias Kälin.

Kleinkunst-Demokratie
Unmittelbar nach der Krönung 2012 setzte sich das Organisationsteam schon wieder zusammen und begann bereits mit der Beratung rund um das Repertoire des diesjährigen Festivals. Der Blick ins aktuelle Programm zeigt: Die Palette der Künstler ist 2013 so bunt wie die Kleinkunst vielfältig. Künstler aus den Sparten Kabarett, Beatboxing, Zauberei, Bewegungs- und Musiktheater sowie neue Formen der Kleinkunst werden an der «Krönung» die Lachmuskeln des Publikums beanspruchen und zum Mitfühlen und Nachdenken anregen.
Die 16 Artisten(gruppen) treten an den zwei Spielabenden in insgesamt vier Blöcken auf und stellen sich der harten Konkurrenz. Jeder Artist erhält
20 Minuten, um sich auf der Bühne um Kopf und Kragen zu spielen. Am Ende wählt das Publikum die vielversprechendste Produktion aus, krönt nicht nur den König der Kleinkunst, sondern mit Hofnarr, Ritter, Prinz, Herzog, Barde, Scharfrichter und Graf gleich den ganzen Hofstaat. Doch wie Nicole D. Käser betont, beruht der den Artisten zugesprochene Adelstitel vielfach auf der Wahl ihrer Produktion. Eine eigentliche Hierarchie in der Bewertung gebe es an der Krönung daher nicht. «Während zwar nur eine Produktion gekrönt wird und nur ein Künstler den Titel ‹König› mit nach Hause nehmen darf, müssen die Artisten, die die Krone errungen haben, in der ‹Late Night Show› nochmals ihr Bestes geben, währenddem die anderen Geadelten in der Garderobe schon ihr Bier geniessen», lacht sie.

«Männer-Krönung» 2013
Dass der breite Mix an hochkarätigen Akteuren in diesem Jahr ausschliesslich aus Männern besteht, ist letztendlich kein Zufall mehr, verrät Tobias Kälin. «Nachdem die einzige weibliche Künstlerin ihre Teilnahme wegen Mutterschaft absagen musste, zeichnete sich bei der Planung der ‹Krönung 2013› die Männerdominanz bereits relativ früh ab. So beschlossen wir, für einmal tatsächlich eine reine Männer-Krönung zu zelebrieren», erläutert er. Gemäss Tobias Kälin hätte das Organisationsquartett, bei dem auch die Partner aus der Ostschweiz, Pascal Mettler und Heike Siegel, mitmischen, im siebten Jahr – das Filmfreunde spätestens seit Billy Wilders Klassiker als «verflixt» taxieren – alles in allem nicht mit mehr Stolpersteinen zu kämpfen gehabt als in den Vorjahren. So bietet das Programm der «Krönung 2013» wiederum ein gelungenes Blickfenster auf aktuelle und zukünftige Grössen der Kleinkunst. Moderiert werden die zwei Blöcke mit insgesamt acht Produktionen am Freitag vom Büezer-Comedian-Duo Hell & Schnell. Am Samstag führen die Berner Komiker Schertenlaib & Jegerlehner durch das Programm, das mit der zusätzlichen «Late Night Show» des Gewinners endet. 

«Krönung – Die Siebte»: Freitag, 8., und Samstag, 9. März 2013, www.theaterburgdorf.ch.

Nadine Wiggenhauser


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