Grossprojekt Hochwasserschutzmassnahme ist in Planung
28.03.2013 Aktuell, WynigenAllen Wynigerinnen und Wynigern ist der 21. Juni 2007 sicher noch in bester Erinnerung, als nach einem heftigen Gewitter der Chappelenbach den Dorfkern sowie sämtliche Keller und auch die Werkräume in den Schulhäusern überflutete. Dank des Grosseinsatzes der Feuerwehr und unzähliger freiwilliger Helferinnen und Helfer konnte das Schlimmste verhindert werden, und es gab glücklicherweise keine Opfer zu beklagen.
Die materiellen Schäden hatten ein riesiges Ausmass. Seit 2008 ist nun der Vorstand der Schwellenkorporation Wynigen in Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt des Kantons Bern, vertreten durch Projektleiter Christoph Matti, und dem Planungsbüro Kissling und Zbinden daran, eine Lösung zu finden. Nach nun abgeschlossener Planung wurden die Gemeindebürger/innen zur Mitwirkungsversammlung eingeladen.
Gemäss Wasserbaugesetz ist die Schwellenkorporation der Gemeinde Wynigen verantwortlich für einen sicheren Hochwasserschutz. Ihrer Verantwortung bewusst, liess diese eine Gefahrenkarte ausarbeiten und es zeigte sich, dass Wynigen eine Gemeinde mit hohen Gefahrengebieten ist. In weiteren Schritten wurden Verhandlungen mit Landeigentümern geführt, die ihren Boden für das Projekt zur Verfügung stellen würden, und klare Richtwerte festgesetzt. Hanspeter Oppliger, Gemeinderat und Ressortchef Tiefbau Wynigen, legte den Anwesenden die Grundsatzhaltung der Vorstandsmitglieder dar.
Schutz für Leben und Sachwerte
Das Wichtigste ist für sie ganz klar der Schutz für Leben und Sachwerte. Dabei soll die Schadensverhütung wirtschaftlich und das Bauwerk der Natur und dem Landschaftsbild angepasst sein. Für die Grundeigentümer sollen keine finanziellen Nachteile entstehen und die Nutzung des Landes weiterhin möglich sein, wenn auch nicht mehr ganz im gleichen Rahmen wie vorher. Besonders ihre Anliegen sind dem Vorstand sehr wichtig. Zudem sollen die Unterhaltskosten des Bauwerkes gering sein.
In äusserst spannenden Erläuterungen zeigten die beiden Vertreter des Planungsbüros, wie so ein Rückhaltebecken überhaupt funktioniert. Es ist ganz offensichtlich, dass der Chappe-
lenbach in gefährlichen Situationen zu viel Wasser und auch viel Schwemmholz führt.
Tobias Weiss betonte, dass verschiedene Möglichkeiten geprüft wurden, wie zum Beispiel die verdeckten Betonkanäle durchs Dorf offenzulegen und zu verbreitern oder sogar einen Entlastungskanal zu bauen. Nach Berechnungen der Kosten-Nutzen-Verhältnisse zeigte es sich jedoch, dass der Bau eines Rückhaltebeckens, welches die in Richtung Dorf abfliessende Wassermenge auf zehn Kubikmeter pro Sekunde drosseln würde, das Richtige wäre. Die Tatsache, dass beide Bäche, der Chappelenbach sowie der Gitzerbach, einbezogen werden müssen, gab den Ausschlag für den Standort in der Bädlimatte. Der Rückhaltedamm mit -becken würde sich entlang der Gemeindestrasse Haselmatte – Mistelberg befinden. Die Strasse müsste leicht abgesenkt werden, damit eine optimale Höhe erreicht werden könnte.
In Tat und Wahrheit darf man von einem Grossprojekt sprechen. Dementsprechend sind auch die Kosten, die sich grössenmässig bei drei Millionen Franken bewegen inklusive Landerwerb und Entschädigungen. Davon würden zirka zwei Drittel als Subventionen von Kanton und Bund getragen. Die Mitwirkungsphase dauert noch bis am 19. April. Bis dahin kann der Wasserbauplan auf der Gemeindeverwaltung eingesehen werden und die Bevölkerung hat Gelegenheit, Fragen und Verbesserungsvorschläge anzubringen.
Rosmarie Stalder

