Vortrag über Kinästhetics – Lebensqualität im Alter

  24.04.2013 Aktuell, Koppigen, Bildung, Region, Kultur

Die regionale Kommission für Altersfragen hatte erneut einen interessanten und lehrreichen Anlass im Wohn- und Pflegeheim St. Niklaus organisiert und für diesen Nachmittag Rosmarie Lädrach als Rednerin eingeladen. Sie ist Kinästhetics-Trainerin, also die Expertin, die sich intensiv mit dem Thema «Kinästhetics» beschäftigt und den Anwesenden Informationen weitergab, wie sie ihre eigenen Fähigkeiten pflegen können, dass das Älterwerden und Altsein nicht zwangsläufig mit zunehmender Unbeweglichkeit einhergehen muss.

Kinästhetics hat mit der Wahrnehmung der eigenen Bewegungen zu tun. Als Baby ist der Mensch total hilflos, doch innerhalb eines Jahres lernt er unheimlich viel. Er probiert laufend neue Dinge aus und merkt, dass es ihm Spass macht. Streckt er sich, kann er Gegenstände erreichen und irgendwann steht er auf seinen kleinen Füsschen. So geht es weiter und er ist dauernd am Lernen und Üben. Im Laufe der Jahre verändern sich die Bewegungen und alles, was nicht mehr geübt wird, ist eines Tages nicht mehr möglich und wird verlernt. Das heisst jedoch nicht, dass wir die Bewegungen nicht wieder lernen können.

Das Zauberwort heisst also «üben, üben, üben». Rosmarie Lädrach wies deutlich darauf hin, dass das Bewegungsverhalten sehr viel zur Lebensqualität im Alter beitragen kann. Die Angst vor Stürzen ist bei alten Menschen sehr gross. Sie setzen oder legen sich auch nicht mehr auf den Boden, weil sie Angst haben, dass sie nicht mehr aufstehen können. Sie haben es nicht mehr trainiert. In der Altenpflege ist Kinästhetics ein wichtiges Thema. Es ist von grosser Bedeutung, dem Patienten nur diejenige Hilfeleistung zu geben, die er braucht. Alles andere tut er selbst.

Rosmarie Lädrach zeigte den interessierten Anwesenden, wie man einem Gestürzten beim Aufstehen die beste Hilfestellung gibt. Beide sollen sich dabei nicht überanstrengen. Sie gab auch den Rat, dass sich jede und jeder hie und da auf den Boden legen oder setzen und dann versuchen sollte, wieder aufzustehn. Dies ganz nach der Devise: Übung macht den Meister – und nicht gleich aufgeben.

Bei Kaffee und Kuchen aus der Küche des Pflegeheimes fand der Nachmittag unter angeregten Gesprächen seinen Abschluss.

Rosmarie Stalder


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