Überbauung Gerbematte Rüegsauschachen

| Mi, 01. Mai. 2013

RÜEGSAUSCHACHEN: Nun geht es weiter mit der Überbauung der Gerbematte. An einer öffentlichen Versammlung präsentierten Gemeinderat und Planer das neue Bauvorhaben, welches 61 alters- und familiengerechte Wohnungen vorsieht. red

Zwei Jahre nach dem Konkurs der Genossenschaft Wohnen im Alter (WIMA) kommt wieder Bewegung in die Überbauung der Gerbematte in Rüegsauschachen. An einer öffentlichen Versammlung präsentierten Gemeinderat und Planer das neue Bauvorhaben, welches gemäss Vorprojekt 61 alters- und familiengerechte Wohnungen vorsieht.
Im Jahr 2006 genehmigten die Rüegs­auer Stimmberechtigten eine erste Überbauungsordnung für die im Zentrum gelegene Gerbematte. Vorgesehen war damals nach den Plänen eines Langnauer Architekturbüros die Erweiterung des Altersheims und der Bau von Alterswohnungen entlang der Gerbestrasse.

In der Überbauungsordnung waren auf einer noch immer der Gemeinde gehörenden Landfläche ebenfalls drei Baufelder für zusätzliche Wohnungsbauten senkrecht zur Alpenstrasse vorgesehen. Realisiert wurde in der Zwischenzeit einzig die Altersheimerweiterung, deren äusserst gewöhnungsbedürftige Gestaltung nach wie vor Anlass zu (negativen) Diskussionen in der Bevölkerung gibt. Die Genossenschaft Wohnen im Alter (WIMA) hatte die Absicht, die Altersbauten im gleichen Stil zu realisieren. Das Vorhaben scheiterte, die Genossenschaft ging in Konkurs und die Genossenschafter verloren ihr einbezahltes Geld.

Private Initiative statt Genossenschaft
Lange blieb es gegen aussen still, doch in den vergangenen Monaten wurde auf Initiative von Peter Blaser, Verwaltungsratspräsident der Blaser Swisslube AG, in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat Rüegsau und der Stiftung Alters- und Pflegeheim Hasle-Rüegsau für das ganze Areal eine neue Planung erarbeitet.

Basierend auf einem Vorprojekt der Zürcher Büros Stadler Vogel Architekten AG erarbeitete das Planungsbüro «ecoptima» eine Überbauungsordnung für das ganze Areal, welche die seinerzeit erarbeiteten planerischen Grundlagen ersetzen soll.

Die an einer öffentlichen Mitwirkungsversammlung vorgestellte Planung hat nicht mehr viel Ähnlichkeit mit der Planung 2006, welche im Jahr 2009 wegen der möglichen Realisierung einer Nahwärmeversorgung sogar noch abgeändert wurde. Einzig der lange Baukubus entlang der Gerbestrasse, der vor allem für altersgerechte Wohnungen vorgesehen ist, erinnert noch an die seinerzeitige Überbauungsordnung.

Die übrigen Baufelder, ursprünglich senkrecht zur Alpenstrasse, sind nun parallel zur Strasse angeordnet. Vorgesehen sind statt der ursprünglichen Satteldächer nun Flachdächer, was eigentlich nicht dem Rüegsauer Baureglement entspricht. Im Vorprojekt vorgesehen sind laut Architekt Jürg Vogel insgesamt 61 alters- und fami­liengerechte Wohnungen mit einer zum Teil gewerblichen Nutzung im Erdgeschoss, wovon deren 32 als 2½-Zimmer-Wohnungen ausgestaltet sind.

Von einem Versammlungsteilnehmer wurde allerdings festgestellt, dass, gestützt auf Erfahrungen mit Alterswohnungen in anderen Gemeinden, dieser Anteil zu hoch sei. Gerade Leute, die bisher in einem Einfamilienhaus oder in einer grossen Wohnung gelebt hätten, würden sich trotz eingeschränkter Mobilität in solchen Kleinwohnungen eingeengt fühlen. «Das Projekt sieht eine fast ausschliessliche Versorgung der Überbauung durch erneuerbare Energien vor, basierend auf Grundwasser, Wärmepumpen und Sonnenkollektoren», erklärte Architekt Jürg Vogel.

Berechtigte Forderung nach mehr öffentlichen Parkplätzen
«Wir brauchen vermehrt öffentliche Parkplätze für das Kirchgemeindehaus und das Altersheim und die sieht man weder in der Überbauungsordnung noch im Vorprojekt», wurde aus der Mitte der Versammlung moniert. Planer Richard Trachsel von der «ecoptima» wollte das zwar nicht so sehen und stellte fest, dass für die Überbauung die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl Parkplätze vorhanden sei. Vergessen ging bei der ganzen Planung offensichtlich, dass vor Jahren eine Landabtretung der Kirchgemeinde im Bereich der Gerbematte nur unter dem Vorbehalt erfolgte, dass eine bestimmte Anzahl Parkplätze für das Kirchgemeindehaus, das keine eigenen besitzt, erstellt würde. Der ehemalige Gemeindepräsident Peter Dubach empfahl sowohl dem Gemeinderat als auch den Planern, vor der Fortsetzung der Planungsarbeiten doch einmal die alten Akten zu studieren, denn ohne diese Verpflichtung hätte die Kirchgemeinde ihren Landanteil nicht abgetreten.

Genehmigung der Planung frühestens Anfang 2014
Bis zum 15. Mai 2013 liegen die Planungsunterlagen noch in der Gemeindeschreiberei Rüegsau zur öffentlichen Mitwirkung auf. Nach der Vorprüfung durch den Kanton, welche von Juli bis Oktober dauern soll, kommt im November / Dezember 2013 die öffentliche Auflage. Sofern nichts dazwischen kommt, kann an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom Februar oder März 2014 über die Überbauungsordnung befunden werden. Anschliessend erfolgt das ordentliche Baubewilligungsverfahren für die verschiedenen Bauten.

Natürlich muss an einer Urnen­abstimmung auch noch der Verkauf des gemeindeeigenen Landes an die Bauträgerschaft beschlossen werden, wofür laut Gemeindepräsident Fritz Rüfenacht mehr als eine Million Franken in die Gemeindekasse fliessen soll.

Ernst Marti

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