Grosses Spitalbauvorhaben am Standort Burgdorf

  29.08.2013 Aktuell, Region, Burgdorf, Gesellschaft

Das Spital Emmental ist für die Gesundheitsversorgung von 130 000 Einwohnern im Emmental verantwortlich. Es kann an seinem Standort in Burgdorf bereits heute mit einer Bettenbelegung von über 97 Prozent nicht alle Patienten für einen stationären Aufenthalt aufnehmen. Vergangenes Jahr mussten mehr als 300 Patienten abgewiesen werden. Betreffend Spitalbetten ist das Emmental gesundheitlich unterversorgt. Während in der Stadt Bern 5,2 Betten pro 1000 Einwohner zur Verfügung stehen, sind es im Emmental gerade mal 1,5 Betten.

Grösster Arbeitgeber im Emmental
Als grösster Arbeitgeber im Emmental erwirtschaftet das Spital Emmental einen volkswirtschaftlichen Nutzen für die Region von ca. 400 Mio. Franken pro Jahr. Aber auch für das Spital Emmental gilt: Kosten senken, Leistungen effizienter erbringen, für die Mitarbeitenden attraktiver werden. Die Bedürfnisse in den letzten Jahren haben sich stark verändert: Der Notfall, als Erstanlaufstelle besonders auch für Zuwanderer, die keinen Hausarzt haben, ist stark überlastet. Die Aufenthaltsdauer im Spital ist deutlich kürzer geworden. Die Patienteneingriffe sind komplexer. Und ein nicht unwesentlicher Grund für das Bauvorhaben ist der Kanton Bern, der es als Eigentümer des Spitals unterlassen hat, die nötigen Unterhaltsarbeiten vorzunehmen.

Private Finanzierung
Das Spital Emmental ist das erste öffentlich-rechtliche Spital im Kanton Bern, das sein Bauvorhaben auf privater Basis finanzieren muss. Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern hat im Frühling 2011 eine Mitfinanzierung der Bauvorhaben der Regionalspital Emmental AG aus dem Spitalinvestitionsfonds abgelehnt. Mittels Zusammenschluss von mehreren Banken soll das Bauvorhaben nun finanziert werden. Einen substantiellen Teil muss das Spital selber über die Erträge abdecken. «Das Spital muss also kostengünstig und effizient wirtschaften», erklärte CEO Adrian Schmitter an der Medienorientierung.

Bau in fünf Etappen
Noch in dieser Woche erfolgt die Baueingabe für die erste Phase. Bereits Ende Jahr ist der Spatenstich vorgesehen. Hans-Rudolf Gmünder, Gesamtprojektleiter Bau, erläuterte den Anwesenden die geplanten fünf Bauetappen. Die ersten zwei umfassen das dreigeschossige Parkhaus mit 290 Parkplätzen ostseitig und den Psychiatrieneubau, ebenfalls auf drei Geschossen, mit 40 anstelle von bisher 18 Betten am Standort des Helilandeplatzes. Dieser wird aufgehoben. Während des Umbaus wird der Psychiatrieneubau als Akutbettenstation genutzt. In Etappe drei werden ein komplett neuer Eingangsbereich, eine neue Notfallzufahrt und die neue Anlieferung realisiert. In Etappe vier wird der Behandlungstrakt im 1. Untergeschoss umgebaut. Es entsteht ein zusätzlicher Operationssaal, die Intensivstation wird neu zehn Betten umfassen und nebst dem Röntgen und der Notfallstation wird auch die Tagesklinik einquartiert. Der Umbau und die Erweiterung des Bettenhauses mit neu 130 anstelle von 100 Akutbetten sind im Jahr 2017 bis Mitte 2018 vorgesehen. Auf Ende 2018 wird mit dem Abschluss der Arbeiten gerechnet.

145 Millionen Franken
Laut Recherchen der «Berner Zeitung» setzen sich die Gesamtsanierungskos­ten von 145 Mio. Franken wie folgt zusammen: Die Kosten des aktuellen Detailprojekts mit einer Gesamterneuerung belaufen sich auf 107 Mio. Franken. Die Neubauten von Psychiatrie und Parkhaus sind im Betrag nicht enthalten. Für das gesamte Bauprojekt in Burgdorf entstehen somit Kosten von ca. 122 Mio. Franken. Die restlichen 23 Mio. Franken ergeben sich aus den Unterhaltsinvestitionen für die beiden RSE-Standorte Burgdorf und Langnau in den nächsten sieben Jahren. Laut Jean-Philippe Jeannerat, Informationschef der Gesundheits- und Fürsorgedirektion, handelt es sich um ein sorgfältig erarbeitetes Projekt, beruhend auf einer ambitionierten Entwicklungsstrategie der Regionalspital Emmental AG.

Barbara Schwarzwald




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