Selbsthilfezentrum Burgdorf wird geschlossen

  23.09.2013 Aktuell, Burgdorf, Gesellschaft

 

Der Verein Selbsthilfe BE hat gemäss Leistungsvertrag mit der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern den Auftrag, Personen, die sich für das Thema Selbsthilfe oder für eine Selbsthilfegruppe interessieren, kostenlos und vertraulich zu beraten sowie Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Zu diesem Zweck führt die Organisation vier regionale Beratungszentren in Bern, Biel, Thun und Burgdorf, welche der Bevölkerung als niederschwellige Informations-, Vermittlungs- und Kontaktstellen dienen. Das Angebot von Selbsthilfe BE wird rege genutzt und konnte in den vergangenen zehn Jahren stetig ausgebaut werden. Kantonsweit gibt es heute über 220 von Selbsthilfe BE unterstützte Selbsthilfegruppen für die unterschiedlichsten somatischen, psychischen und psychosozialen Leiden. Pro Jahr kommen rund 15 neue Selbsthilfegruppen hinzu. Der Kanton Bern unterstützt die Organisation heute leistungsabhängig mit rund 700 000 Franken pro Jahr.

Als Folge der rigorosen Sparmassnahmen des Kantons Bern im Sozial- und Gesundheitswesen treten nun jedoch einschneidende Änderungen ein: Selbsthilfe BE muss aufgrund der Kürzungen der Kantonsbeiträge im Jahr 2014 einen Betrag von rund 60 000 Franken und ab dem Jahr 2015 weitere 45 000 Franken einsparen. Der Vorstand von Selbsthilfe BE hat deshalb einschneidende Sparentscheide fällen müssen, welche nicht ohne Folgen für das heutige Leistungsangebot bleiben werden: Die beiden Beratungszentren in Thun und Burgdorf werden per 1. Oktober 2014 geschlossen. Die betroffenen Mitarbeitenden werden in die beiden Beratungszentren Bern und Biel integriert. Über die Weiterführung des zweisprachigen Beratungszentrums Biel wird bis Mitte 2015 definitiv entschieden. Im ersten Halbjahr 2014 erfolgt zudem auf dem heutigen Personalbestand von 480 Stellenprozenten ein Abbau von 60 Stellenprozenten. Diese Stellenkürzung, welche faktisch dem Abbau einer Teilzeitstelle entspricht, soll nach dem Willen des Vorstands ohne Härtefal durchgeführt werden.

Der Vorstand bedauert die Sparmassnahmen zutiefst und zeigt sich enttäuscht darüber, dass die kantonalen Sparvorgaben die erfolgreiche, wirkungsvolle und nachweislich auch kostensenkende Selbsthilfe als wichtiges Standbein des Gesundheits- und Sozialwesens im Kanton Bern treffen.

zvg




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