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| Sa, 09. Nov. 2013

BURGDORF: Auf Einladung des Samaritervereins Burgdorf, Kirchberg, Ersigen, Ober- und Niederösch referierte Dr. med. Christine Rauber-Lüthy, über «tägliches und aussergewöhnliches aus dem Tox». red

 

Auf Einladung des Samaritervereins Burgdorf, Kirchberg, Ersigen, Ober- und Niederösch referiert Dr. med. Chris-tine Rauber-Lüthy, Leitende Ärztin des Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrums Zürich, über «Tägliches und Aussergewöhnliches aus dem Tox». 29 Frauen und 4 Männer, teilweise Ärztinnen, Fachpersonal und Spezialisten, geben Anrufenden täglich 24 Stunden Auskunft, beruhigen, verweisen nach ersten Berichten von Betroffenen oder Eltern an Spitäler oder den Hausarzt und erteilen Ratschläge für Sofortmassnahmen.

 

Vergiftungen

2012 lagen mit 10 650 oder 36,1 % der Anfragen Vergiftungen mit Medikamenten an erster Stelle, die vor allem Kinder verschluckt hatten. Im Haushalt sind flüssige und feste Putzmittel in Griffnähe gefährlich, oft werden speziell wirksame (leider auch farbige) Säuren und Laugen in Trinkflaschen abgefüllt (7 968 Telefonate, 27 % Anfragen). Giftige Pflanzen (Beeren, Blätter usw.) schlugen mit 2457 Anrufen (8,3 %) zu Buche, technisch gewerbliche Produkte mit 1832 Telefonaten (6,2 %). Mutters Kosmetik kann schmecken (1662 Telefonate, 5,6 %), giftige Pilze verursachten 530 Anrufe (1,8 %) und Gifttiere 317 Telefonate (1,1 %).

Christine Rauber zählt auf, was alles den Weg Richtung Magen nimmt: Heizöl, Benzin, Lacke, Möbelpolitur, Fleckenmittel, Farben, Weichspüler, Toilettenreiniger, Knopfbatterien, Parfüme, Lippenstifte, Säuren und Laugen aus Trinkflaschen: «Es gibt nichts, was nicht schmeckt.» Sie warnt dringend davor, irgendetwas Artfremdes in Trinkflaschen abzufüllen. Pilze sollte man immer kontrollieren lassen.

 

Seit 40 Jahren kein Todesfall

Die Tox-Leiterin weiss zwar von seltenen Schlangenbissen, doch sei in der Schweiz seit 40 Jahren niemand mehr daran gestorben. Giftig sind Juraviper und Kreuzotter. Wer gebissen wird, zwei Einstiche auf der Haut feststellt und nicht weiss, was für eine Schlange es war, sollte sich umgehend beim Arzt oder im Spital melden: «Hand, Arm oder Bein abbinden, ruhig halten und ab zum Arzt.»

Christine Rauber erläutert den Samariter-Vertreterinnen von Wynigen, Lützelflüh, Grünenmatt und Affoltern sowie dem Publikum anhand zahlreicher Beispiele, welche Anfragen im Tox eingehen und wie geholfen wird. Eisenhut und Herbstzeitlose (statt Bärlauch) führen immer wieder zu Anfragen, desgleichen Tollkirschen, Engels-trompeten, Eiben, Vogelbeeren und Kirschlorbeer, der «Renner» unter den Vergiftungen. Bei den Pilzgerichten verursacht der «Knolli» (Knollenblätterpilz) am meis-ten Probleme mit teilweise sehr ernsten Krankheitsverläufen.

Gerti Binz

Notruf Tox-Infozentrum Tel. 145. Internationaler Notruf aus dem Ausland: Tel. 044 251 51 51.

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