Bäume wurden stückweise ausgeflogen

  20.12.2013 Aktuell, Burgdorf

Pünktlich um 8 Uhr am Freitagmorgen weckt der Lärm des Helikopters auch die Langschläfer im Schlossmattquartier. Ein Teil der über ein Dutzend Fachleute in oranger Arbeitskleidung und mit Helm hat den Bachabschnitt bei der Fussgängerbrücke Gruner-/Amietstrasse bereits beidseitig gesperrt, während andere letzte Vorbereitungen in den Gärten der dortigen Liegenschaften für die Baumfäll-Aktion treffen. Einige Tage vorher haben Spezialisten die betreffenden Bäume farblich markiert und lange Taue im Geäst angebracht, falls ein Eingreifen von Hand nötig würde.

Hoch durch die Luft
Peter Burkhalter, Teamleitung Grünanlagen in der Baudirektion Burgdorf, ist mit den Vorbereitungsarbeiten zufrieden. Auch der Helikop­ter ist pünktlich eingetroffen. Auf die Frage, nach welchen Kriterien jetzt gefällt wird, erläutert er: «Die Bäume stehen hier schon sehr lange und sind entsprechend gewachsen. Wegen der Bruchgefahr stellen sie ein Problem dar. Die Bäume stehen unmittelbar am Bach und sehr nahe an den hiesigen Einfamilienhäusern, was mit jedem zusätzlichen Jahr ein noch grösseres Problem wird.»

Schon einige Zeit vorher ist jeder Baum auf dieser Bachseite genau inspiziert worden, vor allem bezüglich der Bruchgefahr. Das betrifft primär die Erlen und Weiden. Von Buchen und Eschen geht eine weniger grosse Bruchgefahr aus, dafür leiden Eschen bisweilen unter der Eschentriebwelke. Zwei solche Exemplare müssen ebenfalls weichen. «Nachdem festgelegt worden ist, welche Bäume der Kettensäge zum Opfer fallen sollen, haben wir wegen der nur wenige Meter entfernten Häuser und Gartenanlagen beschlossen, zum Abtransport einen Helikopter einzusetzen.»

Zahlreiche Zuschauer
Obgleich es am Morgen eisig kalt ist, nimmt die Zahl der interessierten Zuschauer laufend zu. Immerhin verspricht der weithin hörbare Lärm des Helikopters «action», was sich viele nicht entgehen lassen wollen. Entsprechend fallen die Kommentare der Umstehenden aus, wenn wieder ein grosses Stück Baum an der
langen Leine Richtung Heli hinaufgezogen und dann über die Köpfe einiger Hausbesitzer abtransportiert wird.

Der Luftstrom des in zirka zehn Metern Höhe schwebenden Helis ist noch so stark, dass leere Flaschen vom Gartentisch gefegt und herumgewirbelt werden. Dazu weht es kleine Äste und Reif von den immer noch weissen Bäumen. Baumstämme und Äste werden auf der Wiese am Ende der Thunstrasse aufgeschichtet und anschliessend vor Ort zersägt und gehäckselt. Das Material wird danach in die Verbrennung gebracht.

Auftrag ausgeschrieben
Laut Burkhalter sind die Bäume entlang des Wöschhüslibachs bereits vergangenen Frühling inspiziert worden. Mittels einer Auftragsausschreibung wurde entschieden, welches Vorgehen sinnvoll, sicher und kostengünstig ist. «Die Sicherheit schlug kostenmässig am meisten zu Buche», hält Burkhalter fest. «In Burgdorf wird erstmals eine Baumfällaktion mittels Helikopter durchgeführt. Ob das einmalig bleibt oder zur Regel wird, entscheidet sich nach der Analyse aller Zahlen. Immerhin ist diese Aktion sehr schnell und sicher», fasst er zusammen.

Gerti Binz


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