Burgdorf als idealer Fachhochschulstandort

  25.03.2014 Aktuell, Burgdorf, Bildung / Schule

Nachdem die drohende Schliessung des Fachhochschulstandortes Burgdorf abgewendet werden konnte, werden nun die ersten Zukunftspläne für den hiesigen Standort geschmiedet. Sicher ist, dass die Berner Fachhochschule ihre Standorte und Departemente konzentrieren muss. Ein erster Vorschlag wird nun vom Burgdorfer Gemeinderat präsentiert, der eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben hat, welche die Entwicklung der Fachhochshule berücksichtigt, verschiedenste Varianten analysiert und deren Kosten kalkuliert. Ebendiese Studie kam nun zum Schluss, dass ein Campus für das Departement «Wirtschaft, Gesundheit, Soziale Arbeit» (WGS) auf dem «Gsteig» die beste Lösung darstellt.

Elisabeth Zäch, Stadtpräsidentin Burgdorf, äussert sich im Gespräch mit der «D’REGION» zur aktuellen Situation.

«D’REGION»: Die soeben vorgestellte und von der Stadt Burgdorf in Auftrag gegebene Studie hält fest, dass Burgdorf ein idealer Standort für die Berner Fachhochschule ist. Was sind die zentralen Vorteile der Stadt?

Wir können rasch und kostengünstig auf dem Fachhochschulareal Gsteig das ganze gewichtige Departement «Wirtschaft, Gesundheit, Soziale Arbeit» in einem Schritt konzentrieren und damit die Berner Fachhochschule für die Zukunft fit machen. Den Studierenden stellen wir einen modernen Neubau zur Verfügung, attraktiv kombiniert mit den beiden alten Tech-Gebäuden. Dies wird ein Top-Campus an bestens erschlossener Lage, von allen Richtungen mit dem ÖV optimal erreichbar.

«D’Region»: Weshalb rasch und kostengünstig?
Rasch, weil es keine komplizierten Kaufverhandlungen braucht und auch nur ganz geringfügige planerische Anpassungen notwendig sind. Kostengünstig, weil das ganze Areal bereits dem Kanton gehört und längst abgeschrieben ist. Somit bieten wir eine Lösung an, die eine Viertelmilliarde günstiger ist als die ursprünglich vorgesehene Variante mit je einem Campus in Bern und Biel. 

«D’REGION»: Wie hoch stehen die Chancen, dass das gesamte Departement «Wirtschaft, Gesundheit, Soziale Arbeit» tatsächlich in Burgdorf angesiedelt wird?
Unsere Karten sind gut, unsere Trümpfe stechen: Der Kanton Bern kann bei seiner heutigen Finanzsituation unser Angebot doch schlicht nicht ausschlagen! Es ist bildungspolitisch top, finanziell sehr interessant und erst noch regionalpolitisch ausgewogen. In unserem grossen Kanton braucht es nicht nur eine starke Hauptstadt, sondern auch attraktive regionale Zentren. Sie sollen ebenfalls ihr Bestes zugunsten des ganzen Kantons leisten können.

«D’REGION»: Wird der Fachbereich Gesundheit nicht eher in Bern und somit in der Nähe des Inselspitals verbleiben?
Der Fachbereich Gesundheit ist in keiner Weise auf die Nähe zum Inselspital angewiesen. Die Studierenden werden modulmässig geschult, sind also für eine bestimmte Zeit auf ihrem Campus und danach in ihren Praktika. Auch die direkte Verbindung zur Insel-Forschung ist ein Scheinargument. Wir sprechen hier von einer Fachhochschule, und diese konzentriert sich vor allem auf angewandte und nicht auf Spitzenforschung. Insofern ist für die «Gesundheit» die Nähe zu einem Regionalspital entscheidender. Das Distanzargument ist im übrigen heute ohnehin ein schwaches. Die modernen Kommunikationstechniken lassen eine Zusammenarbeit über Kontinente zu. Also sollte dies eigentlich vom Gsteig zum Inselareal auch funktionieren.

«D’REGION»: Welches Szenario schwebt Ihnen vor, falls die Variante eines Campus mit dem Departement «Wirtschaft, Gesundheit, Soziale Arbeit» scheitert?
Aktuell streben wir diese Lösung an, denn sie ist die beste. Sowohl für die Berner Fachhochschule als auch für den ganzen Kanton Bern. Ein alternatives Szenario besteht nicht.

«D’REGION»: Zur Standortevaluation der Fachhochschule ist eine Begleitgruppe angekündigt. Ist schon bekannt, wer in dieser Gruppe vertreten sein wird?
Es gab vor rund einem Jahr ein erstes informelles Treffen, zu dem Regierungsrat Pulver eingeladen hat. Da waren diverse und die richtigen Vertreter/innen aus Stadt und Region eingeladen. Ich vertraue darauf, dass Herr Pulver auch zu den kommenden intensiven Verhandlungen eine starke Emmentaler Vertretung einlädt.

«D’REGION»: Dass Burgdorf weiterhin ein Standort der BFH bleiben wird, ist sicher. Wann wird der Entscheid betreffend WGS gefällt?
Dies kann ich nicht sagen, denn es hängt vom Gang der Verhandlungen in der Begleitgruppe ab. Eines ist aber gewiss: Spätestens mit dem Investitionskredit für den Campus in Biel muss auch die Lösung für Burgdorf vorliegen. So hat es der Grosse Rat in einer Planungserklärung mit überwältigendem Mehr festgehalten. Der Antrag für den Bieler Campus soll im Lauf des Jahres 2017 vors Parlament kommen. Also wissen wir allerspä-testens dann, welche Fachhochschulausbildungen in Burgdorf angeboten werden.

Interview: Jasmin Welte

 


Image Title

1/10


Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote