Solarprojektwoche in Oberburg
29.05.2014 Aktuell, Oberburg, Bildung / SchuleEs regnete die ganze Woche. Ein Solarprojekt bei diesem Wetter durchführen? Ist das nicht ein wenig unlogisch? Überhaupt nicht, denn wir Menschen sind enorm von der Sonne abhängig, auch wenn es einmal regnet. Denn ohne Sonne gibt es kein Leben auf der Erde und vor allem keine Energiequellen wie Erdöl, Erdgas, Wind- und Wasserenergie. Energie, die für uns als unverzichtbar gilt. Was wären wir Menschen, wenn es diese Energie nicht gäbe.
In der Projektwoche mussten die 7. und die 8. Klassen Dächer von verschiedenen Gebäuden in der Gemeinde erfassen. Bei eisigen Temperaturen gingen die Kinder vom Dorf Oberburg bis Zimmerberg, Breitenwald, Rohrmoos, Tannen und Lauterbach.
Am Dienstag machte die 8. Klasse von Lucia De Masi eine Fahrradtour auf dem Energieweg. Zuerst besuchten sie Jenni Energietechnik AG. Sie besichtigten ein Jenni-Haus, das vollständig mit Sonnenenergie versorgt wird. Ein Begleiter der Jenni AG informierte die Schüler/innen, über das Unternehmen und wie wichtig die Sonnenenergie ist. Die Schüler/innen machten einen Rundgang durch die Firmenanlage und konnten jede Arbeitsstätte besichtigen. Dann besuchten sie die Fachhochschule für Informatik in Burgdorf. Dort konnten die Schüler/innen einen künstlichen Blitz beobachten und lernten den Aufbau einer Solarzelle kennen.
Bei Wind und Wetter fuhren Schüler/innen mit dem Velo bis in die entlegensten Ecken der Gemeinde, um zu berechnen und zu erfassen, welche Gebäude geeignet für eine Solaranlage sind. Beim Erfassen der Dächer mussten die Kinder bei jedem Dach herausfinden, welche Seite am längsten dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, welchen Winkel das Dach hat und wie viel der Dachfläche genutzt werden könnte. Die Daten wurden jeweils auf der Greenpeace-Website «solarmacher.ch» eingegeben. Auf der Internetseite wurde dann errechnet, wie viel Strom ein Haus oder mehrere Häuser produzieren würden. So kann nun jeder Einwohner der Gemeinde Oberburg schauen, ob sein Haus für eine Solaranlage geeignet ist und falls ja, wie viel Energie diese produzieren könnte.
Die Schüler/innen zeigten Ausdauer, Leistung und trotz der schwierigen meteorologischen Bedingungen hohe Motivation. Sie wurden belohnt, indem sie keine Hausaufgaben hatten.
Auch ihre Freizeit konnten die Schüler/innen geniessen. Neben anstrengender Arbeit durften die Kinder auch Spiele durchführen und konnten in den Pausen Tee und Gebäck zu sich nehmen.
Am Donnerstag der Projektwoche arbeiteten die Kinder nicht draussen, sondern im Schulhaus. Am Freitag sollten sie dann zeigen, was sie in der Projektwoche erlebt und erarbeitet hatten.
In verschiedenen Gruppen arbeiteten die Schüler/innen tüchtig und mit guten Ideen an ihren Vorträgen und Präsentationen vom Freitag. Am Freitagmorgen wurde noch einmal geübt und alles für den Abend vorbereitet.
Endlich war der grosse Abend da. Nachdem in der Aula alles aufgestellt war und noch einmal der Ablauf erklärt wurde, wurden die Türen geöffnet. Es dauerte nicht lange und die Aula war voll von Besuchern. Die Gala begann mit einer Ansprache der Gemeindepräsidentin Rita Sampogna. Nach ihren einleitenden Worten hielten die Schüler/innen der 8. Klasse ihre Vorträge und Präsentationen vor. Danach sprachen noch die Leiter von Jugendsolar Greenpeace, Fritz Wyss von der EWO und Ruedi Brenner, ehemaliger Schulleiter. Nach der Vorstellung konnten die Besucher im Nebengebäude bei einem Apéro in Gesprächen austauschten.
Trotz ungünstigern Wetterbedingungen machte es den Schüler/innen Spass und auch die Gemeinde hofft, dass eines Tages ein Grossteil des benötigten Energiebedarfs durch Sonnenenergie erzeugt werden kann, könnte doch das Emmental durch erneuerbare Energien 80 Prozent des Energiebedarfs decken.
Janick Klossner

