Saniertes Krematorium erstrahlt in neuem Glanz
22.06.2014 Aktuell, Burgdorf, GesellschaftWer sich schon immer gefragt hat, wie es hinter den Fassaden eines Krematoriums zugeht, hatte an diesem Tag die Gelegenheit, die Räumlichkeiten und Abläufe näher kennenzulernen. Zahlreiche Interessierte jeden Alters haben sich eingefunden, um das vollendete Werk der Sanierung zu begutachten – und den Krematoren ordentlich auf den Zahn zu fühlen. «Kam es bei den Kremationen schon einmal zu Verwechslungen der Personen?» – dies nur eine der vielen Fragen der Besucherinnen und Besucher, welche von den Mitarbeitern des Krematoriums fachkundig beantwortet wurden. Zu Verwechslungen kam es noch nie, denn jeder Schritt ist genau überlegt und wird schriftlich festgehalten, damit jeder Mitarbeiter stets auf dem neusten Stand ist. Was jedoch schon mal vorkommen kann, ist, dass der Kremator nach der Verbrennung einen ganzen Klumpen Gold aus dem Ofen holt. Von diesem Erlebnis erzählte ein Mitarbeiter und betonte zudem, dass er das Goldstück selbstverständlich nicht behalten habe. «Das kommt alles in die Urne. Mich würde es äusserst belasten, wenn ich etwas entfernen würde.» Mehr als künstliche Gelenke, die nach den Kremationen übrig blieben, gab es an Schaurigem nicht zu sehen.
Das Krematorium Burgdorf besteht seit dem Jahre 1955 und wurde damals nach den Plänen von Ernst Bechstein I erbaut. Im Sommer 2013 fiel der Startschuss für die umfassende Gesamtsanierung, die zuvor im Dezember 2012 vom Stadtrat bewilligt worden ist. Schwerpunkte der Sanierung stellten die Rauchgasanlage und die Aufbahrungsräume sowie der Kremationsofen dar. Da die Installationen, Bausubstanzen und Ausstattungen weitgehend noch aus dem Jahr 1955 stammten, waren dringend Anpassungen nötig; zumal auch die heute geltenden Vorschriften der Luftreinhaltung eingehalten werden müssen. Nun erstrahlt das Gebäude in neuem Glanz und meistert den schmalen Grat zwischen neuen Technologien und traditionellen Stilelementen. Dass sich das Ergebnis der langen Arbeit sehen lassen kann, wurde durch die staunenden Gesichter der Besucherschaft letzten Freitag bestätigt. Und was meinten sie zum Berufsalltag der Krematoren? «Es muss einem gegeben sein, für mich wäre das nichts», äusserte sich eine Besucherin, und stellte anschliessend fest: «Aber es braucht Leute, die auch das machen, schliesslich ist sterben etwas ganz Natürliches.» Eine dankbare Erkenntnis an einem sehr gelungenen Tag der offenen Tür.
Sarah Tanner

