Eine Welt von Farbe und Wort

  23.11.2014 Aktuell, Burgdorf

Er habe schon immer gezeichnet, sagt Heinz Kellner, denn das sei die Grundlage des bildnerischen Schaffens. Mit der Malerei dagegen befasst er sich erst eingehend, seit er seine Tätigkeit als Arzt aufgegeben hat. In Kursen, u.a. an der Kunstgewerbeschule in Bern, eignete er sich die nötigen handwerklichen Voraussetzungen dazu an. Aber auch als Autor befasst er sich mit der Malerei, «denn Farbe und Wort sind für mich nicht voneinander zu trennen». Das Buch «Jetzt» (2013) enthält neben dem Bildteil Reflexionen und Gedichte, «Du und die Farbe» (2014) nähert sich dem Phänomen Farbe in umfassender und packender Weise von verschiedensten Seiten her an: physikalisch, psychologisch, sprachlich, historisch, kunsttheoretisch.
Die Bilder von Heinz Kellner sind in der Regel von einer Farbe geprägt, mit Vorliebe von Rot oder Blau. Kontrastiert werden sie von Schwarz, der «Königin der Farben», wie er Eugène Delacroix zitiert. Zunächst erkennt man auf den Bildern grosse Formen, die in spontaner Malerei in die Fläche gesetzt sind, oft mit einer breiten Bürs­te, und sich dynamisch aufeinander beziehen. Dann aber entdeckt man, wie sie sich durch Farbabstufungen in den Raum hinein öffnen, es erscheinen zum Beispiel Anklänge an eine Landschaft; das Gegenständliche wird dabei ins Abstrakte überführt. So wird der Blick aus der Ebene in die Tiefe geleitet. Bei aller inneren Bewegung wirken aber die Bilder ausgeglichen, in einer harmonischen, spannungsvollen Balance. Dazu tragen auch die eingefügten Buchstabenfolgen bei, die als formale Elemente den Einstieg in die Komposition erleichtern und mit ihren strengen Formen einen Kontrast zum freien Pinselstrich schaffen.
Wesentlich ist für Heinz Kellner, dass die Malerei nicht durch rationale Planung entsteht, sondern dem Erleben, dem Gefühl, dem Geistigen entspringt. «Malerei ist verkörperte Spiritualität.» Diese Einsicht vermittelt er in seinen Bildern als unmittelbare Anschauung. Und er rät: «Verweilen Sie beim Betrachten, nur Langsamkeit bringt Vertiefung.»Hans Baumann
Die Vernissage findet am Samstag, 22. November, von 13.00 bis 16.00 Uhr statt. Die Ausstellung dauert bis zum 27. Dezember 2014.


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