Krippenspiel in Burgdorf

  25.12.2014 Aktuell, Burgdorf, Bildung / Schule

Vergangene Woche spielten 19 Schülerinnen und Schüler gemeinsam ein Schultheater, ein Krippenspiel. Die kleinen Schauspielerinnen und Schauspieler zogen das Publikum in ihren Bann. Der Saal des Kirchgemeindehauses war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Lampenfieber der Kinder spürte man nur, solange sie hinter der Bühne standen. Danach konnte man die Freude der Verkleideten fühlen und in ihren Stimmen hören. Sie boten ein äusserst gut vorbereitetes Weihnachtstheater. Die Texte erzählten die Verkündigung des Engels Gabriel, verdeutlichten die Stimmung der Hirten auf dem Feld, die Not von Maria und Josef, die keine Herberge finden konnten und später den Besuch der drei Könige aus dem Morgenland. Neben den Texten in Versform sangen die Kinder Weihnachtslieder, die zu der jeweiligen Handlung passten – und das alles auswendig.
Begleitet wurden die Gesänge von Geigenklängen sowie Blockflöten- und Gitarrenmusik. Der Engel Gabriel sang als Solo das Lied «Vom Himmel hoch da komm ich her…» oder die glücklich strahlende Maria bat ihren Mann «Josef, lieber Josef mein, hilf mir wiegen mein Kindelein...», worauf Josef das Kind in seine Arme nahm und ihr ebenfalls singend antwortete. Es waren rührende Momente, gelebt von den Kindern auf der Bühne.

Nicht alle Kinder schienen gleich locker aufzutreten. Die einen sprachen mit leiser Stimme, andere laut und kräftig, die einen hatten rote Wangen vor Aufregung, andere wirkten eher blass. Einige traten mit blonden Locken auf die Bühne, andere mit dunklen Haaren, wieder andere mit Brille, barfuss oder in Socken. Auch in der Grösse unterschieden sich die Schülerinnen und Schüler sowie in ihrer Religionszugehörigkeit. Aber all diese Unterschiede spielten keine Rolle, denn der gemeinsame Auftritt stand im Mittelpunkt, das Erlebnis auf der Bühne.

Die Lehrerin Lucia Graf erklärte an einem Elternabend im September, dass sie einen Bühnenauftritt mit der ganzen Klasse plane. Für die einen sei es ein Krippenspiel, ein Weihnachtstheater, für die anderen ein Schultheater. Diese Thematisierung war ihr äusserst wichtig, denn in ihrer Klasse sitzen acht Moslems, eine Buddhistin sowie katholische und reformierte Christen. Sie wollte niemanden zu diesem Auftritt zwingen, doch die Offenheit der Lehrerin übertrug sich auf die Eltern. Alle wollten ihren Kindern die Teilnahme ermöglichen.

Zum Schluss sangen die Kinder mit ihrer Lehrerin ein spanisches Weihnachtslied aus Brasilien und liessen ihre Stimmen voll und laut erklingen. Die Erleichterung über das gelungene Weihnachtsspiel war ihnen deutlich anzuhören. Nach einer Zugabe wünschte Lucia Graf den Christen ein gesegnetes Weihnachtsfest und allen anderen frohe Festtage. Eltern, Grosseltern, Nachbarn und Freunde beglückwünschten danach die Kinder und die Lehrerin für den erfolgreichen und gelungenen Auftritt. Die Sterne schienen in dieser Nacht besonders hell zu leuchten.

Helen Käser


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