«Stadt ohne Tod» – Theatererlebnis in der Kirche

  26.02.2015 Aktuell, Rüegsau, Kultur, Gesellschaft

Mit der Vorstellung des «Theater 58» in der Kirche Rüegsau bot die Kulturgruppe Ezetera der Kirchgemeinde Rüegsau dem Publikum ein nachhaltiges Erlebnis. «Stadt ohne Tod», von der Ordensschwester Silja Walter (1919 – 2011) unter der Regie von André Revelly, berührte, machte betroffen, nachdenklich. Das Spiel war kein chronologischer Ablauf leicht «konsumierbarer» Szenen, sondern lud ein zur Auseinandersetzung mit dem Tod und der Auferstehung von Jesus – respektive  Aleph.

Filmemacher und Regisseur Hajo will in einem Film die Figur Jesus neu, zeitgemäss, weit entfernt vom Mystischen inszenieren. Nicht als «Auferstandenen», sondern als Menschen mit Gefühlen, Wünschen, Neigungen – «so wie du und ich».

In der Realisierung und Personenbesetzung des Stückes findet Schauspiel-Regisseur Hajo die Herausforderung. Er durchlebt das Risiko des Künstlers, der zwischen Realität und Fantasie nicht mehr unterscheiden kann. Die Protagonisten identifizieren sich im Rollenspiel, ein schwieriges Unterfangen, das durch die «Stärke» der Sprache und die musikalische Kolorierung zum emotionalen Wechselbad für das Publikum wird.

Mit dem Tod Jesu und der Auferstehung als Inhalt des Theaters soll in der Aufhebung von Zeit und Raum der Versuch gezeigt werden, das Entsetzen des Geschehens in der Leichtlebigkeit des «Heute» zu inszenieren. Die gebotene Gefühlspalette ist gross, von lyrisch und zart bis fordernd, aufwühlend und faszinierend. Es war, ohne zu werten, keine leichte Kost, in welcher Empfindungswelten kollidierten und gerade deshalb zum Adaptieren des Geschehens in den ganz persönlichen Alltag einluden – oder herausforderten.

Sylvia Mosimann


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