Endspurt im Milano Nord

  25.04.2015 Aktuell, Wirtschaft, Burgdorf, Kultur, Gesellschaft

Die verbleibende Zeit soll genutzt werden, um das Warenlager zu verkaufen und mit den Gästen das «alte» Milano Nord ausklingen zu lassen, bevor .
Der Wechsel ist Chance und Abschied zugleich. Thomas Wyder und Stefan Fankhauser freuen sich auf ihre neuen Herausforderungen in Zürich, trauern aber auch um ihr geliebtes Milano Nord, das sie per Ende April verlassen werden. Der vorgeschobene Termin ergibt sich aus dem beruflichen Engagement von Stefan Fankhauser, das bereits am 1. Mai beginnt. Ohne Stefan in Küche und Service ist das Milano Nord um ein wesentliches Element ärmer, was den Entschluss begünstigt hat, per Ende Monat zu schliessen. «Wir wollen noch einmal mit all unseren Gästen anstossen und Gelegenheit bieten, zu sehr guten Konditionen ein Lieblingsstück aus unserem Sortiment zu erstehen. Wer jetzt nicht zugreift, wird es bereuen», schmunzelt Geschäftsmann Thomas Wyder.
Die verbleibenden Tage sollen genutzt werden, um im Blumen- und Einrichtungsbereich mit guten Angeboten das Lager zu räumen und die vielen Milano-Nord-Gäste noch ein letztes Mal zu bewirten. Der schöne Frühling macht es leichter, Haus und Gastgebern genussvoll auf Wiedersehen zu sagen, bevor es zu einer Umbau- und Einrichtungspause bis Anfang Juli kommt. Ab dann werden Vanessa Wirz und Rebeca Fajardo das Milano Nord neu konzipieren und mit weiteren Nutzungen ergänzen. «Wir haben vor, auf dem Gastro-Konzept von Thomas und Stefan mit unseren eigenen Ideen aufzubauen. Es soll ein lebendiger Ort mitten in der Stadt werden, offen und gastfreundlich.» Die beiden Schwestern sind seit Jahren in der Gastronomie tätig und zeigen sich überzeugt von der Lage des Milano Nord und dem Potenzial, das Burgdorf bietet. Ihre Ankündigung für eine Neuauflage des Milano Nord hat bereits viele Interessenten angelockt, die sich mit einer Nutzung einmieten wollen.
Ebenfalls besorgt um einen reibungslosen Übergang ist Hausbesitzer und Vermieter Paul Hasler. Er hat zusammen mit Gerald Kappeler 1999 das erste Milano Nord konzipiert und betrieben und weiss, dass es eine Herausforderung ist, längerfristig zu bestehen. «Es sind nicht die Mieten, die den Betrieben hauptsächlich zu schaffen machen, sondern die Personalkosten für die langen Öffnungszeiten.» Das Milano Nord bietet mit seinen 300 m2 eine Fläche zu sehr moderaten Preisen, wie Hasler betont. «Ich habe auf dieses Konzept Rücksicht genommen beim Mietpreis und war weit unter dem Schnitt hier im Bahnhofquartier.» Dass es nun doch nicht bruchlos weitergeht, schmerzt alle, soll aber die fünf Jahre mit Thomas Wyder und Stefan Fankhauser nicht trüben: «Wer nichts wagt, kann nichts gewinnen.» In diesem Sinn war der Einsatz hoch, ebenso aber auch der Gegenwert, der hier fünf Jahre lang zu geniessen war. Burgdorf verliert ein wichtiges Stück Stadtkultur, freut sich aber bereits auf die Nachfolge im Juli.

zvg


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