25 Jahre Selbständigkeit durch Kreativität

  30.05.2015 Aktuell, Wirtschaft, Region, Burgdorf

Der heute 49-jährige Alain Aebi wurde in Genf geboren und wuchs später in einer Unternehmerfamilie in Huttwil auf. Nach der Schule entschied er sich für die Lehre zum Goldschmied in Bern. «Was etwas speziell an meinem Werdegang war, ist, dass ich ausser während der Lehre nie angestellt war, sondern mich sofort selbständig gemacht habe. Dies ergab sich aus der Tatsache, dass ich bereits während meiner Ausbildung Aufträge von Freunden, Verwandten und Bekannten erhielt, welche ich in einem ‹Kleinst-atelier› ausführte», erzählt Alain Aebi. Nach erfolgreichem Abschluss der Lehre ging Aebi seinem Handwerk in einer Ateliergemeinschaft in Huttwil nach, bis es ihn 1996 nach Burgdorf neben das Casino Theater zog. «Ich war damals auf der Suche nach etwas städtischerem Gebiet, einem grösseren Ort, und wurde in Burgdorf fündig. Der Beruf des Goldschmieds ist uralt und so fand ich es äusserst passend, mein Atelier in der Altstadt Burgdorfs zu eröffnen», so Aebi.
Doch wie viele wissen, ist die Altstadt Burgdorfs gewerbetechnisch nicht mehr das, was sie früher einmal war. 2003, mit dem beginnenden Niedergang der Altstadt, handelte Aebi: «Es reichte weder damals noch heute, in seinem Laden zu sitzen und auf Kundschaft zu warten. Marketing ist für mich ganz klar ein Teil des Selbständigseins», erklärt Aebi. So schuf er, zusammen mit einer Grafikerin und einem Informatiker, eine digitale Visitenkarte, sprich eine Internetseite. Den Fokus legte er dabei bewusst auf Eheringe, da dieses Segment damals noch nicht so beworben wurde. Aufgrund der noch geringen Anzahl an Websites von Goldschmieden im Internet konnte Aebi durch seine weltweit zugängliche Visitenkarte zahlreiche Kunden aus der ganzen Schweiz akquirieren.
Heute besitzt Aebi drei «Standbeine»: sein Atelier in Burgdorf, seine Werbeplattform im Internet sowie das Ausstellen auf dem nationalen Parkett des gestaltenden Handwerks. In seinem Atelier stellt Aebi Einzelanfertigungen oder Kleinserien in allen Edelmetallen, teils mit Halbedel- oder Edelsteinen verziert, her oder führt Erweiterungen, Restaurationen oder Umbauten an Schmuckstücken aller Art durch. «Ich sehe mich selbst nicht als Künstler, sondern als kreativ arbeitenden Handwerker, ähnlich wie ein Schreiner oder früher ein Tischler. Das Spannende an meinem Beruf ist, dass er stark von einer Ritualisierung geprägt ist. Eheringe oder Freundschaftsringe symbolisieren die Bindung zweier Menschen, Familienerbstücke sind mit Geschichten behaftet und Taufketten begleiten ein Kind vielleicht ein Leben lang. Jede Kultur trägt Schmuck und sehr oft ist dieser mit Bedeutungen oder Ritualen verknüpft», sinniert Aebi.
Man merkt schnell, dass Aebi in seiner Jugend den richtigen Beruf gewählt hat und diesen mit viel Herzblut, Expertise und unternehmerischem Geschick ausübt!

Felix Glauser
Weitere Informationen:
www.goldschmied-aebi.ch.


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