Schüsslersalze und Pflanzentinkturen zur Behandlung beeinträchtigter Nerven
29.05.2015 Aktuell, Burgdorf, GesellschaftDer öffentliche Vortrag im Schützenhaussaal in Burgdorf stiess auf reges Interesse bei der Bevölkerung.
Der Pharmazeut Thomas Zbinden von der gleichnamigen Apotheke in Burgdorf hatte diesen Abend organisiert, um seiner Kundschaft die Behandlung mit Schüsslersalzen und Pflanzentinkturen näherzubringen. Der Referent Jo Marty, Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Biochemie nach Dr. Schüssler, schrieb bereits Bücher zu diesem Thema und verfügt über umfangreiche Berufserfahrung, da er selber therapeutisch tätig ist.
Zuerst erklärte Marty die biochemischen Prozesse bei der Behandlung nach Dr. Schüssler. Diese Methode wurde vor 140 Jahren vom Homöopathen Wilhelm Heinrich Schüssler entwickelt und basiert auf der Annahme, Krankheiten entstünden unter anderem durch Störungen des Mineralhaushalts der Körperzellen und könnten durch die Einnahme von Mineralstoffverbindungen korrigiert werden. Alle diese Mineralsalze sind im menschlichen Körper vorhanden und wirken als Betriebsmittel.
Hauptthema war die Behandlung von Störungen der Nerven, wobei der Referent betonte, dass die verschiedenen Systeme im Körper nicht voneinander getrennt werden können, sich gegenseitig beeinflussen. So werden die 12 Grundsalze auch bei Störungen der Niere, der Leber, der Lunge oder weiteren Organen verabreicht. Das Nervensystem ist verantwortlich für die Nachrichtenübermittlung und den Informationsaustausch. Die Schüsslersalze ersetzen keine Nahrung, dienen lediglich zur Regulation im Körper, erleichtern die Funktion der Nervenleitung. Anhand von Beispielen erläuterte Marty die Behandlung mit verschiedenen Grundsalzen, wobei er biochemische Prozesse im Detail behandelte, was für Laien vielleicht eher schwer nachvollziehbar war.
Eine weitere Therapiemethode, die Gemmotherapie, wirkt auf pflanzlicher Basis. Dabei werden Knospen und junge Triebe von Bäumen und Sträuchern im Frühjahr in einem bestimmten Entwicklungszyklus geerntet und frisch in einer Mischung aus Wasser, Alkohol und Glyzerin zur Mazeration angesetzt. Sie enthalten die ganze Kraft der künftigen Pflanze und stellen darum eine Art Konzentrat an Energie und Vitalität dar. Die Phytotherapie oder Pflanzenheilkunde gehört zu den ältes-ten Therapieformen überhaupt. Die Mittel werden aus ganzen Pflanzen oder Pflanzenteilen hergestellt.
Kombinationen von Phyto- und Gemmotherapie und Schüsslersalzen sind möglich und werden gelegentlich als Kombinationspräparate im Handel angeboten.
Helen Käser

