Ein Konzert für die ganze Familie

| Sa, 12. Sep. 2015

BURGDORF: Anlässlich des Jahres der Klarinette sowie des Familienkonzerts «Alles Klar? ...inetten» vom 13. September 2015, unterhielt sich «D’REGION» mit Cornelia Kindler (CK) und Stephan Siegenthaler (SS) über dieses vielseitige Instrument sowie das Konzert. red

«D’REGION»: Wie fanden Sie zur Klarinette und in welchem Alter begannen Sie zu spielen?
CK: Durch meinen Vater, der selber Klarinette spielte, begann ich im Alter von neun Jahren mit dem Klarinettenunterricht an der Musikschule Burgdorf bei Andreas Ramseier. Meine ersten Spielversuche habe ich an der Musikschule Burgdorf gemacht, und darf nun selber an dieser Musikschule unterrichten. Dies finde ich besonders schön.
SS: Ich habe mit zehn Jahren angefangen, Klarinette zu spielen. Die Klarinette wurde mir als Instrument schmackhaft gemacht, mit dem man verschiedene Musikstile spielen kann. Zu Beginn faszinierten mich seine Möglichkeiten im Jazz, später haben mich Klarinettenstücke aus der Klassik und Romantik begeistert, sei es das Klarinettenkonzert von Mozart oder das Klarinettenquintett von Brahms.

«D’REGION»: Auf dem Flyer des Konzerts sieht man viele verschiedene Klarinetten. Wie unterscheiden sich diese?
CK/SS: Prinzipiell sind nur die Längen der Korpusse sehr verschieden, die Blas- und Grifftechnik ist für alle Klarinetten, von der Kontrabass- bis zur kleinen Es-Klarinette, praktisch gleich. Das erleichtert den Wechsel zwischen den diversen Klarinetten sehr.
 
«D’REGION»: Gibt es so etwas wie eine «Standard-Klarinette», welche in den Orchestern verwendet wird, oder wird dies je nach Werk / Epoche entschieden?
CK/SS: Standard ist die Klarinette in B. Dies ist die gebräuchlichste Klarinette im Orchester und der Blas- und Volksmusik. Nach der Klassik und Romantik kommen dann im Orchester die Bassklarinette und Es-Klarinette dazu. Ein Sonderfall ist das Bassetthorn – eine Altklarinette –, welches zum Ende der Klassik zu Zeiten Mozarts seine Blütezeiten hatte.

«D’REGION»: Frau Kindler, Sie unterrichten an verschiedenen Musikschulen in der Region. Was gefällt Ihnen besonders am Unterrichten?
CK: Die Freude und die Neugierde der Kinder, aber auch der Erwachsenen sowie das gemeinsame Musizieren.

«D’REGION»: Auf was für einer Klarinette lernen Kinder spielen und ab welchem Alter?
CK: Die Kinder beginnen meistens auf der gebräuchlichen Bb-Klarinette. Das Alter spielt nicht so eine Rolle, denn auch ein früher Einstieg auf der
Klarinette ist möglich, denn da kann gut auf die C- oder Es-Klarinette ausgewichen werden, wenn die Hände noch zu klein für die Bb-Klarinette sind. Und wer ganz früh (5- bis 6-jäh­rig) beginnen will, lernt auf der Tigerklarinette.

«D’REGION»: Herr Siegenthaler, was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Musikerleben?
SS: Zu einem guten Musikverständnis gelangt man durchs Kennenlernen des Umfelds, in dem die Stücke entstanden sind. Dies gibt mir stets neue Einsichten und Erkenntnisse in unsere Kulturgeschichte. Dann ist jedes Konzert eine Herausforderung, man will das Beste geben und selbst dies möglichst immer noch verbessern. Schliesslich ist Musik eine direkte emotionale Botschaft und löst seelische Prozesse aus, die einen berühren und bewegen. Also ist Musik gut für Hirn, Hand und Herz. Ich empfinde mein Musikerleben als ganzheitlich und deshalb als sehr befriedigend.

«D’REGION»: Was war Ihr bisheriges musikalisches Highlight?
SS: Es ist mir nicht möglich, einzelne Highlights zu nennen. Für mich ist das Zusammenspielen mit dem legendären Oboisten Heinz Holliger immer wieder ein Höhepunkt. Solche Konzerte mit Heinz Holliger finden regelmässig bei den «klangartconcerts» im Museum Franz Gertsch in Burgdorf statt.

«D’REGION»: Die beiden Konzerte vom Sonntag, 13. September, sind explizit «für die ganze Familie». Wie äussert sich dies im zusammengestellten Programm?
SS: Die Stücke sind kurz und abwechslungsreich, es gibt intim Melancholisches und schmissige Melodien –beides Spezialgebiete der Klarinette!
CK: Ein klarinettistisches Feuerwerk, eine wunderbare, farbige Palette wird gezeigt, durch welche die ganze Klarinettenfamilie in all ihren Facetten zum Zuge kommt. «Vo auem e chli», oder einfach: Wunderplunder, schön und kurzweilig.

Zu den Personen
Cornelia Kindler unterrichtet Klarinette an diversen Musikschulen der Region. Zudem ist sie Zuzügerin in diversen Orchestern, widmet sich rege der Kammermusiktätigkeit und ist Mitglied des Cavallini Klarinettenquartetts.
Stephan Siegenthaler ist langjähriger Soloklarinettist im Sinfonie Orchester Biel und kann eine rege internationale Tätigkeit als Solist und Kammermusiker vorweisen. Zahlreiche Erstaufnahmen sowie Auftritte in Radio und TV widerspiegeln seine grossen künstlerischen Aktivitäten. Zudem ist er Gründer der Konzertreihe «Klang Arts» in Burgdorf.

zvg / red
Weitere Informationen:
«Alles Klar? ...inetten»: 13. September 2015, Gemeindesaal Burgdorf, Kirchbühl 23, 11.00 Uhr, Kirche Heimiswil, 17.00 Uhr. Ein Konzert für die ganze Familie, Eintritt frei – Kollekte.

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