Im November steigt ein grosses Fest
29.09.2015 Aktuell, Region, Burgdorf, GesellschaftTerminplanung eingehalten
Baumann ist mit dem zeitlichen Ablauf der Bauarbeiten zufrieden: «Wir befinden uns im Terminplan. Das bedeutet, dass die Halle im Oktober wie vereinbart nach Fertigstellung der in Auftrag gegebenen Arbeiten von Porr Suisse AG an den Verwaltungsrat zurückgegeben werden kann. Im Verlauf des Monats Oktober finden in allen baulichen Bereichen der technischen Installationen Kontrollen und Prüfungen statt.» Baumann lacht und fügt bei: «Wenn jetzt nicht noch ein grösseres Naturereignis – wie ein Tsunami – stattfindet, sollte die Markthalle fristgerecht in Betrieb genommen werden.» Die Planung sieht so aus, dass bereits im November gewisse Anlässe in der «im neuen Glanz erstrahlenden» Markthalle stattfinden werden.
Unter anderem ist ein Anlass in Form eines Tages der offenen Tür in Vorbereitung, bei dem die Öffentlichkeit die Halle besichtigen und auch geniessen kann. Darunter versteht Baumann, dass dem interessierten Publikum nicht nur optische Eindrücke vermittelt werden, «sondern dass Unterhaltung in Form eines Konzertes stattfindet, Speis und Trank angeboten werden usw. So etwas lässt sich nicht aus dem Ärmel schütteln, sondern benötigt Vorarbeit und detaillierte Organisation.» Der neue Geschäftsführer der Markthalle, Michael Kropf, der offiziell am 1. September seine Arbeit aufgenommen hat, beschäftigt sich laut Baumann bereits sehr intensiv mit den Vorbereitungen dieses Anlasses. Schliesslich lässt sich der Verwaltungsratspräsident doch noch das bisher provisorisch geplante Datum des Festes entlocken: Samstag, 7. November 2015. Diesen Termin empfiehlt er der Bevölkerung im Kalender anzustreichen.
Unfallfrei gearbeitet
Auf die Frage, ob sich auf der Baustelle bisher Unfälle ereignet hätten, sagt Baumann: «Meines Wissens nicht. Ein blauer Daumen, wenn jemand mit dem Hammer leicht daneben geschlagen hat, zählt bekanntlich nicht. Aber sonst sind keine gravierenden Vorkommnisse bekannt. Dafür bin ich dankbar.»
Er kommt auf die vom Stimmvolk bewilligten 11 Mio. Franken Umbaukosten zu sprechen, die es für die Bauleitung unbedingt einzuhalten heisst. «Wir sind nicht nur terminlich, sondern auch kostenmässig auf Kurs», bekräftigt Baumann. «Einen nötigen Nachkredit, der vor den Stadtrat respektive vors Volk kommen müsste, wird es nicht geben», versichert er.
Ganz besonders freut ihn, dass «nicht nur die Markthalle, sondern auch der Zwischenplatz zwischen der Halle und der Turnhalle sehr schön gestaltet worden ist». Hier haben sich vorher die vor allem bei Viehschauen genutzten Stallungen befunden, die abgerissen worden sind. «Dieser Platz ist für alle zugänglich und nicht etwa ein Privatgelände der Markthalle», betont er. Er lobt die gute Zusammenarbeit mit der Stadt: «Der untere Teil der Turnhalle, an den die Stallungen vorher angestossen sind, konnte ebenfalls ansprechend hergerichtet werden; dies im Rahmen der vorgängig ausgearbeiteten Budgets.» Er zeigt sich sehr zufrieden damit, dass «wir der Bevölkerung jetzt eine renovierte, auf dem neuesten Stand der Technik befindliche Markthalle mit ansprechender Umgebung präsentieren können».
Landwirtschaft wieder dabei
Besonders freut ihn, dass «wir auch die Landwirtschaft wieder gewinnen konnten». Auch künftig werden wie in früheren Jahrzehnten wieder Viehschauen, Versteigerungen und Ähnliches in der Markthalle stattfinden. Die Stallungen befinden sich neu im Keller, wo Platz für 101 sogenannte Grossvieh-Einheiten besteht. Das ist mehr als vor dem Umbau. Die Auktionen, Viehschauen usw. finden wie früher in der Halle statt. Auf die Frage, ob eigentlich die Problematik betreffend Urin und Kot der vielen Tiere während eines ganztägigen Anlasses geklärt sei, hält Baumann fest: «Wir haben diese Fragen ganz intensiv mit den Landwirten besprochen und sind überzeugt, dass die heutige Lösung optimal ist. Geruchsimmissionen können wir ausschliessen, eine Beschädigung des neuen Bodens auch.» Trotzdem sind die ersten solchen Anlässe Testläufe, an denen Erfahrungen gesammelt werden müssen. Eventuell müssen nach den Ergebnissen Anpassungen vorgenommen werden. «Hier sind beide Seiten offen, damit die Markthalle auch künftig von der Landwirtschaft genutzt werden kann, ohne dass andere Mieter beeinträchtigt werden.»
Selber wirten
Der Verwaltungsrat wünscht sich für die Zukunft vermehrt Konzerte, Vereine, Versammlungen, Feiern, Firmenanlässe usw. Ideal wäre, wenn die Halle für rund 200 Tage pro Jahr gemietet würde.
Baumann betont, dass auch während der Bauphase der Kontakt mit den früheren Mietern aufrechterhalten worden sei. «Wir haben alles Interesse, dass diese künftig wieder bei uns verkehren. Daneben sich wir überzeugt, dass sich weitere Kreise für die Markthalle interessieren werden, denn die nun gebotene Infrastruktur erfüllt absolut alle Anforderungen an eine topmoderne Halle. Wir sind technisch auf dem höchsten Stand und kommen problemlos an eine BEA-Halle usw. heran.»
Ein weiterer Vorteil sind die vielen Parkplätze rund um die Markthalle, die entweder vor dem Haus liegen oder die in kürzester Zeit zu Fuss erreicht werden können.
Besonders am Herzen liegen dem Verwaltungsrat die Vereine von nah und fern, für die neben der grossen Küche extra ein abzutrennender Abschnitt eingebaut worden ist, den man den Vereinen vermieten kann. «Neu können sie also in der Markthalle selber wirten und das Geld in die Vereinskasse fliessen lassen.» Er schränkt allerdings ein, dass diese Möglichkeit den Non-Profit-Organisationen vorbehalten sei oder beispielsweise einem Club, der Eishockey-Stöcke für die Junioren, Leibchen für den Fussball-Nachwuchs anschaffen will oder ähnlich Gutes auf Freiwilligenbasis im Sinn hat.
Gerti Binz

