Andrea Zurfluh erhielt den Burgdorfer Kulturförderpreis

  12.11.2015 Aktuell, Burgdorf, Kultur

Für die Vergabe des Kulturförderpreises können sich jeweils junge Kunst- und Kulturschaffende mit Herkunft oder Wohnsitz in einer der Gemeinden in der Region Burgdorf anmelden. Ausgewählt werden Kunstschaffende bis zum vollendeten Alter von 30 Jahren. Die Preissumme bis maximal 20 000 Franken ist teilbar und dient zum Zweck der Weiterbildung. Die Jury, bestehend aus Edith Müller, Florine Ott, Caroline Wyss, Christoph Bürgi und Michael Küpfer, hat den Entscheid gefällt und das Preisgeld von 7500 Franken, gestiftet von der Burgergemeinde Burgdorf, an Andrea Zurfluh vergeben. Viele Kunstinteressierte, Vertreter der Burgergemeinde, die Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch und Freunde und Familie der Künstlerin besuchten den öffentlichen Anlass. Die Feier wurde musikalisch umrahmt vom Duo Sorelle. Auch sie vermittelten Kunst in höchster Form.

In feierlichem Ambiente übergab Edith Müller, Vertreterin der Burgergemeinde Burgdorf, der Künstlerin das Preisgeld. Danach sprach die Kunstvermittlerin Florine Ott über das Leben und Wirken der Künstlerin. Andrea Zurfluh aus Koppigen mit Jahrgang 1988 absolvierte das Gymnasium in Burgdorf. Nach der Matura absolvierte sie den Vorkurs der Schule für Gestaltung in Bern. Bereits dort wurde ihr bewusst, dass die dritte Dimension in ihrem Kunstschaffen eine wichtige Komponente sein würde. Sie studierte zuerst Kunst und Vermittlung in Luzern. Später besuchte sie in Basel an der Hochschule für Gestaltung und Kunst das Studium für Innenarchitektur und Szenografie. Seit 2010 stellt Zurfluh ihre Installationen an Festivals, Ausstellungen und in anderen öffentlichen Räumen aus. Im Jahr 2013 faszinierte ihre Lichtinstallation «Dandelion» auf dem treppenartigen Vorplatz des Museums Franz Gertsch während einigen Wochen die Burgdorfer Bevölkerung. Auf Armierungseisen waren Kugeln aus Trinkhalmen montiert worden. Diese bewegten sich wie grosse Pusteblumen sachte im Wind. Tagsüber dominierte die rohe Materia­lität, nach der Dämmerung hauchte das Licht, das aus der Mitte der Kugeln leuchtete, dem rohen und kahlen Material Leben ein. Es entstand eine Art mystischer Garten, der einlud, darin zu wandeln und zu verweilen. Andere dreidimensionale Werke heis­sen «Netzwerk» und «Cocon». Letzteres wurde für ein Tanzfestival in Basel geschaffen. Zur Neueröffnung von Vestita in Burgdorf kreierte Zurfluh spezielle Leuchtfrisuren, genannt «Medusa». In einer zur Bar umfunktionierten Turnhalle im Kulturzentrum Progr Bern schwebte über den Gästen die leuchtende «Wolke 4738», die aus über 4000 Papiersäcken gefertigt worden war. «Von der Idee im Kopf bis zum fertigen Kunstobjekt führt ein langer Weg», erklärte die Künstlerin. Sie sammle die Einfälle, zeichne sie in ihr Skizzenbuch, visualisiere, erstelle Pläne und baue Modelle, bevor sie mit dem Aufbau des Objekts beginnen könne. «Ich liebe die Herausforderung und lerne dabei immer wieder neue Fertigkeiten kennen.»

Andrea Zurfluh arbeitet jeweils dort, wo ihre Projekte einen Raum finden. Sie fürchtet sich weder vor handwerklichen Herausforderungen, noch vor planerischen Spitzfindigkeiten. Aktuell arbeitet sie als Bühnenbildassistentin am Konzerttheater in Bern. Für die Kinderoper «Ritter Odilo und der strenge Herr Winter» wird sie das gesamte Bühnenbild in Eigenverantwortung gestalten.

Der Kulturförderpreis wird alle zwei Jahre, 2015 zum sechsten Mal vergeben. Ausgewählt werden dabei Kunstschaffende aus den Bereichen Musik, Tanz, Literatur, Theater, Malerei, Skulptur, Architektur, Design, Fotografie, Film, Video oder elektronische Medien.

Helen Käser

www.burgergemeinde-burgdorf.ch/kulturfoerderung/kulturfoerderpreis; www.andreazurfluh.ch


Image Title

1/10


Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote