Gibt es ein Menu, das alle Kinder mögen?

  04.04.2016 Aktuell, Koppigen, Höchstetten, Hellsau, Alchenstorf

Es ist kurz vor Mittag. Die Schulhausglocke klingelt, darauf wird die Türe unsanft aufgerissen und die ersten Kinder stürzen auf den Platz. Dieser füllt sich nach und nach mit Leben und man kommt sich vor wie der Betrachter eines Wimmel-Bilderbuches, weiss kaum mehr, wo man mit den Augen verweilen und das Geschehen mitverfolgen will: bei den Kindern mit den Fahrrädern, bei denen, die am Brunnen Wasser verspritzen, bei all den beeindruckenden Lastern, die am Schulhaus vorbeibrausen? Da kommt eine Gruppe von Kindergartenkindern laut rufend daher, als wären sie ein Fanzug eines Fussballspieles: «Umelette mit Zimetzucker, Umelette mit Zimetzucker!» Wo gehen die hin? Sie überqueren die Strasse und den Kirchgarten und eilen ins Kirchgemeindehaus.
Von überall her kommen hier Kinder zusammen, per Velo, Scooter, zu Fuss oder vom Schulbus. Ach ja, es ist Dienstag! Immer dienstags und donnerstags von 11.45 bis 13.15 Uhr besteht in Koppigen das Tagesbetreuungsangebot in der Form des Mittagstisches. Er steht allen Kindergarten- und Schulkindern des Gemeindeverbands Koppigen, Alchenstorf, Hellsau, Höchstetten und Willadingen offen.
«Git’s hüt Umelette mit Zimetzucker?», erkundigt sich einer der Kindergärteler bei der Betreuerin Sabine Ruch, welche für den Mittagstisch kocht. Dann geht ein Raunen durch den Eingang, bis die Schar in der Küche verschwindet und dann strahlend wieder zurückkommt und berichtet: «Hüt git’s Würstli, Röschti, Gmües u när no es Dessertli!» Omelette und Zimtzucker, das ist das eigentliche «Quartalszückerli», das es aber eben nur einmal im Quartal gibt. Dann gibt’s aber, angesichts des Zuckergehaltes dieses Menus, kein Dessert mehr, und das gibt’s sonst fast immer.
Die Kinder ziehen die Finken an, waschen sich die Hände und dann stellen sie sich in die Reihe vor den Schöpftisch, obwohl sie noch spielen dürften, bis alle da sind: Keines will zu kurz kommen, so lecker ist das Essen hier! Dabei musste noch nie jemand hungern, es hat immer genug und auch immer genug Auswahl in Form von rohen Gemüse- und Fruchtstückli, Salat und Brot, falls man ein Menu mal nicht so mag.
Nach dem gemeinsamen Essen in der bunt gemischten Gruppe von gross bis klein heisst es zuerst Tisch abräumen, Zähne putzen, Ämtli ausführen und dann spielen, Hausaufgaben erledigen oder auch zeichnen und basteln. Viele Kinder nutzen die Zeit auch einfach, um gemütlich zusammenzusitzen und noch etwas zu plaudern.
Favorit unter den Ämtli ist das Tischeputzen. Schliesslich geht es ans Zusammenpacken, die Kinder verabschieden sich von den Betreuerinnen Regula Lory und Sabine Ruch und nehmen den Weg zurück in die Schulstuben wieder in Angriff.
Die Kindergärteler verschwinden im Kirchgarten: «Villicht git’s de ds nächscht mau Umelette mit Zimetzucker!» Letztes Mal gab’s zum Belegen der Omeletten nebst Käse, Bolognese-Sauce und Apfelmus sogar noch Nutella. Aber der Favorit der Mittagstischkinder ist und bleibt klar der Zimtzucker!

zvg
Weitere Informationen:
www.schule-regio-koppigen.ch.


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