Rückblick auf ein sehr erfreuliches Jahr
29.05.2016 Aktuell, Region6 Prozent höherer Jahresgewinn
Laut Hess kann der Jahresgewinn um «respektable 6 Prozent gesteigert werden, was keinesfalls auf einen Ausreisser zurückzuführen ist». Das Eigenkapital ist seit 2004 konstant gewachsen, die Dividendenrendite von 2,06 Prozent per 2004 auf 2,28 Prozent per 2015 gestiegen. Der Aktienpreis der Bernerland Bank liegt derzeit bei 460 Franken, 2004 hat sie 36 Franken gekostet. Der Verwaltungsrat führt aus, dass die Bankleitung zu Recht aus diesen Zahlen folgern darf, «dass der eingeschlagene Weg richtig ist». Dazu hat auch die Straffung des Filialnetzes und die Filialgründung in allen Zentren von Emmental und Oberaargau beigetragen. Die Zinsmargen können auf einem überdurchschnittlichen Niveau gehalten werden.
Hess dankt ausdrücklich dem Bankpersonal, «welches der Bank ein Gesicht gibt». Dazu kommt die langfristige Strategie von Verwaltungsrat und Geschäftsführung. Mit dem Austritt aus dem Clientisverbund und dem neuen Auftritt ist es gelungen, die Bank als selbständiges Unternehmen am Markt zu positionieren.
Er informiert, das neu zur zweiköpfigen Unternehmensführung Urs Gilgen gestossen ist, der sich um die Unternehmenssteuerung kümmern wird: «Der ausgewiesene Fachmann kennt als mehrjähriger Mitarbeiter die Bankstrukturen bestens.»
Kompetentes Personal
Peter Ritter geht als Vorsitzender Geschäftsleitung auf die Digitalisierung im Bankwesen ein und erklärt, dass «nur noch 10 Prozent des Geldverkehrs am Schalter stattfindet». Neben zahlreichen Aktivitäten, die digital erfolgen können, bleiben wichtige Geschäfte auf persönliche Kontakte angewiesen wie eine Beratung in Anlage-, Finanzierungs- und Vorsorgefragen, die Altersplanung, Drittmeinungen zu Geldgeschäften usw. Eine Hauptaufgabe des Bankpersonals besteht darin, den Erwartungshaltungen der Kunden gerecht zu werden.
Er versichert, die Bernerland Bank werde auch künftig «an einer eher konservativen Geschäftspolitik festhalten. Gewinnstreben um jeden Preis mit zusätzlichem Risiko geht nicht.» Er streift die guten Geschäftszahlen und spricht ebenfalls von «einem sehr erfreulichen Jahr. So konnte das Geschäftsvolumen in den letzten zehn Jahren um 25 Prozent gesteigert werden.» Für das nächste Jahr rechnet er mit ähnlichen Zahlen wie für 2015.
Die Anwesenden genehmigen sämtliche Traktanden einstimmig und ohne Enthaltungen, unter anderem die Entlastung von Behörden und Verwaltungsorganen. Aus dem Bilanzgewinn von 4,213 Mio. Franken gehen 2,2 Mio. Franken an die gesetzliche Gewinnreserve, 1,995 Mio. Franken in die Ausschüttungen. Der neue Vortrag beläuft sich auf 58 Mio. Fr., das Eigenkapital per 31.12.2015 auf 99,3 Mio. Franken.
Hochinteressanter Vortrag
Der Grossaufmarsch an der 14. Generalversammlung dürfte nicht zuletzt auf den Gastredner, Prof. Dr. Thierry Carrel, zurückzuführen sein. Als Direktor der Universitätsklinik für Herz- und Gefässchirurgie am Inselspital, dem Universitätsspital Bern – und inzwischen mit 25 internationalen Preisen für seine erfolgreiche Tätigkeit geehrt – weiss er viel Wissenswertes über dieses Spezialgebiet zu berichten. Zu Beginn weist Carrel darauf hin, dass er sein erstes medizinisches Praktikum 1982 am Spital Langnau i.E. absolviert hat.
Er spricht über strategische Überlegungen im Alltag der Herzchirurgie, wo die involvierten Chirurgen oftmals entscheiden müssen über eine Flucht nach vorn oder zurück zu den Wurzeln. Er belegt mit zahlreichen Tabellen und Lichtbildern den Spitalalltag und erläutert, dass «der technologische Fortschritt nicht unbeschränkt ist und nicht alles Machbare auch wünschbar ist». Zu den Patienten zählen Frühgebore mit 700 Gramm bis 90-Jährige, wobei zu den ethischen Fragen auch solche der Ökonomie zu zählen sind, wie er anhand von Beispielen erklärt. Da Carrel seinen Vortrag ohne Honorar hält, überweist die Bank seiner Stiftung für das Kinderherz Corelina einen namhaften Beitrag.
Im Anschluss an den offiziellen Teil lassen sich die Anwesenden kulinarisch verwöhnen.
Gerti Binz

