«D’REGION» im Gespräch mit Yves Aeschbacher, Vorstand SP Burgdorf
31.10.2016 Aktuell, Politik, Burgdorf, Gesellschaft«D’REGION» hat sich mit Vertreterinnen und Vertretern aller zehn Parteien unterhalten, welche zu den Gemeindewahlen am 27. November 2016 in Burgdorf antreten.
«D’REGION»: Welche Resultate strebt die SP Burgdorf bei den Gemeinderats- und Stadtratswahlen an?
Die Ziele sind klar definiert: Die SP Burgdorf besetzt mit Stefan Berger auch in den nächsten vier Jahren das Stadtpräsidium und führt so die ausgezeichnete Arbeit von Elisabeth Zäch für Burgdorf fort.
Annette Wisler sorgt als erfahrene Politikerin im Gemeinderat für Kontinuität. Die SP ist also weiterhin mit zwei Sitzen im künftigen Gemeinderat vertreten. Im Stadtrat wird die SP-Fraktion mit zwei zusätzlichen Sitzen verstärkt. Alle bisherigen Stadträtinnen und Stadträte treten wieder zur Wahl an und werden durch zehn hochmotivierte und engagierte Neukandidierende unterstützt.
«D’REGION»: Welches sind die zwei grössten Herausforderungen für die Stadt Burgdorf in der kommenden Legislaturperiode – und welche politischen Lösungen schweben der SP vor?
In den nächsten zehn Jahren wird sich Burgdorf stark weiterentwickeln. Am Beispiel des Bahnhofquartiers und weiterer Überbauungen wird diese Dynamik sichtbar. Die Bevölkerung sowie die ansässigen Geschäfte müssen bei diesem Prozess unterstützt werden. Es gilt dabei, die Verkehrsentwicklung im Auge zu behalten. Als Bildungsstadt muss Burgdorf den Zuzug der Lädere und den Aufbau des TecLab bei Kanton und Bund aktiv fördern. Nur so bleibt Burgdorf eine wichtige Bildungsstätte in der Region.
«D’REGION»: Die Finanzsituation in Burgdorf ist angespannt. Wie beurteilen Sie die gegenwärtige Situation und welche Massnahmen sollten ergriffen werden?
Die Finanzsituation in Burgdorf ist mit rund 6 Millionen Eigenkapital und rund 104 Millionen Schulden weder rosig noch besorgniserregend. Die Tendenz der letzten Jahre zeigt eine zunehmende Mehrbelastung der Stadt zugunsten der Bundes- und Kantonsrechnung, was Sparmassnahmen und Mehreinnahmen wieder auffrisst.
Die SP setzt sich für eine vernünftige Finanzpolitik ein, welche die Entwicklung Burgdorfs nicht unnötig bremst. In den letzten Legislaturperioden wurden wichtige Investitionen für die Zukunft getätigt, welche die Attraktivität der Stadt steigern. Gezielte, nachhaltige Investitionen sollen Burgdorf als Arbeitsort, idealen Firmenstandort und Bildungsstadt fördern. Sparpotenziale müssen exakt analysiert und – sofern sinnvoll – ausgenutzt werden, um finanziellen Spielraum zu schaffen und Schulden abzubauen.
«D’REGION»: Als Leitsatz für ihre Politik zitiert die SP Schweiz folgenden Satz aus der Bundesverfassung: «Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen.» Wie wollen Sie diese Richtschnur lokal umsetzen?
Ein tragfähiges soziales Netz ist für eine funktionierende und solidarische Gesellschaft von grosser Bedeutung. Die SP setzt sich für die Förderung wirkungsvoller Massnahmen und Angebote zur Integration und Unterstützung sozial Schwächerer ein, beispielsweise für die Stiftung Intact, den Gyriträff oder die Suppenküche. Zudem soll die Gesundheitsversorgung durch innovative Projekte gefördert werden.
«D’REGION»: Warum sollten sich die Bürger / innen für die SP-Liste entscheiden?
Wir setzen uns für ein zukunftsorientiertes, soziales Burgdorf mit einer vernünftigen Finanzpolitik ein. Ideologischer Sparaktivismus ist nicht nachhaltig und schadet der Lebensqualität der Einwohner/innen. Wir unterstützen die Entwicklung von Burgdorf, wollen als Stadt ein attraktiver Ansprechpartner für Investoren im Bereich Bau, Industrie und Gesundheit sein und die Angebote zur Unterstützung sozial Schwächerer erhalten. Die SP engagiert sich für die Energiewende, die Förderung des ÖVs und für ein optimales Velowegnetz. Wir wollen ein Burdlef für alle – für Jung und Alt!
Interview: Markus Hofer

