Pflegeeinsätze des NVB auf dem Düttisberg
29.10.2016 Aktuell, Kirchberg, Region, Vereine, Burgdorf, GesellschaftDer Natur- und Vogelschutz Burgdorf und Umgebung (NVB) ist als Verein organisiert und engagiert sich für den Erhalt und den Ausbau von naturnahen Lebensräumen wie Hecken, Obstgärten, Feuchtgebieten, Kiesgruben und Trockenstandorten. Seit der Vereinsgründung 1997 ist Paul Burri aus Burgdorf im Vereinsvorstand aktiv. In seiner Freizeit setzt er sich für den Erhalt und die Wiederherstellung von Lebensräumen bedrohter Arten ein. Mit Herzblut und grossem Einsatz kämpft er nicht nur mit Worten, sondern vor allem mit Taten für den Erhalt des Lebensraums von Reptilien, Amphibien, Vögeln, Insekten, selten gewordenen Säugetieren etc. Stets ist er mit offenen Augen unterwegs, pflegt Magerwiesen, Hecken, Nistkästen und gibt sein grosses Wissen auch gerne weiter.
So sind Paul Burri auch die Veränderungen bei der Hecke auf dem Düttisberg – Gemeinde Kirchberg – nicht entgangen. 1997 – im Gründungsjahr des NVB – konnte in dieser Hecke im Rahmen des durch Vogelschützer erstellten Gemeindeinventars, der Neuntöter beobachtet werden. Diese Vogelart ist mit dem Verschwinden von Hecken und Magerwiesen äusserst selten geworden. Im hinteren Teil der fast reinen Brombeerhecke brütete der Neuntöter jedoch noch immer ziemlich regelmässig. Im vorderen Teil des Hanges, welcher früher mit der Sense von Hand gemäht wurde, kamen Kratzbeeren und Sträucher sowie Hart-
riegel und Eschen auf. Vor allem die Kratzbeere – Rubus caesius – vermehrte sich intensiv und wuchs in das landwirtschaftlich genutzte Land hinein.
«Um einen Mehrwert für die heimischen Tierarten zu schaffen, müsste insbesondere der vordere Teil der Hecke aufgewertet werden», dachte sich Paul Burri. Er brachte die Idee im Vorstand des NVB ein und nahm im Frühling 2015 mit den beiden Landbesitzern Beat Brönnimann und Ernst Ruch Kontakt auf. Beide Landwirte waren mit den vorgeschlagenen Aufwertungsmassnahmen sofort einverstanden.
Im April 2015 errichtete Paul Burri ein Wildbienenhaus und platzierte dieses zuvorderst im aufzuwertenden Bereich. Nachdem ein Versuch, die Kratzbeeren durch das Beweiden mit Ziegen zurückzudrängen, nicht zum gewünschten Resultat geführt hatte, schnitt Beat Brönnimann die Kratzbeeren im Sommer 2015 mit der Motorsense zurück. Im September 2015 unterstützten Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse und ihre Lehrerin, Susanne Aeberhard (Schulhaus Pestalozzi), Paul Burri beim Abholzen der verbleibenden Hartriegel und Eschen und schichteten das Material zu einem Totholzhaufen auf. Gleichzeitig wurde ein Steinhaufen errichtet, welcher insbesondere Eidechsen, aber auch vielen anderen Kleintieren wichtige und attraktive Versteckmöglichkeiten, mikroklimatisch günstige Sonnenplätze, Eiablagestellen sowie Winterquartiere bietet. Um den seltenen heimischen Bockkäfern eine Eiablagestelle anbieten zu können, wurde auch ein Buchenstamm in die zukünftige Hecke eingegraben. Im September 2016 haben Paul Burri und eine freiwillige Helferin die Kratzbeeren noch einmal gemäht, um den Hang für die Neubepflanzung mit Sträuchern vorzubereiten.
Am Samstag, 22. Oktober 2016, pflanzten Mitglieder des NVB zusammen mit freiwilligen Naturschutzgebietspflegern/-innen 60 heimische Sträucher. Der NVB übernahm die Kosten für die Neuanpflanzung. Gleichzeitig entstand in der Hecke eine Eidechsenburg und es wurden Vorbereitungsarbeiten für zwei weitere Steinhaufen gemacht. Das Land unterhalb der Hecke ist als Biodiversitätsförderfläche eingetragen und wertet die Hecke zusätzlich auf.
Für Paul Burri ist die Hecke auf dem Düttisberg ein Vorzeigebeispiel für die Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutzverein. Es wurde Hand in Hand gearbeitet, und so konnten wertvolle Kleinstrukturen für den Erhalt oder sogar die Erweiterung der Artenvielfalt geschaffen werden. Der NVB und Paul Burri persönlich bedanken sich bei den Landwirten Beat Brönnimann und Ernst Ruch, der Schulklasse von Frau Aeberhard und allen freiwilligen Helferinnen und Helfern für diese tolle Zusammenarbeit.
Der NVB hat in Burgdorf und Umgebung noch weitere Lebensräume aufgewertet und leistet in diesen Gebieten regelmässig Pflegeeinsätze. Wer mehr über diese Projekte und die weiteren Aktivitäten des Vereins erfahren möchten, besucht am besten die Homepage des Vereins: www.burgdorf.birdlife.ch.
zvg

