«D’REGION» im Gespräch mit Heinz Weber und Christine Meier, Co-Präsident/in Grüne Burgdorf
31.10.2016 Aktuell, Politik, Burgdorf, Gesellschaft«D’REGION» hat sich mit Vertreterinnen und Vertretern aller zehn Parteien unterhalten, welche zu den Gemeindewahlen am 27. November 2016 in Burgdorf antreten.
«D’REGION»: Welche Resultate streben die Grünen bei den Gemeinderats- und Stadtratswahlen an?
Wir streben fünf Sitze im Stadtrat an, möchten also einen Sitz hinzugewinnen. Mit unserem Kandidaten Theophil Bucher wollen wir unser Gemeinderatsmandat weiterführen.
«D’REGION»: Welches sind die zwei grössten Herausforderungen für die Stadt Burgdorf in der kommenden Legislaturperiode – und welche politischen Lösungen schweben den Grünen vor?
Das Thema Mobilität: Es geht darum, die Variante Null+ der Verkehrssanierung Burgdorf – Oberburg – Hasle mit städtebaulichen Massnahmen zu ergänzen. Mit Motivationskampagnen und attraktiven Fussgänger- und Velowegen wollen wir den Langsamverkehr fördern. Netzlücken müssen geschlossen werden. Die Sicherheit für Kinder und Velofahrende ist zu verbessern. Wir möchten die Bewohner/innen ermutigen, auf E-Bikes umzusteigen, den Hauslieferdienst oder das Bike-Sharing-Angebot zu nutzen. Weiter sind gesellschaftliche Aspekte von grösster Bedeutung: Unsere Arbeitsgruppe «Soziodemografische Entwicklung» befasst sich mit Themen wie barrierefreies Leben im öffentlichen Raum und bei neuen Bauprojekten. Wir setzen uns in diesem Bereich ein, damit sich in unserer Stadt Kinder, Menschen mit Behinderung, Seniorinnen und Senioren sicher und wohl fühlen.
«D’REGION»: Die Finanzsituation in Burgdorf ist angespannt. Wie beurteilen Sie die gegenwärtige Situation und welche Massnahmen sollten ergriffen werden?
Burgdorf ist auch im Finanzbereich immer wieder von kantonalen Entscheidungen betroffen – etwa im Bereich des Lastenausgleichs oder bei Steuersenkungen wie der geplanten Unternehmenssteuerreform III. Dies erlaubt kaum eine verlässliche Finanzplanung. Bei der Eigenfinanzierung von Projekten wird es zunehmend eng. Wir sind der Meinung, dass sich Burgdorf weiterhin als regionales Zentrum positionieren und die damit verbundenen Investitionen tätigen soll. Damit dies möglich wird, soll nicht nur auf der Ausgabenseite nach Sparmöglichkeiten gesucht, sondern müssen auch die Einnahmen erhöht werden.
«D’REGION»: Burgdorf trägt das Label Energiestadt – ein Leistungsausweis für eine nachhaltige kommunale Energiepolitik. Welche innovativen Massnahmen im Umweltbereich wollen die Grünen weiter vorantreiben?
Burgdorf ist auf gutem Weg. Doch es gibt immer Möglichkeiten, sich zu verbessern. Wir unterstützen ein Baureglement mit ökologisch anspruchsvollen Kriterien. Ökologisches Bauen lohnt sich. Bei Neubauten und Sanierungen soll möglichst weitgehend auf Öl- und Gasheizungen verzichtet werden. Ein grosses Energiesparpotenzial besteht auch bei der Mobilität. Wir unterstützen innovative Massnahmen, welche eine energiesparende Fortbewegung fördern. Weiter ist uns die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Reduktion der Abfälle ein wichtiges Anliegen, sei es durch überlegtes Einkaufen, sei es durch Angebote des Werkhofs.
«D’REGION»: Warum sollten sich die Bürger/innen für die Liste der Grünen entscheiden?
Wir setzen uns konsequent für den Erhalt der Naherholungsgebiete ein. Wir befürworten die Einführung der Frühförderung für Kinder und ein gleichwertiges Zusammenleben der unterschiedlichsten Menschengruppen. Grün wählen heisst: sich für eine lebenswerte Gegenwart entscheiden, welche auch noch kommenden Generationen eine intakte Umwelt und eine gesunde Lebensgrundlage bietet.
Interview: Markus Hofer

