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Podiumsdiskussion mit den Stapi-Kandidaten

| Di, 01. Nov. 2016

BURGDORF: Zahlreiche Burgdorfer/innen nutzten an der Podiumsdiskussion mit Stefan Berger (SP), Francesco Rappa (BDP) und Cornelia Weber (parteilos) im Stadthauskeller die Gelegenheit, um sich ein Bild von den drei Bewerbern für das Stadtpräsidium zu machen. red

Unter dem Titel «Was erwarten Sie vom neuen Stapi?» lud die «Berner Zeitung» am vergangenen Donnerstag zu einem Podiumsgespräch in den Stadthauskeller mit den drei Kandidierenden Stefan Berger (SP), Francesco Rappa (BDP) und Cornelia Weber (parteilos) ein. Die Veranstaltung stiess auf reges Interesse: Zahlreiche Burgdorferinnen und Burgdorfer nutzten die Gelegenheit, um ein stimmiges Bild von der Bewerberin und den zwei Bewerbern für das Präsidium zu gewinnen und sich mit ihren Ansichten, Positionen und Visio­nen für Burgdorf vertraut zu machen.
 
Drei bekannte Gesichter
Stefan Berger und Francesco Rappa sind in der politischen Landschaft von Burgdorf bestens verankert: Das SP-Mitglied Berger ist seit 2004 im Stadtrat; der BDP-Politiker Rappa seit 2008. Beide hatten bis heute diverse politische Ämter und Mandate inne. Beide kandidierten bereits einmal für das Amt des Stadtpräsidenten: Stefan Berger unterlag 1997 mit 28 Jahren als Parteiloser Franz Haldimann; Franco Rappa verlor 2008 das Duell gegen Elisabeth Zäch. Obwohl Cornelia Weber vor ihrer Kandidatur nicht politisch in Erscheinung trat, dürfte sie vielen Einwohnerinnen und Einwohnern der Emmestadt ebenfalls bekannt sein – sie leitete von 1997 bis 2002 das Kornhaus-Museum Burgdorf, das Schweizerische Zentrum für Volkskultur.

Einigkeit in verschiedenen Themenbereichen
Als Moderator führte BZ-Redaktor Philippe Müller durch den Abend. Das breite Themenspektrum umfasste die Gebiete Gesellschaft, Wirtschaft und Bildung. Die Bevölkerung hatte vor dem Anlass die Möglichkeit erhalten, wichtige Fragen einzusenden. Auch das Publikum liess sich die Gelegenheit, den Kandidaten auf den Zahn zu fühlen, nicht entgehen.

Sowohl Berger, Rappa als auch Weber betonten die Wichtigkeit der Vereine für das gesellschaftliche Zusammenleben, die Jugend- und Sportförderung und die kulturelle Vielfalt in Burgdorf. Alle drei versprachen, als Stadtpräsidentin oder Stadtpräsident stets ein offenes Ohr für die Wünsche der Bevölkerung zu haben, die Anliegen der Vereine tatkräftig zu unterstützen und die Subventionsbeiträge der Stadt zugunsten des Vereinswesens aufrechtzuerhalten. Einigkeit herrschte auch beim Thema Steuererhöhung: Unisono erklärten die Kandidierenden, unter ihrer Führung sei in der Legislaturperiode 2017– 2020 nicht mit einer Anhebung des Steuerfusses zu rechnen. Alle drei versicherten weiter, sich mit aller Kraft für den Bildungsstandort Burgdorf einzusetzen.

Abgeltung der Zentrumslasten, Schuldenbremse, Stärkung des Tourismus
Bezüglich der schwierigen finanziellen Situation von Burgdorf versprach Stefan Berger, sich für eine bessere Abgeltung der Zentrumslasten beim Kanton zu engagieren. Er wies auf die Unwägbarkeiten für die Stadt Burgdorf hin, die eine Annahme der Unternehmenssteuerreform III, über welche die Schweizer Bevölkerung am 12. Februar 2017 abstimmt, mit sich bringen würde. Francesco Rappa erklärte, Investitionen seien unumgänglich, die Nachhaltigkeit und der Nutzen künftiger Projekte für die Stadt müsse aber genau analysiert werden. Die Einführung einer Schuldenbremse sei in Erwägung zu ziehen. Cornelia Weber sieht in der besseren touristischen Vermarktung Burgdorfs grosses Potenzial, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Sie plädiert dafür, Schloss und Altstadt intensiv als Gesamtprojekt zu bewerben.

Faire Diskussionskultur
Die Diskussion verlief sachlich und fair, hitzige Wortgefechte und Polemiken blieben aus. Die drei Kandidierenden nahmen auch zu kritischen Fragen Stellung. Angesprochen auf ihre politische Unerfahrenheit erklärte Weber: «Nicht die politische Vorgeschichte ist für das Amt als Stadtpräsidentin entscheidend, sondern die Führungserfahrung – und diese bringe ich mit. Als Parteilose bin ich der Lage, objektiv zu urteilen.» SP-Mitglied Stefan Berger sah sich mit der Frage konfrontiert, ob er als Unternehmer nicht der falschen Partei angehöre. «Mir ist es ein Anliegen, dass alle vom Wohlstand profitieren. Es darf nicht sein, dass in der Schweiz jemand voll erwerbstätig ist, sein Einkommen jedoch nicht zur Bestreitung des Lebensunterhalts ausreicht», lautete seine Antwort. Francesco Rappa, angesprochen auf seine Kandidatur als Stadtpräsident nach dem Rückzug von Peter Urech, erklärte: «Meine Kandidatur ist keine Verlegenheitslösung, sondern wird von den bürgerlichen Parteien und von verschiedenen Wirtschaftsverbänden unterstützt. Von Anfang an kommunizierte ich klar, nicht zur Wahl anzutreten, solange ein Gemeinderatsmitglied kandidiert. Mit dem Rückzug von Peter Urech änderte sich die Sachlage. Ich glaube an den Erfolg.»

Markus Hofer

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