Don’t waste it, do it!
05.12.2016 Aktuell, Rüegsauschachen, Gesellschaft, Bildung / SchuleDie Organisatorinnen sprachen mit ihrem Nachmittagsprogramm ein junges Zielpublikum an. Sechzehn Schülerinnen und Schüler der 2. bis 6. Klasse trafen sich in der Aula des Schulhauses. Zur Einführung ins Thema erzählte Rahel Oppliger eine eindrückliche Bildergeschichte, die von Maria Fuhrer zeichnerisch dargestellt worden war. Die Hauptfiguren Lina und Linus, die auf einer Müllhalde leben, finden stets unverdorbene und essbare Lebensmittel. Sie müssen nie Hunger leiden, doch der Gestank stört die beiden. Darum machen sie sich auf die Suche nach frischen, gutriechenden Nahrungsmitteln. Dabei müssen sie feststellen, dass auf den abgeernteten Kartoffelfeldern, in den Lebensmittel verarbeitenden Firmen, im Restaurant, der Bäckerei und in einer Familienküche Nahrungsmittel weggeworfen werden. Das möchten Lina und Linus ändern, und darum wandten sie sich an Rahel und Maria, die Organisatorinnen des Anlasses.
Mit dieser nachvollziehbaren Geschichte hatten die Kinder das Problem sofort erfasst und gaben ihre Energie und Fantasie in die Aktivitäten, die an vier verschiedenen Posten das Thema vertieften. Ein Posten forderte ihre schauspielerischen Fähigkeiten, denn die Geschichte sollte mit Tanz und Gesang ausgeschmückt werden. Den Liedtext und die Melodie hatte Rahel selber geschrieben und komponiert. Die passenden Dekorationen wurden im Schulhausflur gezeichnet. An zwei weiteren Posten kümmerten sich die Kinder konkret ums Essen. Umliegende Geschäfte hatten Nahrungsmittel zur Verfügung gestellt, welche sie nicht mehr verkaufen durften, weil das Datum abgelaufen war oder das Brot vom Vortag stammte. Mit hartem, getrocknetem Brot wurde Paniermehl gemacht, aus andern Lebensmittelresten entstanden neue Kreationen wie Knoblauchbrot, Wienerli im Teig, panierte Zucchetti, belegte Brötchen, Food-waste-Spiessli, Dipgemüse und Dipsaucen. Die Kinder zeigten viel Kreativität und freuten sich über das tolle Buffet, das sie am Schluss dieses Events ihren Eltern präsentieren durften, gemeinsam mit der Geschichte von Lina und Linus.
Die beiden Organisatorinnen Maria Fuhrer und Rahel Oppliger wählten das Thema Food waste für eine Arbeit, die sie an der Berufsmaturitätsschule Bern schreiben müssen. Zu dieser Aufgabe gehört ein konkretes Projekt in ihrer Wohngemeinde. Etliche Recherchen zeigten den beiden Frauen, dass das Sensibilisieren der Bewohner, insbesondere der Kinder, von grösster Bedeutung ist.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen erschreckende Zahlen von weggeworfenen Esswaren. Rund ein Drittel aller in der Schweiz hergestellten Lebensmittel wird verschwendet oder entsorgt. Würde man diese jährlich weggeworfenen Nahrungsmittel in Lastwagen füllen, so bräuchte es 140 000 Camions, was eine Kolonne von Zürich bis Madrid ergeben würde. Pro Jahr werden pro Person 300 kg einwandfreie Lebensmittel in den Abfall geworfen. Verursacher sind fast zur Hälfte Haushalte.
Helen Käser

