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Brustchirurgie als Spezialität – aber nicht nur

| So, 15. Jan. 2017

BURGDORF: Am Donnerstagabend, 19. Januar, von 19.00 bis etwa 20.15 Uhr, gestaltet Privatdozent Dr. med. Maziar Shafighi im Kurslokal des Spitals Emmental in Burgdorf einen Publikumsvortrag mit dem Titel «Plastische Chirurgie heute: Wiederherstellung und Ästhetik». red

Übermorgen, also am Donnerstagabend, 19. Januar, von 19 Uhr bis etwa 20.15 Uhr, bestreitet Privatdozent Dr. med. Maziar Shafighi im Kurslokal des Spitals Emmental in Burgdorf einen Publikumsvortrag mit dem Titel «Plastische Chirurgie heute: Wiederherstellung und Ästhetik». Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht nötig. Nach dem Referat bietet sich anlässlich eines offerierten, alkoholfreien Apéros die Möglichkeit, dem Fachmann Fragen zu stellen.

«D’REGION»: Worauf werden Sie das Schwergewicht Ihres Publikumsvortrages legen?
Dr. Shafighi: Ich möchte die Bandbreite der Plastischen Chirurgie und Übergänge in die Ästhetik aufzeigen. Gleichzeitig möchte ich Fälle zeigen, in welchen beide Spezialitäten ineinanderfliessen, um ein optimales Resultat zu erhalten.

«D’REGION»: Seit wann bietet das Spital Emmental Plastische Chirurgie an?
Dr. Shafighi: Seit ich hier als Belegarzt tätig bin – also seit Ende 2015.

«D’REGION»: Wie viele Operationen jährlich führen Sie als Belegarzt des Spitals Emmental ungefähr durch – und gibt es hier einen bestimmten Wochentag, an dem Sie in Burgdorf oder Langnau operieren?
Dr. Shafighi: Sprechstunde ist jeweils am Freitagmorgen in Langnau. Die Operation erfolgt je nach Komplexität und OP-Kapazität in Burgdorf, Langnau oder Muri.

«D’REGION»: Man unterscheidet primär zwischen Ästhetischer und Rekonstruktiver Chirurgie. Wie ungefähr ist bei Ihnen am Spital Emmental die prozentuale Aufteilung – führen Sie mehr Schönheitsoperationen durch oder Defektdeckungen zum Beispiel nach Verletzungen?
Dr. Shafighi: Ich führe hauptsächlich Rekonstruktive Chirurgie durch. Jedoch werde ich auf Anfrage sicherlich die stationären Ästhetischen Fälle auch im Spital behandeln. Normalerweise werden die Ästhetischen Fälle in meiner Praxis in Muri ambulant abgewickelt.

«D’REGION»: Zählen bei den Schönheitsoperationen auch Brustvergrösserungen oder Brustverkleinerungen bei Frauen zu Ihrem Angebot?
Dr. Shafighi: Die Brustchirurgie gehört zu meinen Spezialitäten. Ich kann mit meiner 15-jährigen Erfahrung die ganze Bandbreite der Brustchirurgie anbieten und habe mich im Inland sowie in bekannten Spitälern in England in der Brustchirurgie subspezia­lisiert. Dabei biete ich die Brustvergrösserung, Bruststraffung, Brustverkleinerung, aber auch die Brustwiederherstellung nach Brustkrebs in enger Zusammenarbeit mit Dr. med. Matthias Scheidegger, Chefarzt Gynäkologie, und seinem Team am Spital Emmental an.

«D’REGION»: Arbeiten Sie mit Silikon – falls ja, mit welchen Erfahrungen; gibt es überhaupt Alternativen zu Silikon?
Dr. Shafighi: Bei der Brustvergrösserung arbeite ich mit Silikonprothesen, weil diese seit 35 Jahren angewendet werden und mittlerweile die fünfte und sechste Generation an Silikonprothesen in Gebrauch ist. Diese sind nun sehr sicher und laufen nicht mehr aus. Bei den meisten Prothesen erhält man eine lenbenslange Garantie. Bei der Brustwiederherstellung nach Brustkrebs oder bei Risikopatienten für Brustkrebs, welche sich zu einer Brustdrüsenentfernung entschliessen, verwende ich auch regelmässig Silikonprothesen. Diese können ganz alleine oder in Kombination mit Eigengewebe verwendet werden.

«D’REGION»: Welche Schönheits­operationen führen Sie besonders häufig durch – und sind Ihre Patienten eher Frauen oder Männer?
Dr. Shafighi: Brustoperationen, Bauchstraffung, Fettabsaugung, Nasenkorrektur und Lidstraffungen sind die häufigsten Operationen bei mir. Ausser den Brustoperationen sind diese die häufigsten auch beim Mann.

«D’REGION»: Wie kommen die Kontakte zustande – deponieren die Patien­ten ihre Anliegen beim Hausarzt und dieser weist sie dann Ihnen zu?
Dr. Shafighi: Die meisten über die Homepage www.dr-shafighi.ch, www.schoenheitschirugie-plasticsurgery.ch, über Mund-zu-Mund-Propaganda, Hausarztzuweisungen und Zuweisungen durch Frauenärzte.

«D’REGION»: Wie ist das Vorgehen beim ersten Kontakt Ihrerseits mit den Patienten – was klären Sie vorerst in Gesprächen mit den Patienten ab, und wie geht es dann weiter?
Dr. Shafighi: Das Wichtigste für mich sind die Motivation des Patienten und die realistische Einstellung zur Operation. Dazu finden mehrere Gespräche statt, um sich kennenzulernen und eine Vertrauensbasis aufzubauen.

«D’REGION»: Im «Kassensturz» wurde vor einiger Zeit ein «Pfuscharzt» an den Pranger gestellt, der eine Frau verunstaltet hatte. Wie gehen Sie damit um, und spüren Sie – ob begründet oder unbegründet – gewisse Ängste bei den Patientinnen und Patienten vor Operationen?
Dr. Shafighi: Ängste von Patienten müssen immer ernst genommen werden. Dabei ist es am wichtigsten, die Wünsche der Patienten zu verstehen und mit den chirurgischen und nicht- chirurgischen Möglichkeiten in Einklang zu bringen. Wichtig ist dabei, dem Patienten anhand von Zeichnungen und Fotos das Nachher so realistisch wie möglich aufzuzeigen.

«D’REGION»: Können Sie etwas sagen über die Zufriedenheitsquote der von Ihnen operierten Patient­innen und Patienten?
Dr. Shafighi: Ich nehme mir immer sehr viel Zeit für die Patienten und versuche, die Operation beziehungsweise den Eingriff gut zu planen und sorgfältig durchzuführen.

«D’REGION»: Wie verschliessen Sie Wunden?
Dr. Shafighi: Immer in mehreren Schichten und wenn möglich mit sich auflösenden Fäden, um ganz dünne Narben zu erhalten.

«D’REGION»: Was geschieht nach der Operation – führen Sie Nachkontrollen durch oder wie geht es weiter?
Dr. Shafighi: Nachkontrollen führe ich regelmässig am ersten Tag nach der Operation, nach einer Woche sowie nach zwei Wochen, sechs Wochen, drei Monaten und sechs Monaten sowie einem Jahr durch.

«D’REGION»: Kommen wir zur Rekonstruktiven Chirurgie: Gibt es hier eine Art «Hitparade», welche Operationen Sie besonders häufig durchführen – allenfalls Haut­verpflanzungen oder nach Hautkrebs?
Dr. Shafighi: Hautverschiebung nach Entfernung von Hautkrebs oder Weichteilkrebs ist die Nummer eins. Die Wiederherstellung nach Brustkrebs ist die zweithäufigste Wiederherstellung.

«D’REGION»: An welchem Körperteil operieren Sie besonders häufig?
Dr. Shafighi: Am Kopf, am Hals und an der Brust.

«D’REGION»: Wie sieht es bei Verbrennungen aus – sind hier und allenfalls auch in anderen Fällen gleich mehrere Operationen nötig?
Dr. Shafighi: Bei schwergradigen Verbrennungen sind manchmal mehrere Schritte notwendig, um ein funktionell und ästhetisch gutes Resultat zu erhalten.

«D’REGION»: Kann man konkret sagen, welche Operationskosten die Krankenkasse übernimmt, wie und wo man dies im Vorfeld abklären sollte und wo Patienten bezüglich Kostenübernahme oder Kosten-Teil­übernahme durch die Krankenkasse chancenlos sind?  
Dr. Shafighi: Folgende Operationen werden nach Anfrage bei der Krankenkasse eventuell teilweise oder ganz übernommen: Entfernung der Gynäkomastie – das ist die männliche Brustdrüse –, Brustverkleinerung von übergrossen Brüsten, Fettschürzenentfernung bei massivem Übergewicht oder Gewebsentfernung nach grosser Gewichtabnahme, Anlegen von abstehenden Ohren, Oberlidstraffung bei Gesichtsfeldeinschränkung, funktio­nelle Nasenoperation bei Nasen­atmungsbehinderung, Schweissdrüsenentfernung bei übermässigem Schwitzen.

Zur Person
Privatdozent Dr. med. Maziar Shafighi ist Schweizer. Er ist 45-jährig, verheiratet und wohnt mit Frau und Tochter in Muri bei Bern. Am Spital Emmental ist er seit Ende 2015 als Belegarzt tätig. Sein Medizinstudium absolvierte er an der Universität in Zürich und in London. Die Facharztausbildung für Plastische Chirurgie schloss er an der Universitätsklinik Inselspital Bern ab. Zudem erwarb er den Europäischen Facharzttitel für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. Danach arbeitete er an international renommierten Kliniken in England. Er wurde für seine klinische und wissenschaftliche Tätigkeit mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Am Inselspital Bern war er vorerst mehrere Jahre als Oberarzt tätig. Aufgrund seiner fachlichen sowie wissenschaftlichen Kompetenz wurde er zum Privatdozenten an der Universität ernannt. Inzwischen arbeitet er an verschiedenen Kliniken: Seespital Zürich, Hirslanden Bern, in seiner Praxis MedUno in Muri bei Bern sowie am Spital Emmental in Burgdorf und Langnau. Er ist seit diesem Jahr auch im wissenschaftlichen Rat eines der renommiertesten Journale der Plas­tischen Chirurgie in den USA.

Hans Mathys

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