20-Jahre Jubiläum Spitex Burgdorf-Oberburg
13.02.2017 Aktuell, Heimiswil, Oberburg, Burgdorf, GesellschaftGemeinsam mit der Präsidentin des Spitex Verbandes des Kantons Bern, lokalen Behörden, Politikern und Verantwortlichen von Heimen, Spitälern und ergänzenden Dienstleistern feierte die Leitung der Spitex Burgdorf- Oberburg das 20-Jahr-Jubiläum. Nach einem gemeinsamen Apéro riche begrüsste der Präsident Markus Grimm die Anwesenden offiziell. «Die einzige Konstante ist die Veränderung» sei eine Aussage, die genau zur Spitex passe, meinte er. Die Pflege und Hilfe zu Hause habe sich in den letzten zwanzig Jahren stark verändert und stets neue Herausforderungen an den Betrieb gestellt.
Die Geschichte der Spitex Burgdorf- Oberburg zeigt die Entwicklungsschritte deutlich auf. Vor zwanzig Jahren wurde der Grundstein mit einem Fusionsvertrag zwischen dem Krankenpflegeverein, dem Hauspflegeverein des Gemeinnützigen Frauenvereins sowie der Haushilfe der Frauenzentrale gelegt. Nach den erforderlichen administrativen Anpassungen und dem Umzug in das neue Spitex-Zentrum am Farbweg 11 wurde das Angebot in den folgenden Jahren um den Spätdienst bis 22 Uhr mit zusätzlichem Pikettdienst während 24 Stunden erweitert. Ein gesponsertes Geschäftsfahrzeug erleichterte den Betrieb. Bereits 2001 ging die Spitex online und die gleichzeitig eingeführte elektronische Leistungserfassung bedeutete eine sinnvolle Entlastung. Später wurde das Fachgeschäft für Hilfsmittel in den Verein integriert und 2003 das Angebot mit der Gemeindepsychiatrie ergänzt.
Zusammenschluss mit Oberburg und Heimiswil
Der Zusammenschluss mit der Spitex Oberburg erfolgte 2005, ein Jahr später kam Heimiswil dazu. Seit zehn Jahren werden zudem Lernende für Fachangestellte Gesundheit (FAGE) rekrutiert und im Spitex-Betrieb ausgebildet, ebenso Pflegefachpersonen Höhere Fachschule. Seit 2008 ergänzt eine Wundexpertin das Team und 2009 übernahm der Verein zusätzlich die palliative Begleitung. Diese Unterstützung von schwerstkranken und sterbenden Menschen beinhaltet die Anwesenheit rund um die Uhr. Weitere Herausforderungen brachten der Umbau des Fachgeschäfts für Hilfsmittel, die Lancierung eines Informationsblattes und die Erweiterung des Teams um eine ausgebildete Inkontinenzverantwortliche. Die Zunahme der Einsätze erforderte eine personelle Verstärkung des Erstabklärungs- sowie des Psychiatrieteams. 2016 wurde ein Demenz-Touren-Team gebildet, welches spezielle Einsätze bei Klienten mit der Demenzkrankheit leistet. Ausserdem bietet die Spitex Spezial GmbH, die 2012 als Tochtergesellschaft gegründet wurde, Home- Dienstleistungen an. Dieses Angebot kann zur Entlastung für Angehörige auch über Nacht oder an Wochenenden genutzt werden. Ab 6. Februar diese Jahres konnte das Projekt «Spitex 7 x 24», die Betreuung rund um die Uhr, gestartet werden.
Neben all diesen Anpassungen an die Bedürfnisse der Kundschaft standen auch stets administrative Herausforderungen an. Bereits im Jahr 2000 setzte der Regierungsrat des Kantons finanzielle Obergrenzen fest und seit 2011 regelt ein Leistungsvertrag, welcher direkt mit der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons abgeschlossen wurde, das finanzielle Kostendach.
Über 77 000 Besuche pro Jahr
Pro Tag leistet die Spitex 212 Einsätze in den Gemeinden Burgdorf, Oberburg und Heimiswil. Dem Bedürfnis der meisten Menschen, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu leben, wird durch das stets erweiterte Angebot der Spitex Rechnung getragen. Das zeigen die steigenden Zahlen der Einsätze. Vor zwanzig Jahren waren es knapp 23 000, 2016 bereits mehr als 77 000 Besuche pro Jahr.
Auf die Vernetzung mit Partnerinstitutionen wird bei der Spitex Burgdorf-Oberburg grosser Wert gelegt. Altersheime und das Spital bezeichnen die Institution als wichtigen Pfeiler im Gesundheitswesen, der äusserst schnell aktiviert werden könne und über eine breite Palette an Angeboten verfüge. Ein Kritikpunkt bei den Klienten sei höchstens der häufige Wechsel der Pflegenden, was jedoch nicht verhindert werden könne bei der grossen Anzahl von Einsätzen. Zudem arbeiten viele Angestellte in Teilzeit.
Grimm bedankte sich bei den Verantwortlichen der Spitex. Speziell geehrt wurde die Geschäftsleiterin Erika Wüthrich Rösch, die seit der Geburtsstunde dieser Institution zusammen mit Markus Grimm die Geschicke des Vereins lenkt, ebenso Regula Gloor, welche bis vor einem Jahr das Amt der Vizepräsidentin innehatte. Die neue Vizepräsidentin Rita Sampogna dankte Grimm, der seit 1997 immer wieder mit zukunftsträchtigen Projekten das Vorstandsteam überrasche. Seine herausragenden Eigenschaften verpackte sie als «WWW», womit sie «Wissen, Wirtschaftlichkeit und Weitsicht» meinte und dies anhand von Beispielen erläuterte.
Ein Fest für Mitarbeitende wird im Mai durchgeführt. Was mit einer Stadtschwester begann, ist heute ein Betrieb mit 120 Angestellten. Und diese sollen den Geburtstag ihrer Arbeitgeberin auch begehen dürfen. «Denn», so meint Grimm lachend, «was wäre ein Kapitän mit einem Schiff und ohne Matrosen».
Helen Käser

