WEG! Mit den Heiligen
20.09.2017 Aktuell, Burgdorf, Kultur, GesellschaftDas bewegende Theater spielte an sechs verschiedenen Schauplätzen und nahm das Publikum mit – nicht nur örtlich, sondern auch emotional.
In Bern wurde der neue Glaube erst 1528 eingeführt. Die Geschichte begann mit der Verkündung der Reformationsschrift und zeigte, wie die Menschen gezwungen wurden, dem Katholizismus abzuschwören. Eine Apothekerin von damals begleitete das Publikum durch die bewegte Zeit. In der Stadtkirche wurden Altäre zertrümmert, Reliquien zerstört und Heiligenstatuen entwendet. Eine Näherin wollte aus Messgewändern neue Kleider schneidern. Die Zuschauer begegneten einer Marktfrau und wurden von einem Ablasshändler in die Mangel genommen. Ein Buchbinder erzählte über seine befreienden Erlebnisse mit Schweizer Reformatoren. Und im Schlosskeller entschied sich eine Wirtin, in katholisches Gebiet zu ziehen, weil sie sich über den Mangel an Festfreuden unter den Reformierten ärgerte. Nonnen packten ihr weniges Hab und Gut, denn Klöster wurden geschlossen.
Verwirrende Veränderungen
Die Menschen von damals und jene von heute spürten, wie verwirrend und kompliziert sich diese Veränderungen im Leben angefühlt haben müssen,
und waren erleichtert über die Befreiung aus Zwängen, die nichts mit dem Glauben, sondern nur mit den Kirchenoberen zu tun hatten… und sie spürten den Wert der Glaubensfreiheit, der in der jetzigen Zeit selbstverständlich geworden ist.
Unter der Regie von Katharina Kilchenmann präsentierte die Szenerie Burgdorf ein Stück Geschichte mit Bezug zur Stadt Burgdorf. Geschrieben wurde das Stationentheater von Hans Herrmann, der in Burgdorf lebt und bei der Zeitung «reformiert.» arbeitet.
Helen Käser

