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50+ Niederösch

| Di, 30. Jan. 2018

NIEDEROESCH: Mit humorvollen Ausschnitten in urchiger Alltagssprache aus dem Buch "Alls im Anke" bescherte Roland Binz den Gästen 50+ im Schulhaus Niederösch einen vergnügten Nachmittag. Die  Klänge von Thomas Aeschbachers Örgeli rundeten die Vorlesung ab. r.st.  

Pfarrer Werner Ammeter freute sich, am Anlass der Kirchgemeinde die Besucherinnen und Besucher aus dem Alterssegment 50+ im Schulhaus Niederösch begrüssen zu dürfen. Die angekündigten Gäste Roland Binz und Thomas Aeschbacher versprachen einen interessanten Nachmittag und die Anwesenden fragten sich mit gutem Recht, was denn wohl hinter Roland Binz’ Buchtitel «Alls im Anke» stehen möge. Wie Binz selbst sagt, bietet er «schregi, halbwägs erläbti Gschichte» von Land, Leuten und Leben, wie nur er sie wiedergeben kann, und er wird begleitet von wundersamen Tönen, wie sie nur die Örgeli von Aeschbacher kennen. Die Geschichten sind witzig, humorvoll, mit vielen feinen Nuancen und erhellen jedes Gesicht. «Das Berndeutsch liegt mir sehr am Herzen, ich kann in der Alltagssprache am besten ausdrücken, was mir aus meinem Leben naheliegt: meine Erfahrungen als Lehrer, als Gemeindepolitiker und meine Erinnerungen an all die vielen Menschen, die mir in meinem Leben begegnet sind.»
Nach einem Unfall verbrachte der Autor einige Zeit im Spital und hatte viel Zeit, um nachzudenken. Es ergaben sich Geschichten, die er später zu einem Buch zusammenfasste. Auf die Frage nach seinem jeweiligen Befinden, wählte er die kurze Antwort «Alls im Anke», und so betitelte er dann auch sein Buch. Die Freunde, die ihn besuchten, kamen gleich selbst ins Erzählen ihrer eigenen Erlebnisse, und er hörte zu, obschon es umgekehrt hätte sein müssen. Vom Arbeiter, der unter die Walze kam, oder vom Velofahrer, den es meterhoch aus dem Sattel gespickt hatte, und von jenem, der infolge eines Unfalls nicht ans Eidgenössische Schützenfest gehen konnte und deswegen unter Depressionen litt. Alles besondere Schicksale, die Anteilnahme nötig hatten.

Unterhaltsame Anekdoten
Während seiner Zeit als Lehrer an der Gartenbauschule Oeschberg ergaben sich auch viele interessante Begegnungen mit Bewohnerinnen und Bewohnern vom Dienstbotenheim gleich nebenan. Auch daraus ist die eine oder andere Geschichte entstanden. Gerade diejenige von Erika, die 48 Jahre lang im Trub Magd war, dort zur Familie gehörte und in all den vielen Jahren Arbeiten verrichtete, die sonst niemand machte. Sie gehörte zu denen, die im Alter im Oeschberg ein neues Zuhause fanden. Dort begegnete ihr auch die grosse Liebe, der «Millionärs-
Fridu», der ihr weiteres Leben bereicherte. Beileibe kein Millionär, nein, er hatte diesen Namen nur erhalten, weil er immer beide Hosensäcke prall gefüllt hatte mit allerlei Krimskrams. Die beiden genossen im Oeschberg gemeinsam ihren Lebensabend.
Ein heiterer, mit Musik umrahmter Nachmittag mit anschliessendem Beisammensein bei einem feinen Zvieri  wird allen in bester Erinnerung bleiben.

Rosmarie Stalder

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