Fritz Steffen: 40 Jahre Malerei – ein Querschnitt

  02.04.2018 Aktuell, Lützelflüh, Foto, Kultur

Sein Atelier: Genau so, wie man sich ein Maler­atelier vorstellt. Töpfe und Farben, Pinsel und Stifte, Bilder an den Wänden und am Boden, Bücher über und von Künstlern, Plakate von längst vergangenen Vernissage, ein Mac, ein Zeichungspad. Und dieser Duft! Farbe und Lösungsmittel… Mitten drin: Der Kunstmaler in seinem Rollstuhl.

Vom Feinmechaniker zum Kunstmaler
Eine Feinmechaniker-Lehre steht am Anfang, erzählt er. Auf dem Beruf jedoch arbeitet er nie. Aber Präzision
lernt er hier, Hartnäckigkeit und «Dürebisse». Das hilft ihm später in schweren Zeiten. Beim Vater, Bauernmaler und Schriftenmaler, arbeitet er dann, lernt autodidaktisch die Schriftenmalerei, repariert Uhren und malt «sicher 1000 Jutensäcke» als Wandbehang – das ist in den 1970er-Jahren halt Mode! Fritz ist «Chumm-Gib-Häb-Reckmer». Doch tief innen reift der Wunsch, Maler zu werden, sich selbständig zu machen. Er besucht die Kunstgewerbeschule Bern, belegt Kurse für Naturstudien und Farbenlehre. Von einem Aufenthalt im italienischen Vernazza mit seinem Mentor Carl Speglitz bringt er viele Aquarelle heim, Material für seine erste Ausstellung 1978 in Bad Ey, Sumiswald: «Jetz bin i Künstler!»  

Den Weg gefunden
Vom Aquarell über Holzschnitt und Radierung kommt er zur Malerei, verfolgt seinen Weg. «Meine Werke werden abstrakter, ich meistere Farben und Formen, setze mich mit Linien und Flächen auseinander, kämpfe mit Quadrat und Kreis.» Ein schwerer Schlag ist die Erkrankung an Multipler Sklerose vor zwanzig Jahren. Nach einer Zeit voller Bangen findet er aus der Krise, schöpft Kraft, geht seinen Weg... Er entdeckt die Spirale und scheut sich nicht, am Mac seine Bilder zu «zertrümmern» und zu «Analogien» nach den Gesetzen höherer Dimensionen neu zusammenzusetzen. Doch nun ist Zeit, einen Moment innezuhalten, Zeit für eine Retrospektive. «Aber i mache witer, Maler gö nid i Pangsion!»


Werner Eichenberger

 

40 Jahre Malerei Fritz Steffen
7. April bis 22. April 2018 in der Kulturmühle Lützelflüh
Öffnungszeiten:
Samstag und Sonntag: 10.00 – 18.00 Uhr,
Freitag: 17.00 – 20.00 Uhr.
Vernissage & Buchpräsentation:
«Querschnitt», Samstag, 7. April 2018, 17.00 Uhr Referat: Daniel Schmidt
Buchpräsentation: Samuel Wahlen
Konzert mit FRITZ-ART-Music
Sonntag: 15. April, 15.00 Uhr (freier Eintritt).
Der Künstler ist an allen Ausstellungs­tagen anwesend.


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