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Attraktives Quartier an bester Lage

| Di, 22. Mai. 2018

BURGDORF: Das Siegerteam GWJ Architektur AG, Bern, präsentiert sein Modell für das Areal rund um die «Butteri». Das Ziel des Projekts ist die «Entwicklung eines neuen attraktiven Quartierteils». red

Seit Jahren betonen die verantwortlichen Fachleute von der Baudirektion, dass das grosse Areal rund um die ehemalige «Butteri» (frühere Verbandsmolkerei) am Farbweg im Bahnhofquartier eines der «wichtigsten Entwicklungsareale im Burgdorfer Innenstadtgebiet ist». Das zwischen Mülibach und Gotthelfstrasse gelegene, 3350 Quadratmeter grosse Areal dürfte in einigen Jahren aus seinem Dornröschenschlaf erwachen.

Wohnnutzung bevorzugt
Neben der heute noch als erhaltenswert eingestuften und inzwischen durchgehend «vernagelten und verrammelten» alten Butterzentrale befindet sich auf diesem Areal der Do-it- und Garden-Laden inklusive M-Electronics der Migros. Neben diesen Hochbauten prägen der Mülibach und die oberirdischen Parkplätze das Areal. Unterirdisch durchquert der Entlastungskanal aus dem Kleinkraftwerk Bucherareal dieses Gebiet. Seit Jahren gilt hier die Zone ZPP (Zone mit Planungspflicht), um eine zeitnahe und zukunftsweisende Überbaung realisieren zu können. Zusammen mit der Stadt Burgdorf haben die Grundeigentümer Raiffeisen Pensionskasse Genossenschaft (RPK) sowie diejenige der Migros Aare (GMA) ein Studienverfahren mit dem Ziel «Entwicklung eines neuen attraktiven Quartierteils an bester Lage in Burgdorf» durchgeführt. Die zwei Parzellen Nrn. 526 und 527 der RPK stehen kurzfristig zur Verfügung, hier sind in der ersten Bauetappe Wohnungen vorgesehen. Die Parzellen Nrn. 528, 542 und 510 sind erst mittel- bis langfristig (in fünf bis zehn Jahren) verfügbar. Die Migros will sich noch nicht festlegen, der Do-it-Laden läuft gut und soll vorerst weiter bestehen. Für die Zukunft sehen die Migros-Verantwortlichen hier eine Wohn- und Dienstleistungsnutzung.
Im Studienbericht ist festgehalten, dass die Erschliessung des Grundstücks Einfache Baugesellschaft Gäumann (Parzelle Nr. 532) jederzeit sichergestellt sein muss.

Massgeschneiderte Überbauungsordnung
Insgesamt sind fünf Architekturteams zur Teilnahme eingeladen worden, von denen nach einhelliger Meinung der aus Fachleuten bestehenden Jury das Büro GWJ Architektur AG, Bern, den Wettbewerb gewonnen hat. Ausschlaggebend für den Sieg erweist sich laut Präsidialdirektion Burgdorf der Umstand, dass in diesem Projekt «die zeitnahe bauliche Verdichtung des Areals, daneben auch die qualitativ gute Entwicklung gemäss den städtischen Vorgaben» berücksichtigt worden ist; dies alles unter Wahrung der Interessen der verschiedenen Grundeigentümer. Weiter ist die Vorgabe einer etappierten Baurealisation erfüllt, welche die Jury städtebaulich überzeugen kann.
Als nächster Schritt wird nun auf der Grundlage des vorliegenden Richtprojektes eine massgeschneiderte Überbauungsordnung erarbeitet. Wie dem Studienbericht zu entnehmen ist, dient «das Verfahren der Erarbeitung eines Konzeptes zur Bebauung, zur Mobilität (Erschliessung, Parkierung usw.) und zum Freiraum für den gesamten Planungsperimeter. Die Ausbildung des geplanten öffentlichen und privaten Aussenraumes hat die Jury überzeugt: «In diesem Zusammenhang sollen die Abhängigkeiten beziehungsweise das Zusammenspiel zwischen Erdgeschossnutzungen und den öffentlichen Aussenräumen aufgezeigt werden.» Auffallend sind hier die «Lauben».

Markanter Hochbau
Bereits heute zeichnet sich ab, dass in einer ersten Etappe entlang des Farbweges zwei einander ähnlich konturierte, jedoch unterschiedlich lange Gebäude mit vier Geschossen plus Attika erstellt werden, wobei diese Gebäudekörper gemäss Studienbericht «eine Beziehung zur Gotthelfstrasse suchen. Die vorgesehene 4,50 m breite Fuge zwischen beiden Häusern ist wichtig für die Schaffung von Wegverbindungen sowie Raumsequenzen; zudem wird derart eine lange Fassade vermieden.» Die Erdgeschosswohnungen verfügen über ein Hochparterre, das als Abgrenzung gegenüber dem Quartierpark und der grösseren Spielfläche dient.
In der zweiten Bauetappe ist im Bereich des oberirdischen Migrosparkplatzes ein Längsbau an dem geöffneten Bach vorgesehen. Das Projekt sieht an der Gotthelfstrasse einen viergeschossigen Punktbau vor. Dieser «umfasst» zusammen mit dem Längsbau am Mülibach einen kleinen Platz.
Die Bebauung an der Poststrasse soll in der zweiten Etappe komplettiert und mit einem markanten, siebengeschossigen Hochpunkt abgeschlossen werden. Die bestehende Arkade wird auch beim Neubau weitergeführt.
Gerti Binz

 

Peter Hänsenberger, Leiter Baudirektion Burgdorf

Zufrieden mit dem Siegerprojekt
Nachdem bekannt geworden ist, dass Peter Hänsenberger nach insgesamt 32-jähriger Tätigkeit sein Amt als Leiter der Baudirektion Burgdorf abgeben wird, äussert er sich rückblickend zum jetzt vorliegenden Ergebnis der Arealentwicklung ZPP Farbweg (Zone mit Planungspflicht).: «Aus meiner Sicht ist es erfreulich, dass wir das Verfahren, das wir für die Entwicklung des Bahnhofquartiers – angefangen vom Masterplan über den Richtplan ESP Bahnhof (Entwicklungsschwerpunkt Bahnhof) – jetzt schrittweise umsetzen. Das Areal Farbweg ist ein Baustein dazu. Es ist eines der zentralen Gebiete im Bahnhofquartier, das noch ent­wickelt werden kann. Hier können wir bestes Wohnen an zentralster Lage mit sehr hoher Qualität anbieten.» Jetzt liege ein Projekt vor, das Investoren und Grundeigentümer umzusetzen gewillt sind.
 
Anleihen in der Altstadt
Als «spannend an diesem Projekt Farbweg» bezeichnet Hänsenberger die Herleitung des Konzeptes, gemäss dem der Projektsieger Büro GWJ Architektur AG aus Bern aus der Analyse der Altstadt Burgdorf das Modell Farbweg erarbeitet hat. «Auf uns hat es den Eindruck gemacht, als würden Teile der Altstadt ins Bahnhofquartier transferiert. Ein solches Bindeglied zwischen der Altstadt und dem Bahnhofquartier haben wir immer wieder gesucht und es jetzt präsentiert bekommen.»
Laut Hänsenberger «war für die Jury der Umstand ganz wichtig, dass das Projekt schon in der ersten der zwei geplanten Bauetappen funktioniert. Die erste sollte möglichst rasch auf dem Gebiet der RPK (Raiffeisen Pensionskassen Genossenschaft) mit einem gewünschten Baustart um 2020 realisiert werden. Anders sieht es auf dem Gebiet der GMA (Genossenschaft Migros Aare) aus, die vorderhand mit ihrem Do-it-Laden zufrieden ist und diesen voraussichtlich in nächster Zeit noch nicht aufgeben wird.» Daher sei es für die Jury ganz wichtig gewesen, dass die erste Überbauungsetappe in sich funktioniert. Als städtebaulicher Baustein weise das Siegerprojekt hinsichtlich der gestellten Forderungen eine hohe Qualität auf. «So wird beispielsweise der Bach entsprechend den kantonalen Forderungen betreffend Gewässerschutz wieder freigelegt. Parallel zum Bach entsteht eine öffentliche Wegverbindung, weshalb man von hoher Aufenthaltsqualität sprechen kann.»
 
Prägender Eindruck
Hänsenberger ist überzeugt, dass «die Überbauung Farbweg künftig das Bahnhofquartier prägen wird. Speziell das höhere Gebäude am Kreisel Poststrasse an der Hauptverbindungsstrasse ins Emmental wird prägend für den Eindruck sein, den der Besucher auf der Fahrt dorthin erhält. Es ist ein Zeichen für die Entwicklung der Stadt Burgdorf, eine urbane und zukunftsgerichtete Entwicklung.»
Auf Befragen erläutert Hänsenberger, dass die alte Butterzentrale von der Denkmalpflege als erhaltenswert eingestuft worden ist. Im Verlauf des Bauverfahrens werde sich zeigen, ob das alte Gemäuer abgebrochen werden kann oder nicht. «Die Jury hat sich einen ganzen Tag Zeit genommen für die Diskussionen, ob die alte ‹Butteri› abgerissen werden sollte oder nicht. Es war nach intensiver Diskussion über ganz verschiedene Gründe wie ein Befreiungsschlag, als man sich zur Erkenntnis ‹Abbruch› durchgerungen hat. Unserer Meinung nach sind die Voraussetzungen gegeben, dass dieses Gebäude ersetzt werden kann. Der definitive Entscheid wird im Zusammenhang mit der Überbauungsordnung fallen.» Gerti Binz

 

 

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