«Pflegende, wir sind für euch da!»

| Mo, 27. Aug. 2018

BURGDORF: An zwei Infoanlässen in Burgdorf informierten Pfarrer Dr. theol. Simon Hofstetter und Sonja Kissling, Leitung Fachmanagement Spitex Burgdorf-Oberburg, über die zahlreichen Angebote, die Pflegenden den Alltag mit den von ihnen Betreuten wesentlich erleichtern können. red

Beide Referenten hätten sich in Anbetracht der oft problematischen Situationen mehr Zuhörer gewünscht, doch können die Spitex-Angebote im Büro am Farbweg 11 in Burgdorf (Tel. 034 420 29 29) angefordert werden.

Mehr Wertschätzung
Hofstetter kommt auf die einzelnen Punkte bei der Betreuung betroffener Personen zu sprechen, deren Ursachen auf Krankheit, Unfall, Demenz und Weiterem beruhen können. Wer sind die pflegenden Angehörigen, was leisten sie, wie funktioniert das Pflegeverhältnis? Was wird als selbstverständlich angesehen, wo bleibt die Wertschätzung, wie schnell kommt ein Pflegender an seine Grenzen? Wer für die Pflege sein Arbeitspensum reduziert, muss selber mit finanziellen Einbussen im Alter rechnen. Wann soll ein Pflegender an sich, an seine Gesundheit, an seine Motivation denken, um nicht von einem Burn-out betroffen zu werden?

Hofstetter zeigt anhand zahlreicher Beispiele ein für alle Betroffenen akzeptables Verhalten der Pflegenden auf und plädiert für den gesamtheitlichen Blick auf eine betagte oder behinderte Angehörige und deren Betreuung, wobei die Zahl in Zukunft wegen steigender Lebenserwartung noch höher sein wird. In einigen Jahren wird jede 30. Person betreut, rechnet er vor.

Zahlreiche Hilfen
Hofstetter führt eine Vielzahl breit gefächerter Hilfen auf, welche eine Betreuung unter Beihaltung von Respekt und Liebenswürdigkeit möglich machen. Im Gegensatz zu den skandinavischen Ländern, wo Pflegenden grosse Aufmerksamkeit gewidmet wird, besteht diesbezüglich in der Schweiz grosser Nachholbedarf. Dem allerdings je länger je mehr entgegengearbeitet wird, da sich die Anzahl pflegewilliger Mitmenschen nicht vervielfältigt. Und eine zunehmend älter werdende Gesellschaft so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben will.

Sonja Kissling stellt als Spitex-Vertreterin die Angebote ihrer Organisation vor, die für Pflegende eine wesentliche Entlastung bedeuten. Es handelt sich um kurz-, mittel- oder langfristige beziehungsweise spezifische Angebote, die in Anspruch genommen werden können. Zudem besteht die Möglichkeit, viermal im Jahr eine kostenlose Betreuung für eine Person anzufordern. Sie empfiehlt Betroffenen, sich bei der Spitex-Geschäftsstelle kostenlos beraten und im Bedarfsfall den finanziellen Aufwand für einzelne Angebote aufstellen zu lassen.

Das Spitexangebot umfasst die persönliche Betreuung wie Anleitung zur Alltagsbewältigung, Fachberatung und Lösungsfinden in allen Pflege- und Gesundheitsfragen usw. Die professio­nelle Pflege nehmen Personen aller Altersgruppen mit vorübergehend reduzierten physischen und psychischen Kräften in Anspruch, mit chronischen Erkrankungen oder Einschränkungen, betagte und gebrechliche Menschen und solche, die zu Hause sterben möchten. Hier können die Pflegenden fachkundige Unterstützung erhalten. Weitere Massnahmen wie Haushaltshilfe, Coiffeurbesuche, Mobilitätssteuerung, Spielnachmittage und anderes sind von grossem Wert.

Gerti Binz

 

Neuen Kommentar schreiben

CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und automatisiertem Spam vorzubeugen.

Kommende Events

Stellen

Immobilien

Diverses