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Asbest verursacht die meisten Berufserkrankungen

| Mo, 03. Sep. 2018

OBERBURG: Rund 140 Personen lassen sich von einem versierten Fachmann und Schadstoffexperten die Methoden erläutern, wie Asbest aus bestehenden Gebäuden gefahrlos entfernt werden kann.

 

In der Mäder-Halle begrüsst Firmenleiter Philipp Bähler die Vertreter von Immobilien- und Architekturbüros und zahlreiche Weitere, die in irgend­einer Form mit der Bausubstanz von – vornehmlich älteren – Liegenschaften zu tun haben. «Der heutige Anlass dient primär der Gesundheit Ihrer Mitarbeiter», hält Bähler fest.
Aus diesem Grund hat das seit 1933 in Oberburg beheimatete Bauunternehmen O. Mäder AG am 1. Mai 2017 die O. Mäder Schadstoffsanierung GmbH gegründet, deren Angebot das bestehende von Neubauten, Umbauten und Sanierungen bestens ergänzt. Dank fundierter Weiterbildung und bestandenen Prüfungen kümmert sich heute ein Kernteam von drei Personen um die oftmals gewünschten Asbest­sanierungen, bei Bedarf ergänzt durch zusätzliche Berufsfachleute.
Bähler führt als Geschäftsführer des neuen Betriebszweiges aus, «dass die Mitarbeiter Kurse belegen mussten; darüber hinaus waren viele Auflagen zu erfüllen. Auf drei Baustellen wurden Schadstoffsanierungen in Anwesenheit der Suva und zu deren Zufriedenheit vorgenommen. Ab September 2017 besitzen wir die definitive Zulassung als selbstständiger Schadstoffsanierer; entsprechendes Know-how ist vorhanden.» Damit sich keine Nachlässigkeiten einschleichen, muss ständig mit unangemeldeten Kontrollen der Suva auf Baustellen gerechnet werden. Die letzte fand vor zwei Wochen statt, «doch unsere selbstständigen und motivierten Fachleute arbeiten zuverlässig».

Todbringender Asbest
Schadstoffexperte Stephan Baumann gelingt es mit einer Fülle gut nachvollziehbarer Beispiele, den vielfach todbringenden Einsatz von durch Asbest belas­teten Baumaterialien zu erklären. Circa ab 1820 findet Asbest als «Wunderwirkstoff mit ausschliesslich positiven Eigenschaften wie feuerhemmend, reissfest, als Isolierstoff und für vieles mehr» zunehmend Einsatz, vor allem in der Bauindustrie. Ab 1900 wird man auf die Gefahren (Asbestose) aufmerksam, ab 1943 wird nach Asbest­belastungen Lungenkrebs als Berufskrankheit anerkannt. Seit 1970 gilt Asbest als krebserzeugend. 1990 wird jegliche Anwendung in der Schweiz und ab 2005 generell in der EU verboten. «Weltweit sind jährlich über 100 000 asbestbedingte Todesfälle zu verzeichnen. Bei den Berufskrankheiten muss hier die höchste Todesrate in Kauf genommen werden», erläutert Baumann.
Er zeigt die verschiedenen Möglichkeiten auf, wie einzelne Räume oder ganze Liegenschaften so risikofrei wie möglich dekontaminiert werden. «Das Verfahren ist aufwendig, aber Vorschrift. Immer wieder kommen in Schulhäusern oder öffentlichen Gebäuden Asbestrückstände zum Vorschein. Auch im Haushalt können Backöfen, Toaster, Fensterfassungen und -kitt, Farbanstriche, Plättlifugen, Unterlagsböden und vieles mehr mit Asbest versetzt sein. Bei Umbauten empfiehlt er eine Schadstoffuntersuchung vor Baubeginn: Bauten vor 1990 sollten grundsätzlich kontrolliert werden.»

Gerti Binz

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