Brauchtum erfreut sich grosser Beliebtheit

Di, 16. Okt. 2018

WILER B. UTZENSTORF: Musikalisches Feuerwerk der Trachtengruppe Utzenstorf und Umgebung sowie des Chors Anatolia im Schulhaus Wiler beim alljährlichen «Herbschtobe».

Die Stimmung ist ausgelassen, gute Freunde und Bekannte begrüssen sich. Die Frauen von der Trachtengruppe und den Landfrauen in ihren schmucken Trachten mit den Rosensträuss­chen im Mieder eilen von Tisch zu Tisch und erledigen die Bestellungen in Windeseile. Der «suure Mocke mit Härdöpfustock» und die Kürbissuppe finden reissenden Absatz.

Alle Altersgruppen glänzen
Als Punkt 20.00 Uhr das abwechslungsreiche Programm mit der Kindertanzgruppe startet, drängen sich die Besucher zusätzlich auf den Treppen und den seitlichen Rampen. Wohlwollend übersehen alle, wenn eines der kleinen Mädchen in die falsche Richtung dreht und vom anderen mit einem freundlichen Schubs in die Reihe zurückbefördert wird. Der Applaus ist verdient und anhaltend.
Anschliessend überzeugt die Trachtengruppe Utzenstorf und Umgebung mit den Tänzen Speckrösti-Schottisch und Susanne-Polka, wobei hier die Tanzschritte akkurat ausgeführt werden.
Um am jährlich stattfindenden «Herbschtobe» immer wieder etwas Neues präsentieren zu können, gastiert diesmal der türkische Chor Anatolia mit temperamentvollen Liedern. Auffallend sind die vielen jungen Frauen im Chor, welche die Lebensfreude ihres Landes allen verständlich darbieten. Der Applaus ist anhaltend und verdient, genau wie vorher bei der Trachtengruppe. Es folgen weitere musikalische Darbietungen, bevor die Pause Gelegenheit für Konsumationen und Gespräche bietet.

Traditionen pflegen
Liliane Flury, Präsidentin der Landfrauen Utzenstorf, Wiler und Zielebach, ist mit ihrem Ehemann Beat ein gern gesehener Gast am «Herbscht­obe». «Als Präsidentin der Landfrauen erhalte ich zahlreiche Einladungen zu derartigen Veranstaltungen», sagt sie, «und es ist mir wirklich ein Anliegen, an möglichst vielen teilzunehmen. Ein Verein unterstützt den anderen, schliesslich arbeiten wir eng zusammen. Unsere Traditionen sind es wert.» Es sei ihr eine Herzensangelegenheit, diesen Abend in Wiler zu verbringen. «Schon an der Saal- und Tischdekoration sieht man, mit wie viel Herzblut die Verantwortlichen den Abend vorbereitet haben und jetzt durchführen.» Viel Lob findet sie für die Trachtenfrauen, die unermüdlich von Tisch zu Tisch eilen und die Gäste in kürzester Zeit bedienen.
Liliane Flury berichtet von erfreulichen Anlässen, bei denen sie in ihrer Tracht als Ehrendame teilgenommen hat oder anderweitig im Einsatz gestanden ist. «Wenn wir derart herausgeputzt durch die Stadt gelaufen sind, haben uns Einheimische und ausländische Touristen um Fotos gebeten», erinnert sie sich: «Das ist eigentlich eine Ehre!» Wir fragen uns, welches «von den kleinen süssen Trachtenmeitschis» später das gleiche erzählen wird.
Beat Flury begrüsst ausdrücklich den Auftritt des Chores Anatolia: «Viele von ihnen stammen aus Gerlafingen und Umgebung und leben bereits in der dritten Generation in der Schweiz. Die Väter fanden damals Arbeit im Stahlwerk. Alle sind bestens integriert und reden Mundart wie die Sprecherin des Chores. Man kennt sich.» Genau wie die Grossfamilie der Landfrauen aus den drei Gemeinden und die Frauen – samt Familien – der Trachtengruppe Utzenstorf und Umgebung, weshalb man sich fast ausschliesslich mit Du anredet.
Auch die Darbietungen im zweiten Teil des Abends erhalten anhaltenden Applaus und die Forderungen nach Zugaben. Chorleiterin Helen von Allmen schliesst den Abend mit dem Kanon «Abendstille überall», wobei sie das Publikum mitsingen lässt. Und das folgt der Aufforderung nur zu gerne.

Gerti Binz
 

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