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Ein Bubentraum geht in Erfüllung

Mo, 15. Okt. 2018

ALCHENSTORF: Schwingerkönig 2013, Matthias Sempach, verlässt Alchenstorf. In Entlebuch LU wird er den Landwirtschaftsbetrieb, auf dem seine Partnerin Heidi Jenny aufgewachsen ist, übernehmen. ra  

Zwei Monate nach seinem Rücktritt vom aktiven Schwingsport gab Schwingerkönig Matthias Sempach am 11. Oktober 2018 bekannt, dass er auf den 1. Januar 2019 den Landwirtschaftsbetrieb, auf dem seine Lebens­partnerin Heidi Jenny aufgewachsen ist, übernehmen wird. «D’REGION» traf sich noch gleichentags mit ihm zum Interview.

«D’REGION»: Die Bekanntgabe über deine neue berufliche Herausforderung in Entlebuch (LU) kam ziemlich überraschend. Wann hat sich diese Situation abgezeichnet?
Matthias Sempach: Nach meinem unerwarteten Rücktritt vom Schwingsport wegen anhaltender Bandscheibenprobleme wurde das Thema plötzlich aktuell. Ich habe jetzt Zeit, mich einer neuen Herausforderung zu stellen. Ausserdem sind unsere Kinder Henry und Paula noch nicht schulpflichtig. Sie weilen fast wöchentlich einmal bei den Grosseltern in Entlebuch (LU). Es gefällt ihnen dort sehr gut.

«D’REGION»: Wann soll der Umzug stattfinden?
Matthias Sempach: Wir zügeln auf Ende dieses Jahres.

«D’REGION»: Wie steht es mit deinem 40-Prozent-Arbeitspensum bei Melior, Herzogenbuchsee?
Matthias Sempach: Den Futtermittelhersteller werde ich auf Ende Januar 2019 verlassen. Während viereinhalb Jahren war ich für Melior als Verkaufsberater tätig. Es hat mir ausgezeichnet gefallen. Meine Kunden sollen an eine gute Nachfolge übergeben werden.

«D’REGION»: Deine Freude über den neuen Lebensabschnitt ist spürbar.
Matthias Sempach: Für mich geht ein Bubentraum in Erfüllung. Die ganze Familie freut sich. Bereits meine Eltern bewirtschafteten, bis ich sechsjährig war, einen Landwirtschaftsbetrieb in Utzigen (BE). Leider mussten sie den Pachtbetrieb wegen Eigenbedarf des Besitzers verlassen. Die Versteigerung damals hat mich ziemlich geprägt.

«D’REGION»: Wie sieht euer Betrieb in Entlebuch (LU) aus?
Matthias Sempach: Er ist auf knapp 1000 m ü. M. und sehr schön gelegen. Zum Betrieb gehören 16 ha landwirtschaftliche Nutzfläche inklusive Wald. Momentan werden 16 Brown-Swiss-Kühe und knapp hundert Mastschweine gehalten. Das Ziel ist, dass ich den Betrieb vorerst so weiterführe. Aber zuerst muss ich mich auf dem Hof einleben.

«D’REGION»: Deine Ausbildung zum Landwirt liegt bereits einige Jahre zurück. Ist das kein Problem?
Matthias Sempach: Durch meine Ausbildungen zum Landwirt und später zum Metzger mit Weiterbildung zum Landwirtschaftlichen Betriebsleiter ist sicher ein gutes Fundament gelegt. Ausserdem habe ich mich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Landwirtschaft auseinandergesetzt. Ich fühle mich auf einem guten Wissensstand. Glücklicherweise werden mir auch noch die Eltern von Heidi zur Seite stehen.

«D’REGION»: Was passiert mit dem Siegermuni des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes ESAF 2013 in Burgdorf, Fors vo dr Lueg?
Matthias Sempach: Es ist ein Wunsch von mir, ihn mit nach Entlebuch (LU) zu nehmen. Im Januar 2019 wird er achtjährig, ist aber noch gut in Form. Ich bin zudem im Besitz von zwei Holstein-Tieren. Es würde mich reizen, mit ihnen zu züchten. Mir ist aber bewusst, dass die Genetik dem Betrieb angepasst werden sollte.

«D’REGION»: Wirst du aus dem Erlös der 16 ha landwirtschaftliche Nutzfläche leben können?
Matthias Sempach: Ich glaube daran. Wichtig ist, dass man die Wertschöpfung auf dem Betrieb hoch hält. So bin ich überzeugt, dass eine Existenz möglich ist.

Interview: Barbara Schwarzwald

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